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In der Höhle gefangen

cuevaRettungsaktion in den frühen Morgenstunden.
Sie ist berühmt bis berüchtigt, die Ansicht des Sonnenuntergangs aus der „cueva bonita“ an der Küste von Tijarafe auf der Westseite von La Palma. Ein einzigartiges Licht- und Farbenspiel, dass den Künstler César Manrique dazu verleitete, die Meeresgrotte als „sixtinische Kapelle der modernen Kunst“ zu bezeichnen.

Um die Grotte zu besichtigen, muss der Besucher kein Taucher sein. Sie ist so groß, dass sie mit dem Boot befahren werden kann und galt Lange Zeit bei Fischern als beliebtes Versteck vor Piraten. Heute bieten ortskundige Führer, wie zum Beispiel das Ausflugsboot „Fancy“, spezielle Bootstouren, aus dem Hafen von Tazacorte zur Höhle an. Sie kennen durch jahrelange Erfahrung auch Gefahren und Wetterbedingungen. Wer sich ohne dieses Wissen in Meereshöhlen begibt, geht ein nicht unerhebliches Risiko ein.

Dies mussten gestern in den frühen Abendstunden 2 Männer, laut Pressebericht ein Anwohner aus Garafia und ein Deutscher, bitter am eigenen Leib erfahren. Sie fuhren mit dem Boot in die cueva bonita, um sich den Sonnenuntergang anzusehen, ohne die Wetterlage zu berücksichtigen. Schlechte See und starker Wellengang verhinderten wenig später, dass die beiden Männer aus der Höhle fahren konnten.

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Bis spät in die Nacht versuchte die herbeigerufene Seerettung, mit Unterstützung der „AEA“ – Rettungsgruppe und Spezialisten der Guardia Civil Rettungstaucher, die zwei gefangenen Männer zu befreien. Vergeblich, denn die raue See liess auch für sie keine Möglichkeit, in die Grotte zu fahren. So begleiteten dann Polizeitaucher die beiden Männer durch eine lange, kalte Nacht.

Erst heute Vormittag konnten mit einsetzender Ebbe und nachlassender Welle, die beiden Männer gerettet werden. Etwas unterkühlt, aber unverletzt, wurden sie gegen 9:45 Uhr in den Hafen von Tazacorte gebracht und ärztlich versorgt. Ein Abenteuer mit gutem Ende, an dass die beiden noch lange denken werden.

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Auf La Palma finden wir eine große Zahl an Meereshöhlen und Grotten. Teils groß und geräumig, teils klein und eng, sind die meisten nur für Taucher erreichbar, weil die Eingänge Unterwasser liegen. Nur wenige haben auch einen Landzugang. In der nebenstehenden Grafik haben wir die Lage bekannter Meereshöhlen eingezeichnet. Vollständig ist diese Liste allerdings nicht, denn noch immer ist nicht jeder Bereich der Insel unter Wasser erforscht.

cave

Die größten sind neben der cueva bonita, die „La Furnia“, ebenfalls in der Gemeinde Garafia, die „cueva del infierno“ und „gruta de Nogales“ in Puntallana, oder die „cueva capilar“ in Los Cancajos. Diese bleiben aber ohne Landzugang dem Sporttaucher vorbehalten und sind, mit entsprechender Taucherfahrung, recht einfach zu betauchen. Das besondere an diesen Höhlen sind mit Atemluft luftgefüllte Kuppeln, die es dem Taucher ermöglichen, lange zu verweilen und in aller Ruhe das Licht und Schattenspiel der Unterwasserlampen an interessanten Felsformationen zu genießen.

Begleitete Tauchausflüge in die Meereshöhlen wie der Cueva infierno in Puntallana oder Kapellenhöhle in Los Cancajos können interessierte Taucher beim Dive Center „Buceo Sub La Palma“ buchen.

 

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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