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La Palma von der Zukunft überrollt

Kein Angebot, keine Nachfrage, keine Wanderinsel.
Wie tickt eigentlich ein Tourist, was erwartet er und wie verbringt er seine Urlaubstage? Fragen, die man sich im Wandel der Zeit stellen sollte, denn unsere Besucherzahlen sinken kontinuierlich. La Palma wird zu wenig nachgefragt, im Ergebnis unrentable Flugverbindungen gestrichen.

Tourismusverbände, Lobbyisten wie Politiker, nutzen Massenvernebelungswaffen in Form von online Portalen und Tageszeitungen, um uns klar zu machen, dass alles ganz einfach ist. Wir brauchen Golfplätze, ein Besucherzentrum auf dem „Roque de los Muchachos“ und mehr Werbung, schon läuft das ganze wieder. … Doch selbst wenn viele Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es eine Dummheit. Kaum ein La Palma Besucher, der nicht einen Ausflug zur Sternwarte macht. Werden mehr Touristen nach La Palma kommen, wenn ein millionenteures Besucherzentrum dort steht?

Der Fehler: La Palma ist keine Wanderinsel.
La Palma ist ein Naturparadies, in dem der Gast wandern, aber auch viele weitere Naturerlebnisse genießen kann. Und genau hier liegt das Problem. Durch einseitige Werbung wird dem Besucher suggeriert, dass, was ihn erwartet, Wanderwege und Spazierstöcke sind. Zu wenig also, um unterschiedliche Interessen von Familien oder dynamischen Singles zu befriedigen. Ein gutes Beispiel dieser fehlgeleiteten Vermarktung finden wir auf der Webseite des Cabildo de La Palma. Zitat: Mountain Biken, Tauchen, Sternbeobachtung, Bootausflüge, Gleitschirmfliegen sind alle auf La Palma möglich. Aber … Was folgt ist eine lange Abhandlung über Wandern auf La Palma. Denn La Palma ist eine Wanderinsel, basta.

Mit dieser eingeschränkten, in alten Schädeldecken fest eingebrannten Denkweise, wird die Insel seit Jahren beworben. Andere Aktivitäten sind nicht nennenswerte Nebenprodukte. Randgruppen, zu denen auch Touristen gehören, die ohne Stiefel und Rucksack anreisen. Wer möchte schon Aussenseiter sein? Da fliegt man doch lieber gleich zu einem Reiseziel, welches den unterschiedlichen Interessen aller Familienmitglieder gerecht wird. …ja, solche Ziele gibt es in dieser Welt.

Am Ende des Tunnels ist immer ein Licht

Am Ende des Tunnels ist immer ein Licht

Bewaffnen Sie sich einmal mit einem Lasso und stellen sich an einen beliebigen deutschen Flughafen. Fangen sie wahllos 20 Reisende ein, fragen nach ihrer Freizeitbeschäftigung im Urlaub und stellen alle, die ausschließlich wandern, an den Schalter nach La Palma. Ein zweisitziges Segelflugzeug wird wohl für den Transport reichen. Weshalb es zu wenig Flüge nach La Palma gibt?

Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen. Vielleicht sollte man nun etwas Abstand von der Wanderinsel nehmen und auf den Wanderkeller der Isla bonita noch ein paar sportliche Stockwerke setzen. Eines haben wir bereits mit dem Cit Tedote (hier ist ein gutes Beispiel).

Zu einem Hochhaus reicht das noch nicht. Umdenken ist angesagt, dann kommen die Bewohner ganz von selbst.

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Über Graja (1872 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

5 Kommentare zu La Palma von der Zukunft überrollt

  1. Ich komme schon 10 Jahre zum Fliegen nach La Palma, der Ausblick ist traumhaft.

  2. kanarenfan // 11/01/2014 um 15:59 // Antworten

    Bitte bitte keine Hochhäuser bauen. Die haben auf dieser schönen Insel so wenig zu suchen wie all inklusive Pauschaltourismus.

  3. Dem Artikel stimme ich zu. Nur wenige wissen, dass auf La Palma mehr als Wandern machbar ist. Wanderinsel heißt für viele Rentnerinsel.

  4. Doch, La Palma ist eine Wanderinsel, für meine Frau jedenfalls. Ich gehe in der Zeit zum Tauchen oder Schnorcheln. Eine lohnenswerte Kombi für beide. Im März ist es wieder so weit:-)

  5. ich mag wandern um des wandern willens wirklich nicht. habe auch keine wanderschuhe. aber so viel und so lange wie auf la palma bin ich sonst nirgendwo zu fuß unterwegs.
    schlimm sind leider die gestrichenen flugverbindungen…………………
    übrigens: wir haben hier letztes jahr vor der haustür auch einen schönen neuen flughafen (KSF) bekommen (für 265.000.000€)
    es fehlen nur ein paar palmen. ansonsten erinnert er stark an la palma: absolut am bedarf vorbei gebaut. jedes flugzeug wird in der tagespresse mit einem artikel bedacht, wobei die redakteure sich bis mai irgend wie über die zeit retten müssen, so lange findet hier nämlich seit oktober kein flugbetrieb statt (fallschirmspringer und kleine geschäftsflugzeuge ausgenommen-aber die brauchen so einen riesen flughafen nicht)
    nos vemos en la isla bonita,
    mike

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