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Kaffee Anbau auf der Insel

Wie der Kaffee nach La Palma kam.

Ein Hirte aus Äthiopien soll den Kaffee einst im Königreich Kaffa gefunden haben. Nach der Legende war im aufgefallen, dass ein Teil seiner Ziegen von einem Strauch rote Früchte gefressen hatten. Danach sprangen die Tiere bis tief in die Nacht umher, während die anderen Tiere müde waren. Der Hirte beklagte sich im Kloster, worauf die Mönche einige dunkelgrüne Pflanzen mit kirschenartigen Früchten fanden. Sie bereiteten daraus einen Aufguss und konnten fortan bis tief in die Nacht hinein wach bleiben und beten.

In wieweit diese Legende zutrifft kann man heute nur vermuten.
Bekannt ist, dass die Steinfrucht aus der Familie „Rubiaceae“ zunächst nur in Afrika und Arabien verbreitet war. Europäer aus den Überseekolonien sollen den Kaffee dann ins Osmanische Reich exportiert haben, von wo die Kaffeepflanze ihren Siegeszug um die Welt begann.

Heute wird in mehr als 50 Ländern Kaffee angebaut.

KaffeeAuf die Kanarischen Inseln soll die Kaffeepflanze 1788 gekommen sein und wurde als Erstes auf Teneriffa gepflanzt. Von dort wurde sie nach Gran Canaria gebracht, wo man noch heute im Tal von Agaete erfolgreich Kaffeeanbau betreibt.

Kenner schätzen das fruchtige Aroma des Agaete Kaffees, von dem zurzeit etwa 1.500 Kg produziert werden. Zukünftig soll die Produktion auf 6000 Kg ausgebaut werden.

 

Nach La Palma kam die Kaffeepflanze Mitte des 19. Jahrhunderts.
Hier blieb es allerdings ein Nischenprodukt, welches von Familien zum Eigenverbrauch, vor allem aber zur Alkoholproduktion anbauten.
Dazu wird getrockneter Kaffee mit Wasser bei 160 Grad erhitzt, mit Zucker und Hefe versetzt. Anschließen lässt man das Gebräu gären, bis der gewünschte Alkoholgehalt erreicht ist.

Heute wird nur noch selten Kaffee in kleinen Kulturen gepflanzt. Die meisten Pflanzen stammen von Rückkehrern aus Kuba und Venezuela.

 

Kaffee Anbau auf La Palma.

Palmerische Bauern möchten nun, mit einem Blick auf den erfolgreichen „Agaete-Kaffee“, die Kaffeepflanze mit ähnlichem Erfolg auf La Palma kultivieren.

Unterstützt vom Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht besuchten 12 Landwirte eine praktische Schulung zu Anbau, Röstung, Transformationsprozess, Gärungskontrolle usw. Geht es nach „Eduardo Brito“ (Präsident des Verbandes der Kaffeeproduzenten von La Palma) könnte bald auch Kaffee aus La Palma erfolgreich vermarktet werden.

Ideale Bedingungen.
Kaffee-Sträucher benötigen ein ausgeglichenes Klima ohne Temperaturextreme, idealerweise zwischen 18 und 25 bis 30 °C.
Der Wasserbedarf beträgt 250 bis 300 Millimeter je Monat, weshalb die jährliche Niederschlagsmenge 1500 bis 2000 Millimeter betragen sollte, sonst muss bewässert werden.

Temperatur und Niederschläge würden also passen, fruchtbarer Boden gibt es auch. Gute Bedingungen sind auf La Palma für die Kaffeepflanze vorhanden.

 

Viel Arbeit für kleinen Umsatz.

Um Rohkaffee genießbar zu machen braucht es Zeit und viele Arbeitsschritte, denn die geerntete Bohne muss behandelt werden.

Es beginnt mit der Trockenaufbereitung. Hier werden die etwa 50% Wasser enthaltenden Kaffeefrüchte ausgebreitet, ab und zu gewendet, bis sie zu einem Wassergehalt von etwa 12 % getrocknet sind. Das dauert etwa 3 bis 5 Wochen.

Danach werden die trockene Fruchthaut und das trockene Fruchtfleisch mechanisch abgeschält. Durch Schälen wird das Pergamenthäutchen und soweit möglich auch das Silberhäutchen entfernt. Zum Schluss werden die Kaffeekirschen noch gereinigt und von Hand verlesen, um einen hochwertigen Kaffee zu erhalten.

Erst nach diesen Arbeitsschritten kann der Rohkaffee durch trockenes Erhitzen der Bohnen geröstet werden.

 

Kaffee an Strauch und Baum wächst auf La Palma seit dem 19. Jahrhundert. Eine einträgliche Monokultur wie bei unseren Bananen wird es bei der Kaffeebohne sicherlich auch zukünftig nicht auf der Insel geben.

Vielleicht aber ein besonders aromatischer „Kaffee Made auf La Palma“.

 

Mehr über Kaffee und wie wir das anregende Getränk hier zu uns nehmen, finden Sie hier:

Kaffeekunde, Zeit für Genuss

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Über Graja (1878 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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