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Klischees und Vorurteile im Tourismus

Verhalten im Urlaub

Einige Zeitgenossen scheinen den Knigge für gutes Benehmen bei Reisen im heimischen Wandschrank zu lassen.

Doch ohne diesen Fettnäpfchen-Verhinderer wir es schnell Eng.

Dass Bade-Outfits an den Strand, nicht in Supermärkte oder Kirchen gehören ist eigentlich jedem klar. Zu Hause jedenfalls. Im Urlaub, dort in fremden Landen wo mich keiner kennt, setzt der große Wandel ein.

In wenigen Bereichen gibt es so viele Klischees und Vorurteile wie im Tourismus.

Woher kommt der La Palma Tourist?

Im Vergleich zu Teneriffa, Gran Canaria oder Fuerteventura ist die Isla bonita eine ruhige Insel. Wenn Wikileaks davon nix mitbekommt, wird La Palma auch ein Geheimtipp ohne Menschenmassen bleiben.

Dennoch kommen die meisten Touristen aus Deutschland, Spanien, England. Auch der skandinavische und holländische Landesvertreter ist reichlich zu sichten. Manchmal finden sogar Franzosen die einst französische Insel.

Sehen wir uns die Zielgruppe einmal genauer an und beginnen mit dem Spanier. Einfach nur deshalb, weil er kein Ausländer ist. – jedenfalls nicht bei uns.

Achtung:
Es folgen unterschiedliche Klischees, die natürlich aus der Luft gegriffen sind. Wer sich darin erkennt, ist selbst schuld.

 

Spanier im Urlaub

Der spanische Tourist.

Wie viele Nationen verbringt der Spanier seinen Urlaub am liebsten im eigenen Land. Dabei erinnert er stark an den Japaner. Jeder Urlaubstag ist strickt getaktet. In kurzer Zeit möglichst viel sehen ist die Devise. Erholen kann man sich ja nach dem Urlaub. Besonders wichtig dabei ist die Zeitplanung. Der Mensch muss ja essen. Schafft man es nicht in der gewohnten Zeit zur Siesta, wird der Spanier schnell ungemütlich.

Diesen (Einheimischen) Touristen von peninsular sagt man auch gerne nach, dass Sie besonders Laut und kompliziert sind. Ohne Zettel und Stift kann ein Kellner kaum die vielen Extrawünsche realisieren.

Zu Mittag werden ganze Menüs und Mengen geordert, die selbst der hungrigste Gast nicht vertilgen kann. Eingepackt werden Reste nicht, – im Urlaub lebt man im Überfluss.

Tische und Hotelzimmer werden häufig extrem eingesaut hinterlassen. Trinkgeld lässt der Spanier dafür wenig bis gar nichts springen.

Im nächsten Jahr geht es dann zu einem anderen Ziel, hier hat man ja schon alles gesehen.

Beliebte Reiseziele der Spanier, wenn Sie denn das Land verlassen, sind das nahe gelegene Frankreich und mit rund 800.000 Besuchern jährlich Belgien. Favoriten sind auch Südamerika und die Karibik als beliebte Ziele der Spanier.

 

Englische Touristen

Der englische Tourist.

Regen verwöhnte Briten suchen, wenig verwunderlich, warme Regionen und Sonne im Urlaub. Spanien steht dabei an erster Stelle. In den Sommermonaten das nahe Festland, im Winter gelten die Kanaren als trinkfestes Urlaubsziel. Gefolgt von Italien und Frankreich. Beliebteste Kanaren Insel der Briten ist Teneriffa.

Diese Gäste erkennt man daran, dass Sie früh morgens zum Bier greifen, um den krebsroten Sonnenbrandrücken zu ertragen, der unweigerlich einsetzt, wenn bleiche Winterknochen auf kanarische Sonne treffen – very british halt.

Deutsche Urlauber sagen dem Engländer auch nach, dass er gerne Liegen am Pool mit dem Handtuch blockiert. Aber zum germanischen Volk der Teutonen kommen wir später noch.

Schon nach dem Brexit Referendum 2016 ist der Wert des Pfund 12% gefallen und Urlaub auf den Kanaren für Briten erheblich teurer geworden. Zukünftig könnten englische Urlauber die Eurozone als Reiseziel meiden denn ab Heute sind die Briten ein Drittland. Zwar gibt es eine Übergans-Frist, so dass sich bis Dezember 2020 Nichts ändert, aber eine Hemmschwelle ist der EU Austritt. Wie es in einem Jahr aussieht, werden Verhandlungen Zwischen Großbritannien und der EU in der Übergangsfrist zeigen.

 

Franzosen am Strand

Touristen aus Frankreich.

Das weltweit beliebteste Urlaubsland ist Frankreich. Da liegt es nahe, dass mehr als 80% der Franzosen im eigenen Land urlauben. Wagt man sich doch über Grenzen, darf es nicht allzu weit sein. Spanien und Italien sind die wichtigsten Urlaubsziele.

Der Franzose redet selten eine zweite Sprache, versteht auch nicht, wieso die Welt nicht französisch spricht. Schließlich ist die „la langue française“ einzige Weltsprache.

Ein kleiner Prozentsatz wagemutiger Franzosen erkundet Reiseziele fern der Heimat. Das sind dann nordafrikanischen Destinationen und am liebsten ehemalige französische Enklaven.

 

Schweizer Touristen

Der Schweizer Tourist.

