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Elektrisierende Pläne

Gekleckert wird hier nicht.

Große Baupläne beweisen den wirtschaftlichen Aufschwung, – oder fließende Subventionen, von Nix kommt nämlich nix. Bauwut ist auf den Kanaren jedenfalls keine Illusion. Hier wird nicht nur geplant, sondern auch gebaut. Ja, alles dauert etwas länger. Manchmal vergehen Jahre, aber unser Stadtstrand wurde vor BER fertig und wer weiß, vielleicht schafft es ja der neue Windpark ebenfalls vor der ersten Landung in Berlin.

Windpark im Atlantik

Adrián Mendoza, Minister für Wirtschaft und der stellvertretende Minister für Industrie, Energie und Handel möchten Weltmarktführer in der Entwicklung von Offshore-Windenergie werden. Das optimistische Ziel, schon in den nächsten sieben Jahren sollen Offshore – Windräder im Atlantik stehen, die 300 MW Leistung bringen.

Die große Herausforderungen dabei, so sagen sie, sind Finanzierung und einhalten von Fristen. Aha, da sind wir wieder bei unseren allgegenwärtigen Problemen. Wie lange dauern Entscheidungen und woher kommen die Subventionen.

Richten soll es das Konsortium PLOCAN.

PLOCAN (Plataforma Oceanica de Canarias) ist ein wissenschaftliches und technisches Konsortium, teilweise finanziert aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) und gehört zu 50% der spanischen Regierung und zu 50 % dem Gobierno de Canarias. Das Hauptziel der Plataforma Oceanica ist es die technologische Entwicklung voran zu treiben, um beim internationalen Wettbewerb für Wind- und Wellenenergie die Nase im Wind zu haben. Bisher sind Großbritannien, Deutschland und Dänemark in der Nutzung von Offshore Windenergie führend.

Windkraft auf See

Offshore-Windparks werden nicht auf hoher See, sondern auf dem Festlandsockel in geringer Wassertiefe von etwa 30 Meter gebaut. Sie müssten also recht nahe bei den Inseln stehen. Details zur Energiestrategie bis 2025 sollen im Laufe der kommenden Woche präsentiert werden.

Zu einem sauberen Energiemodell gehört ein gesunder Energie-Mix. Windkraftanlagen gelten als Ikonen der Energiewende, weil sie ohne Ausstoß von Kohlendioxid Strom erzeugen.

Windparks auf dem Atlantik könnten also ein tolle Idee für die Kanaren sein.

Die Natur bleibt auf der Strecke.

Leider hat auch saubere Energiegewinnung Nachteile.
Von den teils über 150 Meter in die Höhe ragenden Rotoren werden immer wieder Vögel erfasst und getötet.

Besonders gefährdet ist die Unterwasserwelt der Kanaren.

Schon beim Bau der Anlagen müssen hunderte, riesige Fundamentpfähle in den Meeresgrund gerammt werden. Über Monate anhaltende Schallimpulse, so laut wie Düsenjets, sind für Lebewesen nahe der Baustelle tödlich. Selbst in 20 km Entfernung für Meeressäuger noch extrem unangenehm und gesundheitsschädlich. Erfahrungen haben gezeigt, dass Wale, Delfine und ganze Fischschwärme das Gebiet fluchtartig und vor allem Dauerhaft verlassen könnten.

Zusätzlich kann, so hat der englische Forscher Martin Perrow von der Firma Ecological Consultanc herausgefunden, der Unterwasserlärm die akustische Kommunikation der Tiere überlagern. Orientierung und Beutefindung werden erschwert.

Im Dauerbetrieb muss produzierter Strom vom Meeresgrund an Land transportiert werden. Dabei werden elektromagnetische Felder erzeugt, die Muscheln, Krebse, aber auch Haie und Rochen negativ beeinflussen.

Dominium terrae

Herrschaft über die Erde für Strom aus dem Atlantik.
„Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“

(Genesis 1,28 der Auftrag Gottes an den Menschen im alten Testament.)

Über Graja (2009 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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