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Neues Fluggerät für die Insel

Die neuen auf dem Weg. Foto Gobierno de Canarias

Neuer Helicopter für La Palma.

Hätten wir noch Münzfernsprecher, wo wären dann die Selfis?
Fortschritt muss sein, dachte sich das Ministerium für Raumordnung und Sicherheit (Consejería de Política Territorial, Sostenibilidad y Seguridad del Gobierno de Canarias) und orderte gleich mehrere, brandneue Helicopter für Fuerteventura, La Palma und El Hierro. Gekleckert wurde dabei nicht. Mit dem “PZL W-3 Sokół” wurde das modernste Fluggerät Europas eingekauft – sagt das Ministerium.

Ein polnischer Mehrzweckhubschrauber, der für militärische Zwecke entwickelt wurde und seit vielen Jahren im polnischen Heer, der Luftwaffe sowie der Marine in Dienst steht. Auch die Arme des Irak, China oder den Philipinen nutzt diesen Hubschrauber. Eine zivile Variante wird auch auf dem spanischen Festland und in Deutschland genutzt. Auf La Palma wird er nun die schwarz-roten Bell ersetzen.

Rettung aus der Luft

Ein Helicopter für alle Fälle

Das je nach Ausstattung, 5 bis 7 Millionen Dollar teure Fluggerät, soll bei Notfällen, Such- und Rettungsaktionen, aber auch bei Waldbränden eingesetzt werden. Er ist in der Lage mit einem zusätzlichen Unterrumpftank bis zu 1.589 Liter Wasser zu tragen.

Besonderheiten des Sokol

Anstelle der für Helikopter üblichen Kufen, kommt der Sokal mit einem (nicht einziehbaren) Fahrwerk um die Ecke. Laut dem Hersteller ermöglicht dies eine stabilere Landung bei schwierigem Gelände und dämpft Erschütterungen beim Aufsetzen. Je eine breite Schiebetür auf jeder Seite erleichtert das Beladen und Handling mit Krankentragen.

Ein 4-Achsen-Autopilot ermöglicht zusammen mit GPS nicht nur eine Route selbstständig zu fliegen, auch ein automatisches Fliegen auf der Stelle ist bei Rettungs- und Transportaufgaben möglich.

Auch seine sonstigen Daten überzeugen.

Bei einer maximalen Zuladung von 3.100 kg bietet der Sokol Platz für 12 Personen plus 2 Mann Besatzung und ist für Einsatztemperaturen von −40 bis +43 °C geeignet. Hochgerüstet mit 2, jeweils 662 kw starken Gasturbienen als Antrieb des vierblätterigen Glasfaserrotors, schafft er bei 1.244 km Reichweite eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.

Fehlende Information

Worüber sich die Information des Gobierno de Canarias nicht auslässt, ist die umstrittene Frage, ob die neuen Helicopter mit einem Kran ausgestattet sind. Piloten hatten bemängelt, dass ein Großteil der im Einsatz befindlichen Helis keinen Kran zur Rettung von Personen an Bordhatten. Wir hatten hier unter dem Titel “Schnelle Rettung fehlgeschlagen” darüber berichtet. 

Laut Pressemeldung des Gobierno de Canarias sollte das neue Fluggerät gestern ankommen. Zurzeit ist der Heli noch nicht auf La Palma. Man wird also abwarten müssen, dann klärt sich auch die Frage nach einem Rettungskran.

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Über Graja (1837 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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