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Hinz, Kunz und Hempel vermieten über Airbnb

Los Llanos de Aridane sagt den Kampf an.

Zwar haben Besitzer von Wohnungen diese, auch unter der Hand, schon immer an Freunde und Bekannte für einen Urlaub vermietet. Doch Auswüchse dieser Praxis lassen die bekannten Nackenhaare zu Berge, das Gemeindesäckel im leeren stehen. Die Stadtväter von Los Llanos möchten die Bremse ziehen.

Geld verdienen wird leicht gemacht.
Durchschnittlich 400 bis 500 Euro zahlt ein einfacher Mieter monatlich an den Hausbesitzer. Ein Betrag, den Touristen oft schon in einer Woche auf den Tisch legen. So ist die private touristische Vermietung ein lukratives (Neben) Geschäft mit exzessiven Ausmaßen geworden. Selbst ein billiges Wohnmobil oder der alte Wohnwagen im Garten, werden zu Preisen vermietet, die manchmal eine offizielle Apartmentanlage nicht nimmt.

Es gibt Dinge, dazu gehört gebrauchtes Klopapier, die ich persönlich nicht Mieten würde. Doch mit meiner Meinung liege ich falsch, denn in der Praxis, wohl auch weil sich das Nevau unserer Besucher verändert, bekommen auch heruntergekommene Hinterzimmer im Web gute Bewertungen.

Win Win Situation mit Folgen.

Online Portale machen es leichter mit Wohnraum Kohle zu machen.
Jeder der ein Zimmer frei hat, bietet es online zur Miete. Unter dem Scheinhimmel vermeintlicher Schnäppchen werden diese dann auch gebucht. Ein Erfolg für Mieter und Vermieter. Die Folge sind schon heute gravierende Probleme, weil Angestellte die In- und außerhalb der Tourismusbranche arbeiten, kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden.

Undurchsichtig und nicht immer Legal.

Das spanische Mietrecht „Ley de Arrendamientos Urbanos“ kommt hier nicht zum Tragen. Bei tageweiser, wochenweiser oder saisonaler Überlassung von Unterkünften, spricht man von touristischer Vermietung und die unterliegt damit dem Decreto 113/2015. Zwar hat ein Urteil des obersten Kanarischen Gerichtshofes aus 2017 das Gesetz der touristischen privaten Vermietung teilweise aufgehoben, was noch immer für Verwirrung sorgt, doch generell ist die Vermietung erlaubt, sofern Richtlinien eingehalten werden.

Los Llanos möchte den Kreislauf stoppen.

Man hat in der Gemeinde eine bemerkenswerte Zunahme der Unterkünfte, die als Wohngebäude gebaut wurden und jetzt für den Urlaubstourismus bestimmt sind.

Um die Spirale der Illegalen Vermietung zu bremsen, hat der Stadtrat von Los Llanos mit der Generaldirektion des Katasters eine neue Vereinbarung unterzeichnet.

Diese ermöglicht es der Stadtverwaltung Inspektionen hinsichtlich der Verwendung von Wohnraum durchzuführen.

Kommunales Ziel bei dieser Maßnahme besteht darin, dass jeder Einzelne die Immobiliensteuer zahlt, die einer Nutzung seines Eigentums entspricht. Um die Nutzung der Häuser und Apartments zu überwachen, möchte man eine Liste des Cabildo de La Palma nutzen, weil dort Ferienunterkünfte registriert werden müssen. Wer in dieser Liste nicht geführt ist, handelt Illegal und gilt dann vermutlich als Steuerhinterzieher.

Westseite

Private Vermietung ist erlaubt, muss aber bei den Behörden angegeben und beantragt werden.
Dazu sind folgende Unterlagen vorzuweisen:
Bescheinigung zur Bewohnbarkeit der Immobilie, einen Energiepass, Inventarliste von Möbel und Ausstattung, Verantwortlichkeitserklärung des Eigentümers, so wie ein Mietvertrag in englischer und spanischer Sprache, mit Angabe von Mietpreis, Steuer und der maximalen Personenanzahl. Hinzu kommt noch eine Baugebietsqualifizierung der Gemeinde. Erst dann wird der Wohnraum vom Cabildo in das Registro General Turistico eingetragen und eine Registernummer vergeben. Diese Registernummer muss in der Ferienunterkunft aushängen. So kann auch der Gast prüfen, ob seine Unterkunft legal ist und ihm im Zweifelsfall Beschwerdeblätter zur Verfügung stehen. Ein privates Zimmer oder der Wohnwagen hinterm Haus kann diese Auflagen natürlich nicht erfüllen. Touristische Vermietung ist also in vielen Fällen eine Glückspiel mit Steuerverlust für die Gemeinde.

Alle diese Richtlinien sollen verhindern, dass Privatpersonen mit touristischer Vermietung nicht in direkte Konkurrenz zum Hotelgewerbe treten und selbstverständlich auch Steuern bezahlen. Ist natürlich reine Theorie, denn jede private Ferienunterkunft bleibt Konkurrenz für Hotels. Vor Allem jedoch geht es um IBI weil der Gemeinde dadurch Steuereinnahmen fehlen.

Die Fakten bleiben.

Ziel dieser Aktion ist also wohl nur eine Regulierung der Steuereinnahmen, nicht das Verbot der privaten Vermietung an Touristen. Und weil mit privaten Vermietern und billigen online Portalen, die meist gar nicht so preiswert sind, der gesamte Tourismussektor umgekrempelt wird, werden auch in Zukunft Einheimische kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden. Legale wie illegale Vermieter verdienen mit Touristen einfach mehr Geld.

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Über Graja (1843 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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