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Friedhof unter Wasser

Die Kreuze von Malpique

Alles begann mit einem portugiesischen Missionar aus dem Orden der Jesuiten. Der um 1527 in Porto geborene Portugiese Inácio de Azevedo, sein Bruder war Vizekönig in Indien, trat 1548 dem Jesuitenorden bei.

Schon bald nach seiner Priesterweihe, wurde er als Visitator nach Brasilien gesandt, um dort ein Orden-Kolleg in Rio de Janeiro zu gründen.

Als er 1569 nach Europa zurückkehrte, ernannte man ihn zum Provinzial von Brasilien, mit der Aufgabe weitere Missionare anzuwerben. Dies machte er auch und konnte etwa 70 Novizen davon überzeugen, mit ihm nach Brasilien zu segeln.

 

Gefährliche Seereise

Im Juni 1570 brach Inacio mit eine Flotte von mehreren Schiffen auf zur Atlantiküberquerung nach Brasilien und erreichte, trotz widriger Wetterbedingungen, schon nach einer Woche Madeira. Bei diesem kurzen Zwischenstopp erfuhr man, das französische Hugenotten die Gegend unsicher machen.

Der gefürchtete Freibeuter „Jacques de Sores“ soll Schiffe zwischen Madeira und den Kanaren bedrohen. Aus diesem Grund blieb die Flottille im Hafen, einige der Novizen gingen sogar ganz von Bord.

Nicht so Inacio de Azevedo.
Er konnte den Kapitän seines Schiffes „Santiago“ und 40 Jesuiten überreden, trotz der Gefahr zu den Kanaren zu segeln.

Ziel sollte die Insel La Palma sein. Man wollte dort, vor der Weiterfahrt nach Brasilien, Handel betreiben und Vorräte aufnehmen.

Das Ziel auf der Westseite erreichte die „Santiago“ dann auch ohne Zwischenfälle. Die Jesuiten konnten das Schiff beladen und in der Kirche Las Angustias von Tazacorte eine Messe lesen. Anschließend wollte man nach Santa Cruz de La Palma weitersegeln um auch dort Waren zu entladen.

 

Eine verhängnisvolle Reise zur Ostküste

Die Santiago nahm Kurs in Richtung Ostküste, dann kamen französischen Hugenotten in Sicht.

Gleich fünf Piratenschiffe verfolgten die Santiago bis zur Südspitze von La Palma. Bei Fuencaliente wurden Inacio und seine Mannen dann von den Freibeutern eingeholt und überwältigt.

Inácio de Azevedo und einige seiner Jesuiten wurden noch an Bord ihres Schiffes grausam nieder gemetzelt. Die restlichen Männer über Bord geworfen, wo sie elendig ertranken.

Nur ein Jesuit, sein Name war „Joao Sanches“ überlebte, weil die Piraten einen Koch benötigten. Er konnte später nach Portugal flüchten und die schreckliche Geschichte erzählen.

 

Fuencaliente als Gedenkstätte.

Im Mai 1854 sprach Papst Pius IX. Inácio de Azevedo und seine treuen Novizen als Märtyrer selig. Offizieller Gedenktag für die „Vierzig Märtyrer von Brasilien innerhalb des Jesuitenorden ist der 15. Juli.

(hier nennt man die Märtyrer Jesuiten von Tazacorte) Für Tazacorte war dies die Begründung eine Gedenkstätte an der Unglücksstelle zu errichten.

So versenkte man dann 1971, 40 Steinkreuze an der Südspitze von La Palma. – Eines, für jeden Märtyrer.

 

Tauchen auf heiligem Grund

Heute ist die Gedenkstätte bei Fuencaliente, mit den 40 Kreuzen in 16 Meter Wassertiefe, eines der besten, und beliebtesten Tauchreviere unserer Insel.

Wer den spektakulären Tauchplatz „Malpique“ sehen möchte, sollte sich an eines der Ortsansässigen Dive Center wenden.

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Über Graja (1979 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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