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Hafenvergrößerung für dicke Schiffe

Ein lohnendes Geschäft für Hafenbetreiber

Liegeplätze in Santa Cruz werden verlängert. Ein lohnendes Geschäft für Hafenbetreiber.
Am 10.3. hatten wir darüber berichtet, dass ein weiterer Ausbau im Hafen von Santa Cruz geplant ist. Nun scheint man sich mit der Hafenbehörde von Santa Cruz de Tenerife geeinigt zu haben. Der Entschluss die Mole an der Nordseite um 100 Meter zu verlängern steht und entsprechende Projektplanung läut bei der Autoridad Portuaria in Teneriffa.

Der Hauptstadthafen ist einer der wichtigsten Drehpunkte unserer Insel. Von Erdöl bis Lebensmittel kommen notwendige Verbrauchsgüter per Containerschiff nach La Palma. Zusätzlich legen häufig gleich mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen an. Diese werden immer größer und benötigen entsprechende Liegeplätze. So musste zum Beispiel die 345 Meter lange „Queen Mary ll“ umrouten, weil zusammen mit der „Celebrity Solstice,“ sie hat eine Länge von 317 Meter, der Platz nicht ausreichte. Etwa 3000 Tagesgäste gingen der Insel verloren.

Ist der Hafen voll, weichen Kreuzfahrtschiffe auf Liegeplätze der Containerschiffe aus.

Ist der Hafen voll, weichen Kreuzfahrtschiffe auf Liegeplätze der Containerschiffe aus.

Auch Zeiten, in denen nur ältere, gut betuchte Urlauber auf einem Kreuzfahrtschiff zu finden waren sind vorbei. Preise fallen und jedermann kann sich heute eine Kreuzfahrt leisten. So ist zu erwarten, dass der Boom noch einige Jahre zunehmen wird. Darauf möchte man vorbereitet sein. Eine ähnliche Argumentation konnten wir seinerzeit auch beim Flughafenbau lesen. Was daraus wurde, wissen wir alle.

Ob die finanziellen Mittel für diesen Ausbau vorhanden sind und wer als Kostenträger hinhalten muss, wurde noch nicht bekannt. Darüber werden sicher bald, wenn eine Kalkulation steht, Informationen kommen. Diesen Investitionen stehen allerdings nicht unerhebliche Einnahmen entgegen. Zum einen lassen Tausende Besucher Geld auf der Insel. Zum Anderen ist der Werbefaktor für die Isla bonita nicht zu unterschätzen.

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Auch die Hafenbetreiber machen einen guten Schnitt. Gebühren für Liegeplätze, sie werden nach BRZ (Bruttoraumzahl) je angefangene 24 Stunden berechnet, sind keine Kleinigkeit. Je nach Hafen werden etwa 2,50 bis 3,50 Euro je 100 BRZ fällig. Hinzu kommen noch Kosten für Lotsen und Security-Entgelt bei Bewachung des Terminals. Bei einem Ozeanriesen wie der Queen Mary ll mit 148.528 BRZ können so schnell 5.000 Euro am Tag anfallen. Bezug von Frischwasser oder Entsorgung von Brauchwasser ist darin noch nicht enthalten. Liegen dann gleich 4 Kreuzfahrtreisen und Containerschiffe gleichzeitig im Hafen, ist es ein lohnendes Geschäft für Hafenbetreiber.

 

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1 Kommentar zu Hafenvergrößerung für dicke Schiffe

  1. Detlef Hupfeld // 01/04/2015 um 13:51 // Antworten

    In Anbetracht des riesigen Hafenausbaus in Tazacorte mit bislang nicht genutzten Liegekapazitäten taucht die Frage auf: Wären die finanziellen Mittel nicht gleich besser in den Ausbau des Hauptstadt-Hafens geflossen? Wer soll in Tazacorte anlegen?

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