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Gefahr für die Insel

Nach Repsol kommt ENI.

Ölbohrungen vor den Kanaren sind wieder im Gespräch, weil Marokko der ENI-Gesellschaft die Genehmigung erteilt, neue Prospektionen im Einzugsgebiet von Tarfaya zu starten.

Seit 2013 spaltet schwarzes Gold die Gemüter.
Damals wollte Repsol im Atlantik vor dem Archipel nach Erdöl bohren. Im Mai 2014 gab das Umweltministerium der spanichen Regierung grünes Licht für 9 Plattformen mit blumigen Namen wie „platano“, „naranja“, „cebolla“ oder „zanahoria“ (Banane, Orange, Zwiebel, Karotte). Nur etwa 60 km von Lanzarote und Fuerteventura sollten die Bohrlöcher stehen.

Im Juni 2014 gingen 250.000 Menschen auf den Inseln Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Palma und Lanzarote auf die Straße um dieses Vorhaben zu stoppen. Selbst die kleinen Inseln El Hiero und La Gomera brachten es noch auf 1.300 Demonstranten.

Die Bevölkerung war sich einig.
Keine Erdölförderung vor unseren Inseln.
Was folgte waren weitere Demonstrationen, Chance.org aufrufe bis hin zur kleinen Seeschlacht zwischen Greenpeace Aktivisten und Marine vor den Bohrstellen. Es gab verletzte, das Greenpeace Schiff „Arctic Sunrise“ wurde vorübergehend von Behörden an die Kette gelegt.

Ohne Ergebnis, Probebohrungen wurden durchgeführt.
Erst im Januar 2015 drückte Repsol die Pausentaste, man musste feststellen, das eine Erdölförderung nicht gewinnbringend wäre, weil Ressourcen zu gering, die Ölqualität dort zu schlecht sei. Noch bis April 2016 war die kanarische Bevölkerung verunsichert … dann war die Repsol-Lizenz für Probebohrungen im Atlantik abgelaufen.

 

Gefährdet Marokko die Kanaren?

Nun besteht wieder ein hohes Risiko für unsere Ökosysteme, weil Marokko den Auftrag zu Ölbohrungen zwischen den Kanaren und Afrika an Eni S.p.A. vergeben hat.

Auch diese Ölbohrungen sollen gerade einmal 100 Kilometer vor der Küste von Fuerteventura und Lanzarote liegen.

Mit dem italienischen Energiekonzern ENI hat sich Marokko einen echten Mineralölgiganten an Land gezogen. Das größte Unternehmen mit Sitz in Rom fördert bereits Erdöl und Erdgas in Italien, Alaska, der Nordsee, dem Golf von Mexiko, Australien, Indien, dem Kaspisches Meer und im Nahen Osten. Nach dem nördlichen und westlichen Afrika, soll nun die Küste von Marokko folgen.

Der Plan:
Die marokkanischen Explorationsgenehmigungen im Tarfaya-Becken sehen vor, dass auf einer Fläche von 23.900 Quadratkilometern in einer Wassertiefe von bis zu 1.000 Metern gearbeitet werden kann.

Dies dürfen wir Marokko nicht erlauben, weil es sehr ernsthafte Schäden an den Gewässern der Kanarischen Inseln verursachen kann, Artenvielfalt, Industrie und Tourismus der Inseln wird gefährdet – sagt die Kanarische Regierung.

Das Königreich Marokko braucht keine spanische Genehmigung.

Die Angst auf den Kanaren vor Ölverschmutzung steigt wieder. Man sollte erhöhten Einsatz für saubere und erneuerbare Energien etablieren. Doch auch wenn geplante Bohrstellen zur Erdölförderung unserer Regierung ein Dorn im Auge und nur 100 km vor Kanarischen Küsten liegt, Bohrtürme sollen in marokkanischen Gewässern stehen. Da ist der Einfluss gering.

Nun möchte man die Zentralregierung in Madrid und die EU einschalten, um auf Marokko einzuwirken. Als Erstes soll dem Außenminister von Marokko ein persönlich Dokumente überreicht werden, um darzulegen, dass die Bohrungen Gefahren bringen und keinen Sinn ergeben. Ob sich dieser beeindruckt zeigt?

 

Nachschub für unser Kraftwerk in Santa Cruz de La Palma

Dieses Thema wird uns sicherlich noch weiter Beschäftigen. Spätestens dann, wenn es tatsächlich den ersten Ölschlamm vor kanarischen Küsten gibt. La Palma ist recht weit entfernt, Sicher ist die Insel deshalb nicht.
Wir hatten hier über die Gefahren berichtet.

Solange wir Öl und Gas benötigen, kann man einem Energiekonzern die Suche nach Erdöl und Gas nicht untersagen.

 

Über Graja (2009 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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