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Gefährliche Algen-Plage

Gefahr durch Algen an der Küste.

Es begann Anfang August im Küstengewässer von Fuencaliente. Kurze Zeit später waren Strände von Los Cancajos und Santa Cruz de La Palma betroffen. Was auf den ersten Blick aussah als hätte ein Schiff seine Fäkalien Tanks illegal entlehrt, war ein Teppich von Mikroalgen, der sich jedoch meist schnell wieder verzogen. Sporadisch wurden Badeverbote ausgesprochen. Gegen Mitte letzter Woche traten diese Beeinträchtigungen auch auf der Westseite am Strand von Tazacorte auf. Aktuell betroffen ist der Strand von Puerto Naos.

Die Abteilungen für Gesundheit und Regionalpolitik warnte vor Gefahren für die Gesundheit, man sollte Baden unterlassen.

 

Gefährliche Ignoranz.

Es ist schwer vorstellbar, dass Menschen Lust verspüren, in dieser braunen Brühe zu schwimmen. Wer es dennoch tut, gefährdet seine Gesundheit in erheblichem Maße. Den der Teppich aus Mikroalgen hat eine hohe Toxizität. So jedenfalls hat die spanische Algenbank bei neusten Untersuchungen festgestellt.

Bei Menschen kann es durch den Kontakt mit diesen Cyanobakterien nicht nur zu Hautreizungen mit starkem Juckreiz kommen, auch Atemprobleme bis hin zu Asthma sind wahrscheinlich. In seltenen Fällen, können Mikroalgen auch die Entwicklung von primären Lebertumoren fördern.

 

Selbst Marines Leben ist betroffen.
Wasserlebewesen wir Fische oder Muscheln können freigesetzte Trichodesmium Toxine aufnehmen, je nach Konzentration sterben, oder die Gifte in der Nahrungskette weiter verbreiten. Nach Erkenntnissen spanischer Wissenschaftler des Ozeanografischen Instituts IEO hat man auf Lanzarote und Fuerteventura bereits Fischarten mit großer Konzentration von Mikroalgen gefunden, die bei Verzehr zu einer Fischvergiftung führen können.

 

Woher kommen Mikroalgen

Steigt die Wassertemperatur über 20 Grad, kann sich ein Trichodesmium entwickeln, ab einer Oberflächentemperatur von 27 Grad blühen die Algen. Algenteppiche wurden daher schon im Roten Meer, der Karibik, dem Indischen Ozean, dem Nord- und Südatlantik, dem Nordpazifik und vor der Küste Australiens beschrieben und sind wohl auch wichtig für das ozeanische Ökosystem.

Daher warnt zwar die Abteilungen für Gesundheit und Regionalpolitik vor Mikroalgen, hält das Auftreten der Algen aber für ein natürliches Phänomen, an das man sich gewöhnen sollte.

 

Kritiker sehen es nicht so gelassen.
Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren das Auftreten dieser Algen stark vermehrt. Denn neben globaler Erwärmung, sorgt vor allem Phosphatbelastung durch Dünger Verschmutzung und Abfallentsorgung im Meer für blühende Algen.

Hier werden unsere Hinterlassenschaften im Atlantik versenkt.

 

Wenn man also das Gejammer über Algen plage verbreiten, sollte man sich Kanarische Küsten etwas genauer ansehen. Hier wird im Meer entsorgt, was der Atlantik schlucken kann. In vielen Fällen ungeklärt und ohne behördliche Genehmigung.

 

Alleine auf La Palma wird an 20 Stellen Abfallentsorgung im Atlantik betrieben.

Viele Einleitungen sind, laut Grafcan weder überwacht, noch genehmigt.

Selbst Orte, die von Tourismus leben, machen da keine Ausnahme.

In Puerto Naos ist die Genehmigung seit Jahren abgelaufen.

Tazacorte lässt gleich an 3 Stellen Abwasser ohne Lizenz ins Meer.

Und auch die Hauptstadt, Brena Baja oder San Andrés y Sauces und Barlovento verbringen Abfälle, zum Teil mit Genehmigung, manchmal ohne diese, ins Meer.

 

So gesehen haben unsere Lokalpolitiker Recht, wenn sie sagen, wir sollten uns an Algenteppiche gewöhnen. Auf kurze Sicht wird sich wohl nichts ändern.

Über Graja (1912 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

1 Kommentar zu Gefährliche Algen-Plage

  1. Aktuell bei Europapress:
    An 246 Stellen wird auf den Kanaren illegal Abwasser im Atlantik entsorgt. Das ist bekannt, keiner tut etwas dagegen.

    http://www.europapress.es/islas-canarias/noticia-canarias-cuenta-246-vertidos-no-autorizados-mar-20170913111156.html

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