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Anglerlatain und Fischfang auf La Palma

Rechtsfreier Raum im Küstengewässer.
Jeder macht, was er will. Eine Angelausrüstung ist schnell gekauft und Fische fangen ist hier jedermann erlaubt. So eine weitläufige Meinung der Touristen und einigen Residenten dieser Insel.

Selbst zum Spaß werden Fische gefangen, der Haken fachunkundig aus dem Maul gerissen und das Tier wieder zurück in den Atlantik geworfen. Spricht man diese selbsternannten Fischflüsterer an, erhält man ein Achselzucken, denn man tötet ja nicht und setzt die Beute wieder aus. Ob das Tier dann an Streß oder Verletzungen verendent, ist ega,l weil aus den Augen aus dem Sinn. Konrad Adenauer sagte einmal, „Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.“ Ich denke, solche Urlaubsangler sollten an die (Angel) Leine.

Richtig ist, dass auf den Kanaren keine Angler- oder Fischereiprüfung erforderlich ist. Ein Angelschein jedoch ist verpflichtend und wird, wenn auch zu selten, von den Polizeibehörden geprüft. Wer dieses Papier nicht vorweisen kann, erhält nicht nur eine saftige Geldstrafe, er läuft auch Gefahr, seine Angelausrüstung oder gar sein Boot zu verlieren. Da ist es dann doch besser, dass Bespaßungsfischfangen zu lassen, oder wenigstens mit Fanglizenz zu angeln.

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Wer die Pubertät überwunden hat, das ist die Zeit, in der die Eltern anfangen schwierig zu werden, kann, wenn er sich erst dann als Mann fühlt ,wenn er sein Essen selbst erlegt, eine 3 Jahre gültige Angellizenz (licencia para pescar) beim „Gobierno de Canarias“, „Secretaria Territorial de Pesca“, beantragen. Den entsprechenden Antrag gibt es hier online.

reuseDie älteste Art zum Fischfang, so belegen 9000 Jahre alte Funde, sind Fischreusen. Noch heute wird in der gewerblichen Fischerei auf La Palma damit gearbeitet. Heldenhafte Hobbyfischer können eine Erlaubnis in 3 Kategorien erhalten.

1. Angeln vom Boot.
Die Lizenz „Pesca Marítima Recreativa de Altura“ kostet etwa 29 Euro. Dafür darf der ambitionierte Fischermann in 24 Stunden maximal 3 Fische mit einem Gesamtgewicht von 100 kg ins Boot ziehen.

 

2. Angeln von Land.
Die preiswerteste Angellizenz ist die „Pesca Recreativa de Superficie“ für nur 15,- Euro. Sie gilt 24 Stunden am Tag und erlaubt den Fang bis zu einem Gesamtgewicht von 5 kg je Angler.

3. Fischen mit Harpune.
Eine beliebte Fangmethode ist das Harpunieren. Die Lizenz “Pesca Recreativa Submarina a Pulmón Libre”, kostet etwa 22,- Euro und erlaubt den Fischfang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Eine Begrenzung der Fangmenge gibt es dazu nicht. Einzige Einschränkung ist eine ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung, da es sich um Apnoetauchen handelt. Harpunieren mit Tauchgerät ist verboten.

Für alle Fangarten gilt ein Mindestabstand zu Badestränden von 150 Meter. Gefangene Fische dienen nur dem Eigenbedarf und dürfen nicht verkauft werden. Besonders zu beachten sind Schutzzonen, Meeresschutzgebiete und Mindestgrößen der jeweiligen Art. Wer sich damit nicht anfreunden kann, sollte besser auf das Angebot unserer Supermärkte zurückgreifen. Auch unsere Berufsfischer freuen sich, wenn sie direkt im Hafen frischen Fisch kaufen.

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Spaßangeln muß nicht sein.

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Über Graja (1917 Artikel)
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1 Kommentar zu Anglerlatain und Fischfang auf La Palma

  1. Sehr cooler Artikel!

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