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Avocado aus La Palma

Wird die Avocado auf La Palma bald wichtiger als die Banane?
Erste Anzeichen dazu gibt es. Schon jetzt soll auf mehr als 800 Hektar Avocado angepflanzt werden, Tendenz steigend.

Unsere Insel ist bereits, noch vor Teneriffa, der größte Produzent auf den Kanaren. Wir exportieren bereits zum Festland und nach Afrika.

Entdeckung einer einzigartigen Frucht.

Zu verdanken haben wir die schmackhafte Frucht dem 1520 in Villa Llerena bei Badajoz geborenen Conquistador Pedro Cieza de Leon. Er erwähnte den ursprnglich aus Südamerika stammende Baum zum ersten Mal in einem Reiselogbuch und beschrieb, dass die „aguacate“ in Mexico, Peru, Ecuador und Kolumbien wachsen. Daraufhin verbreiteten die Spanier den Avocado Baum in der Karibik und auf Madeira. Zu uns auf La Palma kam die Frucht allerdings erst im 20. Jahrhundert.

 

Avocado-Anbau.

Die Avocado, eine Pflanzenart der Lorbeergewächse, ist leicht zu pflanzen und recht schnellwüchsig. Gerade einmal 4 bis 6 Wochen benötigt der Kern zum Keimen. Die immergrünen Lorbeerblätter sprießen schon kurze Zeit später. Allerdings dauert es noch etwa 4 Jahre bis der Baum die ersten Beeren tragen kann.

Schwieriger als die Baumzucht ist es aber, tatsächlich auch Früchte zu bekommen, denn der Avocadobaum hat zwittrige Blüten bei denen die Geschlechtsorgane zu unterschiedlichen Zeiten reifen. Hier muss die Landwirtschaft einige Tricks anwenden, um das kleine Zeitfenster zu nutzen.

Dazu hat der Rat für Landwirtschaft und Viehzucht des Cabildo de La Palma am 29. November ein Treffen von Fachleuten organisiert, die über Themen wie Beschneidung, Bewässerung und Befruchtung sprechen. So soll die Ernte verbessert und die Avocadoproduktion auf La Palma weiter ausgebaut werden.

 

Kritik zum Avocado-Anbau.

Die Avocadopflanze benötigt mit etwa 2.000 Sonnenstunden im Jahr nicht nur viel Licht, sie brauchen auch Unmengen an Wasser. 70 bis 300 Liter sollen es je nach Anbaugebiet für nur eine einzige Frucht sein. Damit ist die Frucht nicht gerade ökologisch. Aber das kennen wir ja bereits von unseren Bananen.

Ein weiterer Nachteil ist die hohe Windempfindlichkeit. Zweige des Baums können leicht brechen und Stürme machen schnell ein Trümmerfeld aus jeder Avocado-Plantage.

Die Vorteile ĂĽberwiegen.

Preise der Frucht liegen höher als Bananen, was sie für die Landwirtschaft interessant macht. Vor allem aber ist das Fruchtfleisch rund um den großen Kern sehr schmackhaft und vielseitig in der Küche verwendbar. Dazu später mehr.

Verwendung findet die Avocado auch in der Medizin. Als Bakterizid wirkt es zum Beispiel gegen Durchfallerkrankungen. Das Öl der Avocadofrucht kann als Speiseöl genutzt und in Kosmetikprodukten verarbeitet werden. Auch in der Pharmaindustrie schätzt man Avocadoprodukte.

 

Avocado ist gesund.

Avocado hat mit großem Abstand den höchsten Fettgehalt aller bekannten Obst- und Gemüsearten. Aber keine Sorge, Avocado Fett ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Diese können nicht nur den Cholesterinspiegel regulieren, sie wirken aufbauend für Gesundheit und Schönheit.

Avocado liefert zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Diese fördern die Verdauung, wirken als Zellschutz, stärken das Immunsystem und helfen den Blutdruck zu regulieren. Darüber hinaus ist die Avocado reich an Mineralien, Vitaminen und Aminosäuren.

Avocado ist toxisch.

In allen Ölzellen der Pflanze ist das Toxin „Persin“ enthalten. Er wirkt als fungizid, insektizid und antibakteriell. Damit schützt sich die Avocado Pflanze selbst. Am höchsten ist die Konzentration in Kern und Schale bei unreifen Früchten, so wie in den Blättern des Baumes.

FĂĽr Menschen ist dieser Stoff unbedenklich.
Sehr giftig ist das Toxin jedoch für Säugetiere wie Hunde und Katzen, so wie für Vögel und Fische.

