News Ticker

Die Titanic und unsere Drachenbäume

Drachenblut auf der Titanic

Drachenblut als Schmuggelware.

Als die Titanic am 14. April 1912 auf der Jungfernfahrt etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland im Nordatlantik sank, war sie das größte Schiff der Welt. Menschen verloren ihr Leben, Fracht ging verloren.

Heute, mehr als hundert Jahre später ranken sich viele Geschichten um den Untergang. Bücher wurden geschrieben, Filme gedreht und Gerichte streiten noch immer um Rechte an dem Wrack. Bis heute war die Titanic die größte Tragödie auf See.

Die Ladung der Titanic.

Viele Menschen benötigen eine erhebliche Menge an Nahrungsmitteln. 72,5 Tonnen Fleisch und Fisch, 40 Tonnen Kartoffeln und 200 Barrel Mehl wurden mitgeführt. Hinzu kamen Trinkvorräte von 400 kg Tee, 1.100 kg Kaffee und 37.000 Getränkeflaschen. Aber auch Post und Fracht für Nordamerika wurde verladen.

Frachtpapiere und Rechnungsbelege zeigen, dass neben offizieller Fracht, wie zum Beispiel Maschinenteile, Seidenwaren oder Spirituosen, auf der Jungfernfahrt auch illegale Dinge wie Opium aus dem vereinigten Königreich nach New York geschmuggelt werden sollten.

Darunter auch der Kanarische Drachenbaum.
Der Drago hatte damals einen sehr hohen wert und wurde von der Firma „Brown Bros. & Co.“ In Kisten verpackt und als Kosmetikartikel deklariert.

Drago drago

Drachenblut für Nordamerika.

Der Kanarische Drachenbaum ist ein Gewächs mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Verletzt man ihn, fließt Blut.

Dieses Drachenblut, ein rotes Harz, war zu dieser Zeit weltweit ein wertvolles Handelsgut mit vielfältigem Nutzen. Die mythologischen Eigenschaften von Drachenblut waren international bekannt.

So wurde jemanden mit viel Geld verleitet, sein Name ist nicht bekannt, die Firma „Brown Bros.“ zu beauftragen, 76 Kartons für die Vermarktung nach Amerika zu schicken.

In der Morgendämmerung am 15. April 1912 landete das „Blut des Drachen“ auf dem Boden des Nordatlantiks.

 

Blut aus dem Drachenbaum

Drachenbaum und Drachenblut.

Man erzählt sich, dass der Drachenbaum bei einem Kampf entstand.
Antike Dichter erzählen von einer Schlacht zwischen einem Elefanten und einem Drachen. Im Laufe des Kampfes vermischte sich das Blut der beiden Tiere und tropfte zu Boden. Aus diesen Bluttropfen keimten die ersten Drachenbäume.

In andere Erzählungen geht es um goldene Äpfel in den Gärten der Hesperiden. Auch hier entsteht der Drachenbaum aus Blut.

Köpfe am Drachenbaum wachsen doppelt nach

Wie dem auch sei. Der Draco ist ein besonderer Baum.
Schlägt man ihm einen Kopf ab, wachsen an gleicher Stelle zwei wieder nach. Ähnlich einem Drachen, dem nach dem Abschlagen eines Kopfes mehrere Köpfe nachwachsen.

Das dabei austretende, karminrote Harz (Drachenblut) nutzten die Ureinwohner der Kanaren zur Heilung von Knochenbrüchen und Mumifizierung ihrer Toten.

Auch die spanischen Eroberer erkannten die heilsame Wirkung des harzigen Stoffs. Im Mittelalter war Drachengold so wertvoll wie Gold. Man behandelte damit Skorbut, Durchfallerkrankungen oder setzte es als Antiseptikum zur Wundbehandlung ein.

 

Drachenbaum in der Heilkunde

Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen.

Drachenblut ist in Wasser, Petroleum oder Ether nicht lösbar. Um den Inhaltsstoff Dracoresin zu gewinnen, löst man das Harz in Alkohol, Essig oder Glycerin. Die medizinische Wirkung kannten bereits alte Griechen, Römer und Araber. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Wirkung von Drachenblut bei medizinischen Zwecken bestätigt.

Mit wissenschaftlich nachgewiesenen Fähigkeiten zur Verringerung von Entzündungen und zum Abtöten von Viren ist Drachenblut ein weniger bekanntes natürliches Heilmittel, das jahrhundertelang eingesetzt wird. Es kann Blutungen stoppen, beschleunigt die Wundheilung und hilft den Atemwegen.

Mischt man Drachenblut mit Weihrauch zur Räucherung, soll es auch Dämonen und böse Geister vertreiben. Nun ja, dieser Teil ist wohl weniger belegt.

 

Drachenbäume auf La Palma

Der Drachenbaum hat überlebt.

Der endemische Drachenbaum „Dracaena draco“ wächst auf den Kanaren, Kapverden, Madeira und in seinem Ursprungsland Nordafrika. Lange Jahre wurde er ausgebeutet, immer wieder verletzt, um das begehrte Harz zu gewinnen. Heute steht er auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Der älteste Drachenbaum im Archipel steht in Icod de los Vinos auf Teneriffa. Das als 1000-jährige Pflanze bezeichnete Gewächs hat nach wissenschaftlicher Meinung allerdings ein maximales Alter von ca. 400 Jahren.

Auf La Palma finden Sie den Draco noch, meist gut versteckt in unwegsamen Gelände von Barlovento, Puntagorda und Garafia. Auch auf der Ostseite gibt es noch mehrere Standorte wie zum Beispiel in Brena Baja.

Diesen Artikel Teilen

Über Graja (1917 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

1 Kommentar zu Die Titanic und unsere Drachenbäume

  1. nukelpinne // 15/04/2019 um 20:39 // Antworten

    Wow, Drachenbäume sind echt ein Wunder der Natur und schön anzuschauen. Das Drachenbaum-Harz auf der Titanic transportiert wurde, war mir neu.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


© Protection! Bitte kontaktieren Sie uns wenn Sie Auszüge nutzen möchten.