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Oh je, giftige Fische

Henkersmahlzeit Fisch.

Die Presse überschlägt sich, Kugelfische scheinen die Kanaren zu überfallen.
Begonnen hat es mit einer Meldung der Europapresse. Das ozeanographischen Institut in Spanien hat festgestellt, dass Populationen des „Pez Globo“ auf den Kanaren zugenommen hat.

Ein gefundenes Fressen für Schreiberlinge, die in Zeiten ohne besondere Ereignisse, gerne jede Schlagzeile aufnehmen. Also haben (fast) alle nennenswerte Online Blogs darüber berichtet. Der giftige Fugu bedroht unser Leben.

Woher die Panik?

Ja, der Kugelfisch, jedenfalls einige der 16 Arten, ist bei verzehr giftig. Allerdings nur bei falscher Zubereitung und neu ist das nicht. Auch dass es 4 dieser 16 Arten auf den Kanaren gibt ist nicht neu. Den Pez Globo konnte man als Taucher schon vor 20 Jahren sichten. Auch Fischer hatten ab und an einen im Netz oder der Reuse.

Auch die Schlagzeile: Wissenschaftler des ozeanographischen Institut warnen vor einer starken Zunahme dieser giftigen Fische auf den Kanaren, ist Blödsinn. Dort steht lediglich, dass die Populationen des Pez Globo deutlich zugenommen zu haben.

Nach einigen tausend Tauchgängen vor kanarischen Küsten kann ich eine deutliche Zunahme der Spezies in den letzten Jahren zwar nicht erkennen. Gezählt habe ich sie aber nicht und je nach Jahreszeit sind es mal mehr, mal weniger.

Wichtig:
Der Kugelfisch ist kein gefährliches Raubtier, welches Schwimmer und Badegäste ihres Lebens beraubt. Lediglich der Verzehr kann tödlich enden.

Aber auch das sollte kein Problem sein, denn Fischer wie Köche sollten eigentlich wissen, das man von Fugo die Finger lässt.

Wer es dennoch kosten möchte, sollte seinem Koch vertrauen, damit das köstliche Fleisch nicht zur Henkersmahlzeit wird.

Das Muskelfleisch der Kugelfische ist (meist) ungefährlich. Teile des Fisches, wie Darm, Leber, Eierstöcke oder Haut sind jedoch hoch giftig. Wird der Fugu falsch zerlegt, gelangt Gift auch an des begehrte Fleisch. Die Folgen sind extrem gefährlich.

Es beginnt ähnlich einer Betäubungsspritze, mit kribbeln im Mundraum und tauben Lippen. Dann kommt Atemnot, Seh- und Wahrnehmungsstörungen bis das Herz seine Tätigkeit einstellt. Die hohe Vergiftungsgefahr hat dazu geführt, das Fang, einfuhr und Zubereitung in vielen Ländern verboten ist. In Japan dürfen nur speziell ausgebildete Köche Fugu zubereiten.

wer so guckt kann nicht gefährlich sein

Pez Globo ist keine Meldung wert.

Je nach Gebiet, sind viele Fische, meist Raubfische, die sich von giftigen Meerestieren ernähren, für den menschlichen Verzehr nicht geeignet. Das ist nicht neu. Der Kugelfisch gehört dazu. Auch dies ist nicht neu. Pez Globo vor den Kanaren – auch nix neues.

Dazu der Meeresbiologe Carlos Sangil Hernández:
Sólo recordar que no es una especie exótica, se distribuye por todos los mares tropicales y subtropicales, extendiendo su distribución hasta aguas templadas. Es una especie ampliamente distribuida y conocida en Canarias, que forma grandes grupos en verano para reproducirse, momento en el que es observada cerca de la costa. Por lo tanto no puede catalogarse como una especie invasora. Este año, las especiales condiciones climáticas que hemos tenido han favorecido la aparición de grandes cardúmenes en todas las islas del archipiélago.

Für Sie frei Übersetzt:
Nur zur Erinnerung, es ist keine exotische Spezies. Sie ist es in tropischen und subtropischen Meeren verteilt und eine weit verbreitete Art und auf den Kanaren bekannt. Sie bilden in gewissen Zeiten große Gruppen um sich zu reproduzieren. In diesem Jahr haben die besonderen klimatischen Bedingungen, die wir hatten, dazu geführt, dass große Schulen vor allen Inseln des Archipels auftraten.

Daher kann es nicht als invasive Spezies eingestuft werden.

Nicht fangen, nicht Essen, Thema durch.

Über Graja (1979 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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