 

Wann ist die Avocado Reif.

Dazu sollte man Wissen, dass die Avocado niemals am Baum reift. Der Reifeprozess setzt erst nach dem Ernten ein. Wird die Frucht nicht geerntet, fällt sie zu Boden und reift dort. Auch an der Frucht selbst ist der Reifegrad kaum erkennbar. Weder die Schale von runzelig bis glatt, noch die Färbung, sie reicht je nach Art von grün, über dunkelrot bis schwarz, sagen etwas über den Reifegrad aus.

Der richtige Reifegrad zum Verzehr der Frucht ist erreicht, wenn die Schale auf Druck leicht nachgibt. Ein weiteres Indiz ist der Stielansatz.
Ist er grün, handelt es sich um eine unreife Frucht. Ist er hell und beige ist die Avocado reif. Ein dunkler bis schwarzer Stielansatz lässt darauf schließen, dass die Frucht bereits überreif ist.

Harte Früchte können Sie bedenkenlos kaufen.

Avocados sind klimakterische Früchte die nachreifen. Da Sie den Reifeprozess selbst kontrollieren können, ist es am besten, harte Avocados zu kaufen. Bei Zimmertemperatur dauert es dann zwei bis zehn Tage bis zum Verzehr.

Das geht ihnen zu schnell?
Dann legen sie die Avocado in den Kühlschrank. Dort reift eine Avocado nicht weiter. Das geht über einen recht langen Zeitraum. Aber Achtung, je länger die Frucht im Kühlschrank liegt, desto bitterer wird der Geschmack.

Lieber gleich verzehren?
Möchten Sie eine harte Avocado schnell Reif haben, legen Sie die Frucht niemals auf eine Heizung oder in die Sonne. Besser ist es, die Avocado zusammen mit einem Apfel in Zeitungspapier zu wickeln. Durch das Reifegas (Ethylen) des Apfels, wird die Avocadofrucht schnell weich und schmackhaft.

 

Avocado in der KĂĽche.

Obwohl auch die Blätter des Avocadobaum genießbar sind, in Mexico brüht man damit Tee, in Südamerika werden sie kleingehackt und als Lorbeer ähnliches Gewürz genutzt, ist es bei uns nicht üblich die Blätter zu verwenden. Auch Schale und Kern der Avocado sind giftig, als nicht zum Verzehr geeignet.

Verwendet wird nur das Fruchtfleisch.
Um an das weiche, grünlich bis gelbe Fruchtfleisch zu kommen, schneiden Sie die Avocado der Länge nach auf und drehen beide Hälften in entgegengesetzter Richtung um den Kern. Das Fleisch können Sie nun mit einem Löffel aus der jeweiligen Hälfte herausheben.

Tipp: Wenn Sie nur eine Hälfte essen möchten, nehmen Sie die ohne Kern. Die zweite Hälfte hält sich mit Kern in Folie bedeutend länger.

 

Avocado Gerichte.

Das wohl bekannteste Avocado Gericht ist die aus Mexico stammende Guacamole. Als Dipp oder zur Grillfleisch besteht sie aus zerdrücktem Fruchtfleisch mit etwas Salz, Knoblauch, Blattkoriander, Salatgurke und Chilis. Je nach Geschmack kann dieses Rezept auch mit Tomate, Jogurt oder Kräuter verfeinert werden.

Wichtig: Das grüngelbe Fleisch der Avocado nimmt schnell eine unappetitliche, graue Farbe an. Diese Verfärbung können sie mit etwas Zitronensaft vermeiden.

Das Fruchtfleisch der Avocado schmeckt auch roh, mit etwas Salz und Pfeffer als Brotaufstrich.

 

Weltweit wird Avocado in vielen Gerichten verwendet.

In Australien und Neuseeland mischt man die Frucht zu Huhn, in Zentralamerika zu Fleisch, Reis und Salaten. Die Chilenen machen daraus Saucen, in Taiwan und Indonesien werden aus der Avocado Süßspeisen hergestellt. In Brasilien bekommt man den Milch Shake „Vitamina de abacate“.

Südamerikanische Indianer stellten aus Avocado alkoholische Getränke namens Abacate her. Dieses Getränk soll die Europäer zur Erfindung des Eierlikörs inspiriert haben. Ob diese Geschichte stimmt, lässt sich schwer nachvollziehen. Fakt ist, Avocado ist eine der beliebtesten Früchte auf dieser Erde.

 

Ob Avocado die La Palma Banane verdrängt?
Kurzfristig sicherlich nicht. Doch der Anbau lohnt sich.

 

Über Graja (1908 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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