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Legende um Maria Liberata

Grausamer Tod in San Andres.

Im Nordosten von La Palma, zwischen Puntallana und Barlovento liegt die Gemeinde San Andres y Sauces. In der historisch geprägten Gemeinde finden wir nicht nur die alte Guanchenhöhle „Cueve del Tandal“ mit zwei alten Sammelgrabhöhlen. Auch Kirchen, wie die „San Andres Apostol“ oder „Nuestra Señora de Montserrat“ spielen eine wichtige Rolle.

Gebaut um eine der ältesten Kirchen der Insel (Dokumente belegen das Jahr 1515) entwickelte sich San Andres schnell zum Verwaltungszentrum des Nordosten von La Palma, bekam Stadtrechte und wurde Sitz vieler namhafter Familien, wie Guisla, Pinto, Abreu oder Rege. Die reiche Gemeinde war neben der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma die Einzige, die öffentliche Notare hatte.

In diesem Umfeld spielt die Legende um die 1722 geborene Frau mit dem Namen „María Liberata von Guisla Boot Salazar de Frías Abreu y van de Walle”.

 

Die Legende um Maria

Maria Liberata, eine Frau von berühmter und reicher Geburt, war eine despotische Dame, launisch und anspruchsvoll. Sie konnte es sich leisten, trug doch ihr Bruder den Titel des “Marquis von Guisla und Ghiselín”. Auch ihr Ehemann “Domingo Van de Walle de Cervellón” war als Bürgermeister von Alguacil, dem Heiligen Büro der Inquisition, ein angesehener Mann.

Nach dem Tod ihres Mannes und des Bruders, vereinsamte die mürrische Frau. Alleine und ohne Kinder lebte sie in einem Haus in San Andres, direkt neben der Kapelle Virgen del Pilar. Man sagt, sie habe das Haus bis zu ihrem Tod nicht mehr verlassen. Selbst die Messe lies sie sich unter einem Fenster halten.

 

1806 starb Maria.

Nach ihrem Tod wurde Maria in einem gepolsterten Sarg ohne Deckel, mit Branntkalk bedeckt und in der Krypta der Victoria-Kapelle, deren Eigentümer sie war, auf einer Fläche von 10,60 Quadratmetern, in einem Gewölbe aus Lehmziegeln beigesetzt.

Zeichen aus dem Grab.

Tage später hörte der Priester Stimmen und dumpfe Schläge aus dem Grab. Hilferufe, oder Einbildung? Der Sakristan verlies die Szene ohne jemandem davon zu erzählen, weil der nicht wollte, dass man ihn für verrückt hält.

Jahre später, im Jahr 1814, stirbt auch der Priester „Ambrosio Arturo de Paz“. Die Krypta wurde erneut geöffnet und Ambrosio bestattet.

Dort fand der Priester, so die Legende, Maria außerhalb des Grabes, mit einem Ziegelstein in der Hand, auf der Treppe zur Krypta sitzen.

Legende oder Wahrheit?

Ein Team von Archäologen wollte dieser Legende auf den Grund gehen und machte 1986 eine Ausgrabung um menschliche Überreste zu untersuchen.

Sie fanden die Leichen von zwei Priestern und einen dritten Körper. Den von Maria Liberata. Nicht in ihrem offenen Sarg, die Überreste wurden an einer anderen Position entdeckt.

Die Legende schient also wahr zu sein … Maria Liberata wurde lebendig begraben.

 

Über Graja (2001 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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