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Die Bettler von La Palma

Almosen sichern den Lebensunterhalt.

Man sagt, wer auf La Palma lebt, der Wohnt nicht, er residiert.
Doch es gibt auch eine andere Seite. Vermeintliche Obdachlose, die um eine milde Gabe betteln.

Bettler sind Menschen, die ihren Lebensunterhalt aus Almosen anderer bestreiten. Ursachen sind vielfältig. Arbeitslosigkeit, Invalidität oder einfach nur die Verweigerung von Arbeit sind die Gründe. So ist das Leben als Bettler oft selbst gewählt.

Auf La Palma finden wir Bettler in Fußgängerzonen, auf öffentlichen Plätzen, vor allem aber an Eingangstüren vieler Supermärkte.

 

Lug, Trug und Belästigung für steuerfreies Einkommen.

Da sitzt zum Beispiel eine Dunkelhaarige mit langem Rock und gequältem Blick vor dem Spar – Supermarkt und bittet Passanten um eine milde Gabe. Schauen Leute nicht hin, wird sie schon mal sauer und beschimpft mal Leise, mal etwas lauter, diese ignoranten Menschen.

Zu Mittag kommt die Ablösung.
Ihr Mann nimmt ihren Platz ein. Auch sein Blick starrt ins Leere, wenn er wie eine Schallplatte einstudierte Sprüche loslässt. „Tschuldigung, hätten Sie etwas Kleingeld oder ein paar Cent?“. In den Abendstunden ist die Schichtarbeit des Familienclan komplett. Dann sitzt die Tochter vor der Tür und bittet um milde Gaben.

Mit einem Sammelbecher ist es leider hier nicht immer getan. Aktives Handaufhalten ist angesagt. Durch dezentes Ansprechen mit der Bitte um eine Gabe bis hin zu Handgreiflichkeiten wird eine freiwillige Zuwendung quasi erpresst.

Unangenehme Situation.
Wieso soll ich Geld geben, um dies zu unterstĂĽtzen?
Für viele Menschen ist dies eine unangenehme Situation. Man möchte nicht spenden, fühlt sich aber berührt und in einer unangenehm Situation. Täglich kann man Einheimische, wie Touristen beobachten, die einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, nur um nicht von einem Bettler angesprochen zu werden.

Nun ist Weihnachtszeit.

Es liegt mir fern, Ihre Spendenlust am Fest der Liebe zu bremsen. Wer geben möchte, sollte es tun.

Wer sich allerdings nicht wohl dabei fĂĽhlt, vielleicht weil die Bettelei zu aggressiv war, sollte einmal darĂĽber nachdenken, ob eine kleine Gabe bei einem Tierschutzverein mehr Sinn macht.

Generell ist Betteln nicht verboten.

Lediglich das Vorspiegeln falscher Tatsachen, wie zum Beispiel ein Zettel mit „ich bin stumm und gehörlos“, oder das Betteln mit Hund ist strafbar. Was wo geht, bestimmen in Spanien die jeweiligen Ordnungsämter der Gemeinde.

So ist in Cartagena auf dem spanischen Festland das Betteln ausdrücklich Verboten. Auf Teneriffa ist Betteln mit Kindern oder Behinderten verboten und in La Laguna das Urinieren, Betteln und Sex in der Öffentlichkeit untersagt. In Sevilla werden Obdachlose, die im Müll wühlen, mit einer Geldstrafe belegt. Der Stadtrat von Alicante hat mit einer Verordnung von 2011 Betteln mit Prostitution gleichgestellt und verhängt Strafen zwischen 750 und 3.000 Euro.

Auch gibt es im spanischen Sprachgebrauch gleich mehrere Worte, die den Bettler beschreiben. Man nennt sie „mendig“ (Bettler), „mangante“ (Gauner), „bordonero“ (Landstreicher). Darunter finden sich Spanier, obdachlose Deutsche und Franzosen. Den größten Teil der mendig sollen, aber Rumänen stellen. Ihre Zahl wird auf etwa 50.000 geschätzt. Experten sagen, dass 90% der rumänischen Bettler in Spanien von einer Mafia gesteuert und erpresst werden. Sie breiten sich auch auf den Kanaren aus.

Über Graja (1980 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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