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La Palma spielt mit Magma

Zapfen wir die Hölle an?

Auf der Suche nach sauberer Energie soll es nun unserem Vulkan an das Magma gehen.

Historische Eruptionen und neuste Ereignisse haben gezeigt, dass unser Vulkan aktiv arbeitet. Hier wurden die höchsten Helium-3-Emissionen im Archipel registriert. Dies zeigt, dass der Wärmefluss auf La Palma höher ist, als auf den restlichen Inseln.

Ein Forschungsprojekt der Inselregierung und Involcan soll prüfen, ob geothermische Kapazitäten der Magma unter der Cumbre Vieja zur Eigenversorgung mit grüner Energie infrage kommen.

 

Unerschöpfliche Energiequelle.

Könnte man die Magma-Hitze im Untergrund nutzen, hätte man eine unerschöpfliche Energiequelle, die 100% sauberen Strom erzeugen kann. Ob dies auf La Palma funktionieren kann, soll nun ein Millionenschweres Forschungsprojekt klären.

In der ersten Phase des Projekts, so die Vereinbarung zwischen dem Cabildo La Palma und dem Vulkanologie-Institut der Kanarischen Inseln (Involcan), soll das geothermische Potenzial der Insel getestet werden. Folgen würden im besten Fall Probebohrungen und später eine wirtschaftliche Nutzung der 900 Grad heißen Magmamassen.

 

Wie funktioniert geothermische Stromgewinnung?

Auf den ersten Blick ist es simpel die Energie der Erde zu nutzen.
Man baut einen natürlich vorkommenden Geysir nach.

Dazu bohrt man zwei nebeneinander liegende, tiefe Löcher in den Magmabereich des Vulkans. In eines dieser Löcher füllt man Wasser, welches sich durch das heiße Magma erhitzt und als Wasserdampf mit großem Druck aus dem zweiten Bohrloch wieder nach oben schießt.

Dieser kräftige Wasserdampf könnte große Schaufelräder einer Turbine antreiben, die dann mit Dynamos Strom erzeugen.

 

Die Idee ist nicht neu.

Forscher haben bereits 2008 versucht eine Magmakammer aus Island anzubohren, um Energie zu gewinnen. 4 Jahre später galt das Projekt als gescheitert und wurde gestoppt.

Heute ist Magma-EGS (Enhanced Geothermal System) erfolgreich.
Island gewinnt bereits 27 Prozent seines Stroms aus Geothermal – Kraftwerken und in der Hauptstadt Reykjavik heizen 150.000 Menschen ihre Häuser mit heißem Wasserdampf aus dem Vulkan.

Ähnlich sieht es in Neuseeland aus. Hier werden etwa 7% der Elektrizität von geothermalen Kraftwerken produziert. Auch die Zweimillionenstadt San Francisco wird bereits mit Vulkanhilfe versorgt. Dazu wurden, für das geothermal Kraftwerk „The Geysers“ 300 Bohrlöcher mit 600 Meter Tiefe angelegt.

 

Funktioniert EGS auf La Palma?

Ob geothermische Ressourcen im Untergrund der Cumbre Vieja für ein solches Projekt ausreichen, können wohl nur Explorationsbohrungen ergeben. Alleine diese wurden auf etwa sechs Millionen Euro geschätzt. Das kann die Insel nicht stemmen. Neben Staatsfinanzierung sucht man deshalb nach EU Geldern.

Diese hohen Kosten sind jedoch nur ein Klacks im Vergleich zu tatsächlichen Investitionen, sollte es tatsächlich dazu kommen, dass wir unsere Energie aus der Magmahölle beziehen möchten.

Ich mag erneuerbare Energie, bin mir aber nicht sicher, ob ich ein Kraftwerk auf der Cumbre stehen sehen möchte. Bleibt zu hoffen, dass wir bei all den Anstrengungen nicht vergessen, bereits vorhandene Ressourcen wie Wind und Sonnenenergie auszubauen.

Über Graja (1991 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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