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Insel im Ausnahmezustand

Kanaren unter Hausarrest

Ausgangssperre Tag 2. (16.3.2020)

Aktueller Nachtrag 14 Uhr.
1.500 Corona Fälle mehr als Gestern. Spanien zählt heute um 14 Uhr 9.191 Infizierte. Auch auf den Kanaren gab es einen leichten Anstieg auf nun Aktuell 119 erkrankte Personen. Auf La Palma wurde zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Erkrankung entdeckt, also aktuell noch 5 Personen.

Die Kanarischen Inseln möchten alle touristischen Einrichtungen schließen und Touristen kurzfristig in Ihre Heimatlänger zurückführen. Wie und wann diese Aktion geplant ist, wurde noch nicht öffentlich gemacht.

Einige Supermärkte limitieren Einkäufe um Hamsterkäufe zu vermeiden. Sie versichern, dass es keine Engpässe geben wird.

Die Kanarische Regierung hat das Gesundheitsministerium ermächtigt, private Gesundheitseinrichtung, Arztpraxen und Kliniken zu nutzen. Gesundheitsämter haben so die Möglichkeit öffentliche und private Räume zur Bewältigung der Krise einzusetzen.

Supermärkte mit neuen Öffnungszeiten.
Einige Supermärkte, darunter Spar und Mercadona, versuchen möglichst wenig Personal der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen und haben Ihre Öffnungszeiten verkürzt. Die aktuellen Zeiten (ohne Gewähr) Mercadona 9 bis 20 Uhr. Spar Supermärkte 8:30 bis 15 Uhr. Ausnahmen werden gemacht in Santa Cruz (El Puente) El Porvenir in Breña Alta, und Tagomago in Los Llanos de Aridane. Diese Märkte öffnen von 14:30 bis 21 Uhr. Weitere Änderungen sind möglich. Es wird empfohlen die sozialen Netzwerke der Märkte zu verfolgen.

Sonstige Sicherheitsmaßnahmen beim Einkauf:
Ab Heute sollen nur Einzelpersonen, keine Familien zum Einkaufen gehen. Diese sollten sich nicht zu lange mit Ihrem Einkauf beschäftigen, weil nur noch kleine Gruppen eingelassen werden. Damit möchte man gewährleisten, dass alle Menschen bedient werden können. In Warteschlangen vor, und im Supermarkt muss ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden. Sicherheitskräfte sollen dieses Verhalten überwachen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass man aus Hygienegründen nicht mit Bargeld, sondern nur mit Karte bezahlen soll.

Erstes Hotel schließ die Türen.
Um Kunden und Personal zu schützen, nimmt das Parador ab sofort keine Gäste mehr an. Menschen, die dort noch untergebracht sind, werden bis zum Ende Ihres Aufenthaltes weiter betreut, Restaurants sind allerdings geschlossen.

Telefonnetze teilweise überlastet.
Datenverkehr steigerte sich gestern um rund 50 % bei Mobiltelefonen und 40% bei Internet. Größere Probleme sind hier allerdings noch nicht zu erwarten.

Aktuelle Falldaten heute Vormittag:
Auf La Palma ist es (noch) bei den bereits 5 positiven Fällen geblieben. Spanien weit ist ein weiterer Anstieg auf nun 7.844 Erkrankungen zu verzeichnen. 517 gelten als genesen, 292 Personen sind verstorben.

 


Nachtrag vom 15. März 2020 17 Uhr.
Tag 1 der Ausgangssperre geht zu Ende.

Wie zu erwarten, sind die Corona Fälle erst einmal angestiegen. Nach Milchmädchen Rechnung der Behörden und Wissenschaftler wird jeder infizierte 5 weitere Menschen anstecken. Bei bisher 3 positiven Corona erkrankten auf La Palma würde das, sofern keine weiteren Fälle hinzukommen, bedeuten, dass wir in den nächsten Tagen mit mindestens 15 zusätzlichen infizierten Personen rechnen müssen, bis die Ausgangssperre Früchte trägt.

