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Invasive Pflanzen

Gegen Gras ist kein Kraut gewachsen.

Unsere Flora auf La Palma ist, wie auch die einiger anderen Inseln der Kanaren bedroht. Fremde Gewächse bedecken bereits große Flächen der Insel und vertreiben in großem Stiel heimische Pflanzen.

Schuld an der Miesere ist Gras.
Nicht jenes, welches man rauchen kann, das wäre ja mit einfachem Konsum in den Griff zu bekommen. Das böse Gewächs ist „Rabo de Gato“ (Pennisetum).

 

Rabo de Gato (Lampenputzergräser) ist ein allgemeiner Name verschiedener Federborstengräser, von denen weltweit ca. 80 Arten, meist in tropischen Regionen verbreitet sind. Hier auf La Palma geht es um die Art „Pennisetum setaceum“, welche fälschlicher Weise manchmal Katzengras genannt wird. Im Volksmund wird Pennisetum setaceum auch Fountaingras, oder auf der Insel einfach nur Rabo de Gato genannt.

Rabo de Gato stammt ursprünglich aus Ostafrika, ist aber auch in Hawaii, Australien, oder Florida als invasive Spezies bekannt. Auf die Kanaren wurde die exotische Pflanze wohl in den 1970er Jahren als Zierpflanze eingeführt. So genau weiß man das heute nicht mehr.

 

 

Keine natürlichen Feinde.

Ziegen sind Allesfresser aber selbst sie mögen Rabo de Gato nicht. Keine natürlichen Feinde, ideale Klima und Bodenbedingungen und spezielle Eigenschaften der Pflanze, sie ist das ganze Jahr aktiv und produziert hundert tausende Samen, machen eine aggressive Verbreitung einfach.

 

 

So ist die bis zu 3 Meter hohe Pflanze bereits vom Meeresspiegel bis auf 1.000 Meter Höhe zu finden. Hindernisse kennt Rabo de Gato nicht. Heimische Pflanzen werden einfach eingekesselt und überwuchert. Selbst Felswände oder Asphaltdecken der Straßen sind kein Problem. Das Gras wuchert aus jedem Spalt.

 

 

Botaniker schlagen Alarm.

Seit Jahren wird vergeblich versucht das Gras zu bekämpfen. Es bedeutet höchste Gefahr für einheimische, oft endemische Pflanzen der Insel, die von diesen Gräsern überwuchert werden. Hinzu kommt, dass dieses leicht entflammbare Gewächs die Waldbrandgefahr enorm erhöht.

 

 

Um die Inselökosysteme zu schützen, wurden in den letzten Jahren mehrere Aktionen zur Beseitigung der Gräser versucht. Schließt man alle Kanaren ein, betrugen die Kosten mehrfache Millionenbeträge. Man versuchte das Gras von Hand zu entfernen, setzte Giftkeulen ein und spielte mit dem Gedanken einfach alles abzufackeln. Ohne Erfolg, denn Feuer und Gift würden auch schützenswerte Vegetation vernichten.

 

 

Vorsichtige Resignation

Unsere Inselregierung steht mit dem Rücken zur Wand, ein Schritt nach vorne führt in den Abgrund. Eine Vernichtung der Gräser wird nicht möglich sein, das hat man erkannt und bisherige Pläne aufgegeben. Den Status Quo lassen ist jedoch keine Option, darüber ist man sich einig.

 

 

Wenn die Invasion nicht ausgelöscht werden kann, muss man versuchen das Gras zu kontrollieren. Dort wo Pflanzen zugänglich sind, sollen sie mechanisch entfernt werden, – sagt man.

Das könnte ein sehr aufwendiger und langer Weg, mit viel Personal und hohen Kosten werden.

 

 

 

Über Graja (1979 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

1 Kommentar zu Invasive Pflanzen

  1. Auf meinem Blog habe ich das Gras mit allem drum und dran beschrieben:http://hamsterbau.blogspot.com.es/search/label/Pennisetum%20setaceum

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