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Kleine Banane, kleine Preise

Handel und Produzenten.

1,60 Euro kosten unsere Platanos im Einzelhandel. 1,20 Euro mehr müssen Verbraucher auf dem spanischen Festland aus der Tasche ziehen. Dort wird die süße Kanarenbanane mit 2,80 Euro gehandelt.

Das Problem, gerade einmal 35 Cent davon landen je Kilo beim Bananenbauer.
Zu wenig, um einen nachhaltigen Anbau zu betreiben, sagt die “ASPA (Asociación Palmera de Agricultores)” der “El Dia”. Die Marge des Handels müsse zu Gunsten der Landwirte gkürzt werden, weil den Produzenten hohe Kosten beim Anbau der Banane entstehen.

So schlecht wird der Bananenbauer gar nicht bezahlt.

Jedenfalls im direkten Vergleich mit südamerikanischen Kaffeproduzenten oder deutschen Milchbauern. Ja, der Verglich hinkt, aber bei landwirtschaftlichen Produkten ist es weltweite Normalität, dass nicht der Bauer, sondern der Handel seine Säckchen füllt. Ganz unschuldig sind wir dabei alle nicht. Lebensmittel sollen immer verfügbar, vor allem aber billig sein. Durch diesen Preiskampf der Supermärkte, sie müssen möglichst preiswert einkaufen, steigt der Druck auf Produzenten.

Plan- oder Marktwirtschaft

Bei “ASPA” ist man mit der Situation, dass Verbraucher teuer bezahlen, Plataneros aber nur einen Bruchteil davon erhalten, mehr als unzufrieden und spricht von einem Mindestpreis für den Bananenbauer, um die Marge des Handels zu kürzen.

Glaubt man etwa, dass der Zwischenhändler freiwillig auf Einnahmen verzichtet? Die würden höhere Einkaufspreise selbstverständlich auf uns Verbraucher umlegen. Die Inselfrucht würde dann im Vergleich mit preiswerter Importware aus Südamerika noch teurer. Da ist es dann schnell vorbei mit Lokalpatriotismus.

Nicht vergessen sollte man auch, das der Handel neben Transportkosten für Schiffskontainer und Lkw auch das Vertriebsrisiko stemmt. Was nicht verkauft werden kann, geht zu Lasten der Händler.

Hinzu kommt, dass der Markt gesättigt ist, Nachfrage aus Portugal und dem spanischen Festland eher fällt als steigt. Seit Jahren sucht man Wege, um die Überproduktion los zu werden. Im Zuge dessen wurden bereits Teile der Bananenernte verschenkt und vernichtet.

Bananenanbau auf La Palma in der Kriese

Keine Lösung in Sicht.

Fakt ist, dass bei den paar Cent ein Bananenbauer nur schwer Gewinn erzielen kann.
Eine fest gefahrene Situation, an deren Lösung unsere Plataneros noch lange basteln müssen. Und so werden noch lange Zeit Subventionen fliessen, um den Bananenanbau zu erhalten, weil kleine Preise für süße Früchte kaum steigen werden.

Über Graja (1777 Artikel)
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2 Kommentare zu Kleine Banane, kleine Preise

  1. L. Rainer // 10/03/2016 um 12:56 //

    Bananen

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Dass man von 35 ct pro Kilo Bananen kaum leben kann versthe ich sehr gut.
    Interessant wäre es aber noch zu erfahren. wie hoch denn die Subventionen sind.
    Kürzlich bin ich an einem grossen Feld vorbeigekommen, da wurden die alten Bananenstauden entfernt, und erstaunlich, wieder neue Stauden angepflanzt.
    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand erklären würde, warum denn Bananen wenn doch nichts zu verdienen ist?

    Mit freundlichen Grüssen
    L. Rainer

  2. Belamonte // 10/03/2016 um 16:09 //

    Zurzeit werden wieder tonnenweise Bananen vernichtet. So lange EU-Gelder fließen um nicht rentable Landwirtschaft zu subventionieren wird es auch so weiter gehen. Link: https://www.eldiario.es/canariasahora/economia/Asprocan-primera-millon-platanos-basura_0_492401801.html

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