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Gestörtes Verhältnis zum Wappentier

Hundeinsel geht vor die Hunde. 16. August 1982 – der Autonomiestatus der kanarischen Inseln wurde im spanischen Gesetzblatt veröffentlicht. Wer autonom ist, benötigt selbstverständlich auch ein Wappen. In Artikel 6, Absatz 2 des Gesetzes zur „Comunidad Autónoma de Canarias“, wurde das heutige Wappen mit sieben, silbern dargestellten Inseln auf blauem Grund und die Hunde als Schildhalter festgeschrieben. Bei den Hauptelementen griff man auf ältere Varianten zurück.

Das zwei Hirtenhunde auf beiden Seiten das Wappen der kanarischen Inseln stützen, hat einen bekannten Grund. Sie gaben im Jahre 40 v. Chr. den Inseln ihren Namen. Laut Überlieferung wurde den Inseln der Name „Canaria“ (von lat. Canis (Hund) gegeben, weil es dort so viele große Hunde gab.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Hundeinseln einige bedeutende Hunderassen hervorbrachten. Dazu gehören Hütehunde, wie der „Pastor Garafiano“ aus La Palma, der „Bichon Frise“, oder der als Viehund der Ureinwohner bekannte „Bardino“. Aber auch die kanarische Dogge „Presa Canaria“ wurde auf den Kanaren schon im 16. Jahrhundert erwähnt. Jagdhunde, wie der „Podenco Canario“, sind als Rasse schon mehr als 7000 Jahre alt und wurden, so wird vermutet, von Phöniziern auf die Inseln gebracht.

Verwunderlich hingegen ist die Einstellung einiger Canarios gegenüber ihrem Wappentier. Verfolgt man die Presse der letzten Monate, könnte man zu dem erschreckenden Verdacht kommen, dass viele Insulaner gerne den Radiergummie am Wappen ansetzen würden.

Hier nur ein paar Auszüge der kanarischen Tierliebe:
Hundehasser auf Teneriffa legt Fleischstücke mit Nägeln aus
Mieter zog aus und ließ Hunde einfach zurück
Achtung: Giftmörder in Tenagua!
Gemeiner Anschlag auf Jagdhunde
Darf man Jagdhunde ungestraft töten?
Vergiftete Hunde
Es riecht nach einem Skandal
Brutale Hundetötung in La Orotava

Beliebig lisse sich diese Liste erweitern. In der Regel werden solche Dinge nicht einmal angezeigt. Wenn doch, fischt die „Guardia Civil“ recht häufig im Trüben, weil Mithilfe der Bevölkerung fehlt. Sollte es stimmen, dass der Kopf rund ist, damit Gedanken ihre Richtung wechseln können, dann bleibt auch für uns Inselbewohner ein Funke Hoffnung. Denn wer möchte schon die beiden Hütehunde, die unser Wappen stützen, gegen einen Knüppel oder Giftsack austauschen.

oceano

Albert Schweitzer sagte einaml: „Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit“.

 

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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