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Eine Woche in Isolation

Eine Woche Einzelhaft und Freiheitsentzug belasten die Psyche der Bevölkerung. Was die Ausgangssperre bisher brachte.

Eingeschlossen

Die erste Woche Hausarrest ist um.
Acht Tage Ausgangssperre (22.03.2020)

Einzelhaft hat seltsame Folgen.

Laut Wikipedia ist Einzelhaft jede Form von Freiheitsentzug, bei der gefangene Menschen getrennt werden, gleich von welcher staatlichen Stelle diese Maßnahme ergriffen wird. In der Realität befinden sich also alle Singles unter Hausarrest in Einzelhaft.

In Gefängnissen wird solch eine Isolation bei Gefahr von Gewalttätigkeiten und bei Selbstmordgefahr angeordnet. Amnesty International betrachtet dies als Folter, weil Alleinsein ohne soziale Interaktion eine Extremsituation darstellt, die massive psychische Auswirkungen auf Menschen hat. Ähnliche Probleme sind auch bei Familien sichtbar, die ohne Freiraum eingesperrt werden.

In Isolation drehen Menschen durch.

Wo mehrere Leute zusammen wohnen nimmt man bisher die Ausgangssperre gelassen. Man hat ja soziale Kontakte. Auch wenn kleinere Streitigkeiten in Familien, die keine Gewöhnung an ständige Nähe haben vorkommen, bleibt man auch nach einer Woche noch gelassen und vertreibt sich die Zeit mit Blödsinn.

Wo ich mein Sofa noch liebe, mir gut die Zeit im Internet vertreiben kann, ist es in der jetzigen Situation besonders für junge Leute schlimm, die eigenen 4 Wände nicht verlassen zu dürfen. Da kommt man dann schnell, vielleicht auch nach dem 4. Bier, auf dumme Gedanken.

Wird man durch eine solche Aktion gleich zum Verbrecher der die öffentliche Gesundheit gefährdet?
Das Ausnahmerecht in Spanien sagt ja. Geldstrafen bis 600.000 Euro und Gefängnis stehen auf Aktionen, die vermutlich nur aus einem kurzen Blackout bestehen. Strafen im spanischen System sind keine Sanktionen, sie zerstören Existenzen.

Durchhalteparolen der Regierung.

Ist es schon eine Woche, oder erst eine Woche?
Niemand kann uns sagen, wie lange die Ausgangssperre noch bestehen bleibt. Es ist notwendig sagt man uns. Es könnte verlängert werden sagt man uns. Wir müssen da durch, sagt man uns ebenfalls.

Entschieden werden diese Dinge von Menschen, die sich frei bewegen können, ein sicheres Beamtengehalt beziehen und nicht die geringste Ahnung davon haben, welche Existenzängste die Bevölkerung hat. Würde ich darauf weiter eingehen, besteht die Gefahr mich in Rage zu schreiben. Deshalb hier die aktuellen Zahlen von heute Vormittag. Diese lassen nichts Gutes hoffen, weil die Pandemie weiter sprunghaft ansteigt.

Weltweit 307.207

Spanien 28.572

Kanaren 414

La Palma 14

Die Dunkelziffer dürfte weitaus größer sein. Niemand kann sagen, wie viele sich noch unerkannt infiziert haben. Echte Zahlen bekommen wir erst, wenn es flächendeckende Tests für die gesamte Bevölkerung gibt.

Toll dabei!
Noch vor wenigen Wochen wurden in Deutschland Sanitäter und Rettungsdienste angepöbelt, bespuckt, gar körperlich angegriffen. Heute klatscht die Bevölkerung Applaus vom Balkon, – verrückte Welt.

Morgen starten wir in die zweite Woche der Ausgangssperre. Ob wir die Aufwärtsspirale der positiven Fälle dann stoppen können?

 

Das war der 7. Tag auf der Isla bonita.

Schöne, einsame Insel

6 Tage Ausgangssperre.

Den falschen Gaul gesattelt.

Tag 5 in Hausarrest.

Weißt Du noch damals – Corona?

4 Tage Hausgefängnis.

Humor gegen Seelenfinsternis

Tag 3 im Ausnahmezustand.

La Palma unter Hausarrest

Wie alles begann.

Insel im Ausnahmezustand

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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