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Blinde Passagiere

Biologische Invasionen auf den Kanaren.

Verändert sich der Atlantik rund um die Kanaren?
Mikroalgen machten diesen Sommer viele Schlagzeilen. Dann wurde man auf den „Pez Globo“ aufmerksam, er war häufiger vertreten als normal.

Nun wurden 2 Korallen-Arten entdeckt,
die in unseren Breitengraden nichts verloren haben.
Die“Tubastraea coccinea“ und „Oculina patagonica“.
Beide gelten in den Gewässern des Archipels als potenziell invasiv.

 

Die Tabastraea Coccinea ist eine Steinkoralle die ihren Ursprung in der Karibik, dem Golf von Mexiko und Neuseeland hat. Sie ist auch in flachen Gewässern von nur 3 Meter Tiefe zu finden ist. Bekannt ist sie als Sonnenkoralle, weil sie Nachts ihre schönen, rot – gelbliche Tentakeln ausbreitet.

Auch die Oculina ist eine Steinkoralle, die in Tiefen bis zu 1.000 Metern wächst. Sie stammt aus dem Infopazifik und unterhält eine Symbiose mit Mikroalgen.

 

Gefahren einer Invasion.

Finden fremde Arten hier ähnliche Lebensbedingungen wie in ihrer Heimat, nicht aber die natürlichen Feinde, können sie sich schnell ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Ein Beispiel ist die nordamerikanische Rippenqualle. Sie wurde ins Schwarze Meer eingeführt und hat innerhalb kürzester Zeit die Sardelle und Sprotten ausgerottet.

Selbst kleinste Meerestiere und Algen können einheimische Organismen verdrängen. In extremen fällen sogar für Menschen gesundheitsgefährdend sein. Dann nämlich, wenn Fische verzehrt werden, die zuvor eine giftige Alge gefressen haben.

 

Wie kommt es zu dieser Invasion?

Wanderungen von Lebewesen um neue Lebensräume zu erschließen sind normal. Das geht langsam vor sich, dauert oft Jahre oder Jahrzehnte. So sind zum Beispiel nach dem Bau des Sueskanal Meeresbewohner aus dem Roten Meer ins Mittelmeer gewandert. Einige Arten konnten sich an geringere Wassertemperaturen anpassen, andere nicht.

Eine biologische Invasionen ist es erst dann, wenn Menschenhand im Spiel ist.

Dann hat die Geschwindigkeit und Ausbreitung einer Spezies ganz andere Dimensionen, weil nicht immer natürliche Fressfeinde zur Regulierung vorhanden sind. Die kann, wenn klimatische Bedingungen passen, zur explosionsartigen Vermehrung führen.

 

Bioinvasion durch globalen Schiffsverkehr

Seeschiffe sind die häufigste Ursache einer Bioinvasion.
Manchmal genügt ein kleines Sport- oder Segelboot um mit dem Anker Algen zu verschleppen. Globaler Welthandel trägt ebenfalls dazu bei. Große Tanker und Frachtschiffe nutzen Ballasttanks zur Stabilisierung. Dabei werden riesige Wassermengen, inklusive Kleinstmeerestiere angesaugt und bei voller Beladung am anderen Ende der Welt wieder ausgespuckt.

Finden diese Blinden Passagiere wie Bakterien, Algen, Krebse u.s.w. Dann ähnliche Umweltbedingungen wie in ihrer Heimat, steht einer Vermehrung nichts im Wege.

Auch der Klimawandel spiel eine Rolle.

Selbst wenn Trump leugnet, dass es den globalen Klimawandel gibt, der Atlantik wird bereits wärmer. Waren Wassertemperaturen bisher meist zu kalt für tropische Arten, werden zukünftig immer mehr neue Arten unser Ökosystem umkrempeln.

Über Graja (1908 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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