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Eukalypten auf La Palma

Eukalyptusbäume

Denkt man an Eukalyptus Bäume, schweifen Gedanken unweigerlich zu Australien und Koalabären. Doch dieses umstrittenen Myrtengewächs hat längst auch den Weg nach La Palma gefunden.

Auffällig ist der immergrüne Baum auf La Palma, weil er jährlich nicht seine Blätter, sondern seine Rinde abwirft und dann halbnackt in der Gegend steht.

Imposante Gewächse.

Eukalyptus ist mit 600 Arten eine artenreiche Gattung der Blaugummibäume mit Heimat in Australien und Indonesien. Von Dort hat er sich, mit helfender Menschenhand weltweit in alle Gebiete verbreitet, die mit mediterranen Klimazonen und reichlich Wasser glänzen.

Die schnell wachsenden Bäume gelten als Laubbaum mit der größten Wuchshöhe, was den Eukalyptus lange zum Brennholz-Lieferanten machte. Das größte Exemplar wurde mit einer Höhe von 97 m und einem Stammumfang von 20 Metern auf Tasmanien gefunden. (Quelle Wikipedia)

 

palmerische Eukalyoten

Wie kam der Eukalyptusbaum nach La Palma?

Die Geschichte des Eukalyptus auf La Palma beginnt mit dem Straßenbau.
Bis Ende 1890 holperten die alten Guaguas stundenlang über Schotterpisten von A nach B. Dann startete die Regierung ein Programm zum Straßenbau. Den heutigen Asphalt kannte man damals noch nicht.

Die Lösung war „Piche“. Dieses auch Pitch oder pix genannte Teer-Pech war flüssig und damit schnell und einfach zu verarbeiten.

Allerdings hatte das teerartige Pech eine Schwäche.
Steigen Lufttemperatur und Oberflächentemperatur des Straßenbelag über 40 Grad, wird das Material flüssig und verformt sich. Risse und Bodenwellen sind die unangenehme Folge.

Und so war die Kanarische Sonne der größte Feind im Straßenbau.

 

Bäume am Straßenrand

Eukalyptus – Allee als Lösung.

Um den neuen Straßen lebenswichtigen Schatten zu spenden, pflanzte man Bäume am Straßenrand. Schnell- und hochwachsende Bäume mussten es sein. Dazu importierte man Eukalyptusbäume vom spanischen Festland nach La Palma.

Heute nutzen wir statt Teer zwar Asphalt, aber an einigen Stellen, wie zum Beispiel von Mazo in Richtung Süden, oder Puntallana in Richtung Norden, stehen die alten Eukalyptus Alleen noch immer.

Oft nicht ohne Folgen, weil der Eukalyptus seine Wurzeln tief unter Straßendecken schiebt und damit Buckel und Aufbrüche im Asphalt verursacht.

 

Immergrüne Baumkrone

Eukalyptus Bäume weit verbreitet.

Auf der ganzen Insel sind heute vier Arten Eukalyptusbäume zu finden.
Eucalyptus camaldulensis. Der rote und schwarze Eukalyptus Baum wird bis zu 50 Meter hoch, hat eine glatte Caediza Rinde und 6 bis 12 cm lange Blätter.

Eucalyptus cornuta. Der bis zu 23 m große Baum hat im Gegensatz zu andern Eukalyptus Arten eine dunkle bis schwarze Rinde, die nicht abfällt. Seine hellgrünen Blätter erreichen 12 cm Länge.

Eukalyptus globulus. Der blaue und weiße Eukalyptus erreicht durchschnittlich 40 m Höhe und wird im spanischen Atlas für invasive, gebietsfremde Pflanzen geführt. Seine glatte Borkenrinde fällt jährlich in breiten Streifen vom Stamm.

Eucalyptus rudis. Der mittelgroße Baum wird 5 bis 20 Meter hoch, hat eine hellgraue bis grüne Rinde und 9 bis 18 cm lange, ovale Blätter. (Quelle Arbolapp Canarias)

 

Bunte Baumstämme unter der Rinde

Eukalyptus geliebt und gehasst.

Auf den Kanaren sieht man die Verbreitung der Eukalyptusbäume mit gemischten Gefühlen. Sie nutzen den Bewohnern, bergen jedoch Gefahren.

Eukalyptus als Nutzpflanze.

Man hat die Bäume, weil sie schnell wachsen gerne angepflanzt. Gerade in ländlichen Gebieten lieferten Sie wichtige Ressourcen als Brennholz und zur Herstellung von Holzkohle. Auch zur Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten und lange Stangen zum Halten von Bananenstauden eigneten sich die hohen Stämme der Bäume bestens.

Man pflanzte die Bäume nicht nur, um um die Luft zu reinigen und Mücken abzuwehren. Auch die Eigenschaften ätherischer Öle, hauptsächlich Cineol und Eukalyptol, fanden in der Volksmedizin vielerlei Verwendung.

Getrocknete weiße Eukalyptus Blätter wurden verbrannt, um Häuser mit Rauch zu desinfizieren.

Bei Erkältungen und Erkrankungen der Atemwege wurden traditionell Gurgeln und Dampfatmen von Eukalyptus empfohlen.

Kanarische Bauern nutzten Eukalyptus auch um Läuse und Hämorrhoiden zu bekämpfen oder Kopfschmerzen zu lindern.

Einige dieser alten Hausmittel werden heute auch in der modernen Medizin bei Atemwegserkrankungen empfohlen und Eukalyptusöl findet Anwendung in der Bienenpflege als Wirkstoff gegen Milben Befall.

Blätterwald

Der böse Eukalyptusbaum.

In ihrer Heimat dienen Eukalypten den Koalas als Futterpflanze. Diese putzigen Bärchen gibt es auf den Kanaren nicht und für andere Tierarten ist Eukalyptus nicht nur nutzlos, sondern giftig. Darüber hinaus, hat der Eukalyptusbaum verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem.

Große Mengen Wasser sind für den Eukalyptus Baum überlebenswichtig. Daher bohrt der aggressive Wassersauger seine Wurzeln tief ins Erdreich und trocknet den Boden aus. Dadurch verdrängt er andere Pflanzenarten und raubt heimischen Tieren den Lebensraum. Dabei verringert sich auch der Nährstoffgehalt in den Böden und die Bodenerosion steigt.

Eukalyptus verstärkt die Waldbrand Gefahr.
Durch seine öligen, hoch brennbaren Substanzen, die der Baum auch in den Boden einlagert, sind Waldbrände wahrscheinlicher und intensiver. Vom Baum ist das so gewollt, den seine Wurzeln und Samen können Feuer überleben. Sie treiben aus, bevor sich andere Pflanzen erholen.

 

Abfallende Baumrinde

Eukalyptusbäume gehören zum Straßenbild.

Ob als ehemaliger Schattenspender für palmerische Straßen, oder fremder Siedler in unseren Ortschaften und Wäldern, heute gehört Eukalyptus zu La Palma. Auch auf anderen kanarischen Inseln ist er heimisch.

Freuen wir uns über die seltsamen Bäume mit herabhängender Rinde und den leichten Duft von Eukalyptus in der Luft. Als Schattenspender hilft er auch den Menschen.

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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