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Es riecht nach einem Skandal

Namenlos entsorgt, getötet mit Beihilfe unserer Inselregierung, Ortsverwaltung und Polizei. Keine dieser Institutionen nimmt ihre Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung und ihrer Tiere wahr. Es geht wieder einmal um Hunde.

Die Geschichte beginnt mit einem der zahlreichen Streuner unserer Insel. In diesem Fall ein 8 bis 12 Monate alter Hund, der seit einigen Tagen in der Gegend von „Tenagua“ in der Gemeinde „Puntallana“ sein Herrchen suchte. Häufig auf der vielbefahrenen LP 1 in Richtung Norden, manchmal im Dorf oder an der örtlichen Tankstelle. Befragte Anwohner kannten, oder wollten die Besitzer nicht kennen. Da es noch immer keine Chippflicht, die auch kontrolliert wird, auf der Insel gibt, ist es fast unmöglich entlaufene Tiere einem Eigentümer zuzuordnen. Soweit ein bekannter, schlimmer, aber alltäglicher Zustand auf der Isla (weniger) bonita.

hund

Nun kommt der eigentliche Skanal, der, wenn man den Aussagen der Anwohner glauben schenken darf, wohl auch einen Straftatbestand erfüllt. Ein Beamter der „Policia Local“ aus der Gemeinde „Puntallana“ soll den streunenden Junghund mit nach Hause genommen haben, um festzustellen, ob das Tier gechipt ist. Dies war, so der Anwohner weiter, nicht der Fall. Daraufhin brachte der Polizeibeamte das Tier zurück und setzte es erneut aus. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde das Herrchen- und namenslose Tier dann überfahren und verendete, wie ein Beamter der „Guardia Civil“ bestätigte, auf dem Asphalt der LP1.

Sollte sich die Geschichte tatsächlich so ereignet haben, hätte der Polizeibeamte aus „Puntallana“ (zusammen mit dem verantwortlichen, unbekannten Hundehalter) nicht nur das Leben des Tieres zu verantworten, er hätte duch sein Handeln auch Autounfälle bewusst in Kauf genommen und das Leben von Motorradfahrern auf der LP1 aufs Spiel gesetzt. Ich Dussel war immer der Meinung, die Polizei sorgt für unsere Sicherheit.

Wer nun glaubt, dass dies ein einzigartiger Vorfall ist, oder Ermittlungen eingeleitet werden, kennt unsere Insel nicht. Zum einen gibt es da die Krähen, die keiner anderen die Augen … zum anderen sind da unsere Politiker mit ganz anderen Problemen. Ein Tierheim gibt es noch immer nicht. Pläne dazu werden in „Ayuntamientos“ und „Cabildo“ diskutiert, umgesetzt sind bisher nur Versprechungen. Auch die Kontrolle der Hundehalter fehlt. Nur so könnte eine Chip-Verpflichtung, die es ermöglicht, Hunde einem Halter zuzuordnen, umgesetzt werden. Leidtragende sind verwahrloste Tiere ohne Stimme und Lobby.

 

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

1 Kommentar zu Es riecht nach einem Skandal

  1. Die Gleichgültigkeit macht mich zugleich traurig und sauer…. Der „Besitzer“, der den Hund einfach auf die Strasse setzt, die Behörden, die einfach nicht einsehen wollen, dass es dringend nötig ist, ein Tierheim einzurichten, keine Tötungsstation. Die Leute, die ein Tier auflesen, wissen einfach nicht wohin damit, theoretisch könnte ich fast täglich Hunde einsammeln.

    Irgendwo muss ein Anfang gemacht werden. Meiner Meinung nach ein Tierheim, Chip-Pflicht, die auch kontrolliert werden muss und Kastrationsaktionen. das Problem muss auf jeden Fall angeangen werden, denn so geht es nicht weiter.

    Neben dem Leid der Tiere, werden viele, viele Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht, egal ob Rad- Motorrad- oder Autofahrer. Da bekommt man ein horendes Ticket, wenn man 20 km zu schnell fährt, aber die Leute, die ihre Tiere einfach vor die Tür setzen und damit auch die Allgemeinheit in Gefahr bringen, denen droht nichts.

    Gestern morgen, auf dem Weg zur Arbeit: zuerst der Hund der Nachbarn vor der Tür, danach, nach ca. 2 km ein kleiner Terrier mitten auf der Fahrbahn, nächste Kurve zwei Garafianos (palmerischer Schäferhund), nach weiteren 2 km ein Bodenco am Randstreifen, nächste Kurve, ein Hund der Rasse Presa canaria, angekommen in Los Cancajos drei weitere Hunde auf den Strassen umherstreifend. Ein ganz normaler Tag, normal finde ich das aber nicht. Da ziehen sich ganz schön viele Leute aus der Verantwortung….
    Dem armen Kerl von der Tankstelle hilft all das aber leider nicht mehr, leider kann man auch nicht jeden Hund mit nach Hause nehmen.

    Wie gesagt, das macht mich traurig und richtig sauer….

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