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Apotheken ohne Medikamente

Den Kanaren gehen die Pillen aus.

Immer häufiger schüttelt der Apotheker mit dem Kopf, wenn seine Kunden nach Medikamenten fragen. Nicht vorhanden, nicht lieferbar.
Auch in den nächsten Wochen wird es keine Besserung der Situation geben. Patienten, die bestimmte Medikationen benötigen geraten immer häufiger in Gesundheitsgefahr.

Nicht nur auf La Palma ist das so. In ganz Spanien fehlen Arzneimittel. Besonders schwierig ist die Lage auf den Kanaren, weil Transportwege länger sind.

Rund 500 Medikamente sind nicht erhältlich.

Es sind bereits fast 500 Arzneimittel, die in spanischen Apotheken knapp sind, viele davon gar nicht mehr erhältlich und die Liste wächst weiter.

Betroffen sind vor allem chronisch Kranke Patienten die eine tägliche Medikation benötigen. Zuckt der Apotheker mit der Schulter, schüttelt den Kopf und bedauert den Notstand, ist guter Rat teuer. In häufigen Fällen, wie zum Beispiel Medikamenten gegen die Volkskrankheit Bluthochdruck, kann nicht einfach ein Ersatzprodukt gekauft werden.

Viele Patienten müssen nun ihren Arzt aufsuchen, um zu versuchen ein Vergleichsprodukt zu erhalten. In manche n Fällen ist das schwierig, manchmal gar nicht möglich. Der Andrang ist in einigen „Centros Medico“ bereits so groß, dass es kaum noch möglich ist einen kurzfristigen Termin zu bekommen.

Betroffen sind auch Krankenhäuser.
Nach Angaben der Apotheker sind auch Krankenhäuser betroffen. In spanischen Krankenhäusern sind vor allem antimikrobielle Wirkstoffe, Präventivmittel, Herz-Kreislauf-Medikamente und Notfallmedikamente knapp.

Wann spricht man von Medikamenten Mangel?

Von einem Versorgungsproblem mit Arzneimittel geht man aus, wenn ein hoher Prozentsatz der Apotheken ein Mittel an 3 oder mehr Tagen der Woche nicht liefern kann, oder wenn ein Medikament an einem Tag bei den meisten Apotheken nicht verfügbar ist. Eine Liste von Medikamenten, die in Spanien zur Zeit gar nicht mehr verfügbar sind hat das Gobierno veröffentlicht.

Weshalb sind Medikamente knapp?

Das Problem ist nicht neu und begann schon 2017. Tendenz weiter steigend. Eine tatsächliche Begründung gibt es nicht. Lediglich Vermutungen und undurchsichtige Erklärungen werden laut.

Genannt werden mehrere Faktoren. Zum einen soll der Brexit eine Rolle spielen, weil neue Verpackungskennzeichnungen die Produktion verzögert. Als weiterer Grund wird genannt, dass in Asien ein Mangel an Wirkstoffen herrscht und ein großer Teil der Arzneimittel dort produziert werden. Man kann auch die Vermutung lesen, dass einige Pharmaunternehmen lieber an andere Länder liefern. Aber auch zu dieser Aussage konnte ich keine Begründung finden.

Es kann also empfehlenswert sein, wenn sie vor Urlaubsantritt an Ihre kleine Reiseapotheke denken und wichtige Medikamente mit nach La Palma bringen.

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Über Graja (1916 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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