Heute sind auf La Palma weitere zwei Personen erkrankt.

In diesem Zusammenhang muss noch einmal auf die aktuelle Telefonnummer für Symptomversorgung hingewiesen werden. Diese lautet 900112061. Die 112 sollte nur bei absoluten Notfällen verwendet werden.

Nicht alle halten sich an das Verbot die Wohnung nicht zu verlassen. Erste Personen wurden von den Kontrollorganen mit Strafen belegt. Diese können, entgegen früherer Meldungen von 3000 bis 600.000 Euro betragen.

Das Kreuzfahrtschiff „Costa Luminosa“ (wir hatten hier darüber berichtet) durfte heute gegen 15 Uhr in Teneriffa anlegen. Zwei Infizierte und ein Toter wurden evakuiert. Die restliche Besatzung und Gäste dürfen das Schiff nicht verlassen.

Vor Supermärkten, die auch an diesem Sonntag geöffnet hatten, bildeten sich lange Schlangen. Auffallend war, dass respektvoller Abstand zum Vordermann gehalten wurde. Die Menschen lernen dazu.

Die aktuelle Lage:
Das Gesundheitsministerium bestätigt heute Nachmittag neue aktive Fälle von Coronavirus COVID-19.

Teneriffa 75 Fälle,
Gran Canaria 20 Fälle,
Fuerteventura 3 Fälle,
Lanzarote 3 Fälle,
La Gomera 3 Fälle,
La Palma 5 Fälle,

Bis die drastischen Maßnahmen greifen, werden noch einige Tage vergehen.

Was an Tag 2 passiert lesen Sie morgen hier.

 


 

Drastische Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Seit heute 0:00 Uhr ist die staatlich verordnete Ausgangssperre in Kraft. Angekündigt wurde diese Maßnahme im Kampf gegen den Coronavirus ab Montagmorgen. Dann aber, aufgrund der aktuellen Lage vorgezogen.

Für rund 82.000 Bewohner der Insel bedeutet dieser Hausarrest eine drastische Einschränkung Ihrer Bewegungsfreiheit. Auch Touristen, die sich noch auf der Insel befanden, oder gestern noch kurzfristig auf La Palma angekommen waren, dürfen Ihre Hotel- und Apartmentanlagen nicht verlassen. Ausflüge, Wanderungen oder Strandleben sind ersatzlos gestrichen.

Allerdings gibt es für Bewohner der Insel einige Ausnahmen. Der Gang zur Apotheke, eine Fahrt zum Supermarkt um Lebensmittel zu erwerben oder der direkte Weg zur Arbeit (für Personen die arbeiten müssen) ist erlaubt.

 

Ausgangssperre

Strenge Kontrollen.

Guardia Civil und Policia Local müssen das Ausgangsverbot überwachen. Wer sich ohne triftigen Grund in der Öffentlichkeit bewegt, muss mit kräftigen Geldstrafen bis hin zu Gefängnis rechnen. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, kann im Zweifel von den Kontrollbehörden abhängen.

In ganz Spanien hängen Menschen an Häfen und Flughäfen fest. Ein- und Ausreise ist mit wenigen Ausnahmen nicht mehr möglich. Flüge innerhalb der Kanaren wurden stark reduziert und sind nur noch bei fester Begründung wie zum Beispiel medizinische Notfälle und ähnlichem möglich.

Rund 200 Studenten, die auf dem spanischen Festland studieren fordern die Regierung auf, Sie nach Hause auf die Kanaren zu Ihren Familien zu bringen. – Ausgang noch ungewiss.

 

Ausgang beschränkt

Tag 1 der Ausgangssperre.

Zurzeit nimmt man den kleinen Hausarrest noch gelassen. Die Bevölkerung steht hinter den staatlichen Maßnahmen, weil die Notwendigkeit im Kampf gegen das Virus erkannt wurde.

15 Tage sind jedoch eine lange Zeit, vor allem für Menschen, die einen Großteil Ihrer täglichen Zeit im Freien verbringen. Auf Dauer wird es nicht einfach in einer kleinen Stadtwohnung zwangsverordnete Freizeit zu erschlagen.

