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Kauzige Jäger

Die Mäusefänger der Insel.

Wo Bananen wachsen, leben auch Tiere. Mäuse, Ratten, Spinnen und Geckos sind reichlich vertreten. Fette Beute, für gefiederte Jäger wie Falken, Eulen, Sperber und den Kauz. Sie Alle verdanken ihr Dasein neben einem reichhaltigen Mittagstisch, einer meist noch intakten Natur.

Katzendomteure und Kleintiegerhalter mögen mir verzeihen, gefiederte Jäger sind die besseren Mäusefänger.

 

Uhu, Kauz und Eulen auf La Palma.

Bei Tag werden Sie die Flattermänner selten zu Gesicht bekommen, denn der búho wie sich die Eulen hier nennen, sind nachtaktiv. Eine stabile Population gibt es an Waldohreulen (Asio otus) und Schleiereulen (Tyto alba).

Der Uhu (Coruja) ist manchmal in Ortsnähe, meist an Bananenplantagen anzutreffen. In der Regel sind sie Standorttreu. Die Art „Asio otus canariensis“ ist ein Uhu, der nur auf den Kanaren verbreitet ist. Erkennbar an stechend roten Augen.

Teufelsvogel und Glücksbringer.

Um Kauz und Eule ranken sich viele Geschichten.
Bei Shakespeare kündigt der Eulenruf Mord an, in Italien glaubt man das der dämonische Vogel mit einem Blick töten kann. Bei Harry Potter ist der Hexenvogel Überbringer von Botschaften und in der Literatur verwandelt sich des Teufels Großmutter in eine Eule.

Aber auch positive Eigenschaften werden dem nachtaktiven Kauz unterstellt. So soll Eulengeschrei die Geburt eines Kindes ankündigen, in einigen Regionen auch Glück bringen.

 

Den Tag verpennen …hungrig aufwachen.

Wird es Dunkel, wacht die Eule auf. Zeit zur Jagd auf nachtaktive Tiere. Zum Beutespektrum gehören Mäuse, Schlangen, Ratten, Fledermäuse oder Motten. Selbst Aas treibt der Hunger in den Eulenmagen. Dies ist jedoch selten der Fall, denn Eulen sind hervorragende Jäger.

Sie praktizieren die Jagdtechnik der Ansitzjagd. Lauern auf Beute und stürzen sich pfeilschnell auf angepeilte Mahlzeit. Selbst wenn diese Technik fehl schlägt, sind Eulen in der Lage als geschickte Bodenjäger eine flüchtende Maus im Tiefflug einzuholen.

 

Falken auf La Palma

Falconidae sind auf unserer Insel weit verbreitet. Meist handelt es sich um den Turmfalken. Davon gibt es hier zwei spezielle Unterarten. Den „Falco tinnunculus canariensis“ mit einem dunklen Gefieder, und den „Falco tinnunculus dacotiae“ mit blassem, grauen Gefieder. Beide Arten sind von Küste bis hoch in die Berge anzutreffen und als Tagaktive Vögel leicht zu beobachten.

Falken bauen auf La Palma keine Nester. Sie brüten an Felswänden in steilen Klippen oder in höher gelegenen Gebäuden, was sie vom Greifvogel unterscheidet. Untersuchungen ergaben, dass der Falke den Papageien und Sperlingen am nächsten steht.

 

Auch um Falken ranken sich Mythen

Helden in russischen Märchen verwandeln sich bei Gefahr in einen Falken. Er gilt als Vogel der Krieger und ägyptische Pharaonen haben falkengestaltige Gottheiten. Bei den Kelten war der Falke Übermittler zwischen Diesseits und Jenseits und in der nordischen Mythologie trägt Göttin Freya ein Falkengewand um durch die Lüfte zu gleiten.

 

Der Falke ein perfekter Jäger.

Falken werden in vielen Ländern der Welt seit Jahrhunderten zur Beizjagd eingesetzt. Ihre Jagdkunst ist von keiner anderen Art zu Übertreffen. Ihre gesamte Anatomie ist auf aktiven Flug und der Jagd aus der Luft ausgerichtet.

Mäuse, Ratten, oder andere kleine Säugetiere sind das Ziel des Turmfalken. Diese werden im Ansitz, aber auch im aktiven Flug gesucht. Wird die Beute entdeckt, gibt es selten ein Entwischen. Im Sturzflug hechtet der Falke auf seine Beute. Dabei werden Vögel oder Mäuse so hart mit den Krallen getroffen, dass sie bereits durch die Wucht des Aufpralls getötet werden.

 

Greifvögel sind auf La Palma selten.

Bussard, Habicht oder Fischadler sind rar, aber dennoch auf der Insel vertreten. Die seltenen Fischadler finden sich eher auf unserer Nachbarinsel Teneriffa. Bei uns zu sichten ist meist der Mäusebussard (Buteo buteo insularum) oder der Sperber (Accipter nisus). Beide verlassen nur selten die Wälder.

Ihre Beute sind ebenfalls Mäuse, aber auch Insekten, Eidechsen und Regenwürmer werden nicht verachtet. Sie jagen von einem Ansitz, aber auch im Sturzflug. Dabei schlagen sie Ihre Beute fast immer am Boden.

Über Graja (1980 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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