Unsere Eidgenossen machen keinen Urlaub – sie haben Ferien. Und das Durchschnittlich dreimal pro Jahr. 90,6 % der Schweizer ist Reiselustig und bucht die Ferien früh im Internet. Heimweh – Anfällige wählen Reiseziele wie Kreta, Balearen, Ostsee, oder Tessin, weil hier Schwiizertütsch allgegenwärtig ist. Wer seine Landessprache nicht als Wohlfühlfaktor braucht, nimmt gerne auch Ferne Ziele wie Skandinavien oder Nordamerika.

Im veröffentlichten Ferienreport von Kuoni sagt man den Schweizern nach, dass Sie im Urlaub – entschuldigen Sie, in den Ferien, zu anderen Menschen werden und das Portemonnaie bei Alkohol locker sitzt. Sie wandeln sich in andere Menschen, sind Kontakt- und experimentierfreudig.

In den Ferien flirten Sie gerne und suchen Sex an ungewohnten Orten. Allerdings ist es dem Schweizer ein Graus unangenehm aufzufallen oder als Tourist enttarnt zu werden.

Bei Fernzielen legt der Schweizer Wert auf kulinarische Erfahrungen. Dabei sollen 76 Prozent der Reisenden besonders Kulturelle und Architektonische Orte schätzen.

 

Deutsche Touristen

Der deutsche Tourist.

Der Germane liebt Urlaub in eigenem Land. Geht er auf Reise, ist Spanien noch immer das beliebteste Reiseland der deutschen. Ob Malle, Südspanien oder Kanaren, das gesamte Repertoire steht auf der Liste.

Etwas auffällig ist allerdings, dass es kaum eine Nation gibt, über die mehr Klischees verbreitet sind.

Erkennbar ist der deutsche Tourist an seiner Pausenbrot – Dose mit sorgfältig vorbereiteten Schnittchen, der Jack Wolfsskin Jacke und den obligatorischen weißen Socken in der Sandale. Socken ist eigentlich der falsche Ausdruck, Kniestrümpfe sind es, die dann auch bis zu den Knien hochgezogen werden.

Frühsport ist jedem Deutschen wichtig. Das zeigt der morgendliche Handtuch – Run um die besten Liegen am Pool. Am liebsten führt der Deutsche diesen sportlichen Wettkampf mit dem englischen Feind.

Fotokamera ist das wichtigste Urlaubsutensil. Damit kann der Deutsche als Beschwerdeweltmeister vortrefflich Schmutz und Schäden am Hotel dokumentieren, um nach Frankfurter Tabelle eine Entschädigung beim Reiseveranstalter einzuklagen.

Das Essen schmeckt nicht, der neu gekaufte Schuh hat verknotete Schnürsenkel oder Nachts bellt ein Hund. Für den Deutschen Grund genug online Portale für bittersüße Bemerkungen zu Missbrauchen. Der Nörgel – Teutone liebt es nach dem Urlaub schlechte Internet – Bewertungen abzugeben.

Weitere Klischees sind ständiger Zeitdruck und Kopfschütteln. Zu Hause kann man vieles besser als die Spanier.

Deutsche Urlauber sind häufig Gewohnheitstiere. Zwar werden manchmal neue Ziele ausprobiert, in der Regel kehrt man jedoch an schöne Orte mehrmals zurück. Selbstverständlich auch in dieselbe Unterkunft – Jahrelang. Daher schätzt man Deutsch besonders als Treue Gäste.

 

Weshalb die Holländer vergessen wurden?
Niederländer kommen so selten nach La Palma, weil die Insel schwer mit Wohnwagen erreichbar ist.

 

Zynismus bei Seite hier ist die Realität.

Viele dieser Klischees und Vorurteile mögen manchmal zutreffen. Auf La Palma hält sich dies jedoch in Grenzen, weil wir keine Party Insel oder Massenziel sind. Gröhlgruppen und Saufgelage nach Ballermann Vorbild sind auf der Isla bonita nicht zu befürchten. Hier urlauben Menschen mit Hirn und Herz.

La Palma bietet Ruhe, üppige Natur mit Unmengen an Wanderwegen, Sportmöglichkeiten von Klettern über Tauchen bis hin zum Mountainbiking. Wer damit nichts anfangen kann, liest entspannt ein Buch oder besucht unsere zahlreichen Musen und Sehenswürdigkeiten.

Diese ruhige Urlaubsart schränkt das potenzielle Klientel der Isla bonita ein, was die Zukunft im Tourismus schwierig macht. Ohne All–in–Burgen tuen sich Reiseveranstalter schwer, weil Geld an Massen verdient wird. Individualreisende passen nicht wirklich in deren Programm.

Zukunft des Tourismus auf La Palma

Hauptreisezeit auf den Kanaren, so sagt der Hotelverband, ist die Winterzeit. Doch was geschieht, wenn die Zeitumstellung fällt, wir nur noch Sommerzeit haben?
Da kann man schon Nachdenklich werden und dunkle Wolken am Horizont erahnen. Bleiben uns die Gäste auch ohne Winterzeit erhalten?

Einige Statistiken mit Vermutungen.

Geplante Reiseziele der Stiftung für Zukunftsfragen.

Reise Prognose der deutschen

Reise Prognose der Dänen

Reise Prognose der Briten

Welche Art von Urlaub Touristen bevorzugen hat Airbnb durch Umfragen zusammengestellt. Was auf unsere Insel zutrifft, wer auf La Palma 2020 urlaubt werden wir am Jahresende wissen.

 

Fliegen sie besser nicht nach La Palma

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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