Glück im Unglück haben hier diejenigen, die auf dem Land leben. Eingesperrt im goldenen Käfig können Sie sich frei auf Ihrem Grundstück bewegen.

 

Versorgung scheint gesichert.

Containerschiffe und Transportflugzeuge sind nicht von den Einschränkungen betroffen. Die Versorgung der Bewohner scheint sichergestellt. So jedenfalls lässt man im Gobierno de Canarias verlauten. Auch die Supermärkte versichern, dass Ihre Lager gut gefüllt, Nachschub noch kein Problem darstellt.

Allerdings sehen Statuten der staatlichen Maßnahmen vor, dass im Ernstfall Lebensmittel rationiert werden könnten und deren Verteilung von staatlichen Stellen vorgenommen werden kann.

Die neuen Bestimmungen sehen die Mobilisierung aller Streitkräfte vor. Sie sollen neben der Kontrolle der Einhaltung von Bewegungsbeschränkungen die Versorgung der Märkte mit Grundnahrungsmitteln (Nahrungsmitteln und Medikamenten) sicherstellen und alles Notwendige tun, um das Coronavirus einzudämmen.

Um diesen Auftrag zu erfüllen, ist Polizei und Militär mit weitreichenden Befugnissen, wie Hausdurchsuchungen, Personen und Fahrzeugkontrollen ausgestattet.

Trotz dieser Auflagen sind einzelne Anwohner, weshalb auch immer unterwegs. Die nächsten Tage werden zeigen, in wie weit die Verbote tatsächlich umgesetzt und kontrolliert werden.

 

Gewinner und Verlierer.

Das soziale Leben liegt vorübergehend brach. Das größte Problem besteht bei den meisten Menschen jedoch in Existenzangst. Große Unternehmen, vor allem jedoch kleine Firmen, die von Tourismus leben, könnten in Kürze vor dem Aus stehen. Je nachdem wie lange diese Krise anhält, wird die Arbeitslosigkeit langfristig steigen.

Kurzfristig gibt es aber auch Profiteure.
Supermärkte machten in den letzten Tagen enorme Umsätze. Auch Streaming Dienste wie Netflix dürften wohl in den kommenden 15 Tagen mit steigendem Traffic rechnen.

Sollten die Maßnahmen greifen und es gelingen, die explosive Verbreitung des Coronavirus zu stoppen, zählt die gesamte Bevölkerung zu den großen Gewinnern.

 

Aktuelle Zahlen an diesem Sonntag.

Zur Zeit sind keine weiteren Corona Fälle bekannt. Aktuell scheinen auf den Kanaren 82 aktive Erkrankungen vorzuliegen. Davon 3 auf La Palma.

Neuste Zahlen weisen darauf hin, dass weitere europäische Staaten bald dem spanischen Vorstoß folgen könnten, weil bisherige Einzelaktionen keinen Erfolg brachten.

21.157 Italy
6.391 Spain
4.585 Germany
4.481 France
1.359 Switzerland
1.143 United Kingdom
1.090 Norway
961 Sweden
959 Netherlands
836 Denmark
689 Belgium
655 Austria
228 Greece
225 Finland
189 Czechia
181 Slovenia
169 Portugal
129 Ireland
123 Romania
115 Estonia
103 Poland
51 Luxembourg
46 Serbia
44 Slovakia
41 Bulgaria
38 Croatia
30 Hungary
26 Cyprus
18 Malta
Weltweit sind es nach der Quelle „Johns Hopkins University“ zum heutigen Tag um 8:33 Uhr 156.400 aktuelle Fälle, 5.833 Tode durch COVID-19.

Wie sich das Ganze auf La Palma durch unsere Ausgangssperre entwickelt, werden wir in den nächsten Tagen berichten.

Teil II, ab dem dritten Tag in Hausarrest:

La Palma unter Hausarrest

 

Tag 4 der Ausgangssperre.

Humor gegen Seelenfinsternis

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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