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Ostseite wichtiger als Westseite

Von je her war die Ostseite von La Palma wichtiger als die Westseite.

Entwickelt hat sich das, gegen Ende des Mittelalters aus klimatischen Bedingungen und zahlreichen Entdeckungs- und Eroberungsreisen. Damals wurden die ersten dreimastigen Schiffe gebaut, aus denen sich in Portugal und Spanien die Karavelle entwickelte, mit der alte Seefahrer wie Kolumbus oder Magellan ihre Entdeckungsreisen unternahmen.

Ziel dieser Fahrten war es, die Reichtümer ferner Länder, wie Gold oder Gewürze zu erbeuten und nach Hause zu bringen.

Handelsrouten gingen über die Kanaren.

Ob Amerika, Indien oder Madagaskar, Schiffe passierten die Kanaren.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Gewürzroute, ein alter Seeweg zu den Molukken. Auf diesen Gewürzinseln gab es Muskatnuss, Zimt, Pfeffer und Gewürznelken. Zu dieser Zeit unendlich kostbar, so dass man damit in Europa ein Vermögen verdienen konnte. Mit dieser schwierigen Passage, vorbei an den Kanaren, Kapverden und dem Cap der guten Hoffnung, ging es in den Indischen Ozean. Ein beschwerlicher und gefährlicher Weg, auf dem auch Piraten lauerten.

Segelschiffe brauchen Wind.

Routen einzelner Seewege richten sich nach Wind und Strömungen.
Zwei Effekte, auf die alte Seefahrer nicht verzichten konnten. Selbst in der heutigen Zeit spielen diese Dinge noch eine Rolle.

1. Die Kanaren liegen etwa 28 Grad nördlich des Äquators, am Rande des Gebietes, in dem Luftmassen in Richtung Äquator strömen. Dadurch herrscht an den meisten Tagen des Jahres Nordostpassat.

2. Hinzu kommen die Äquatorialströme.
Meeresströmungen die immer, selbst wenn der Wind die Richtung wechselt, nach Westen fliesen. Ideale Grundlagen für Handelsrouten.

Weshalb die Ostseite der Inseln?

An den Kanaren führte kein Weg vorbei. Dass man die Ostseite der Insel wählte hat einen einfachen wie praktischen Grund.

In den meisten, damals noch naturbelassenen Häfen, konnten Segelschiffe leichter auslaufen, wenn sie mit Hilfe der Passatwinde in See stachen.

Auf La Palma weht im Durchschnitt ein Wind aus Nord-Nord-Ost mit 28 km/h an ganzen 1434 Stunden pro Jahr. Windstill ist es laut Statistik nur an 15 Stunden jährlich. Starkwind von mehr als 50 km/h ist mit durchschnittlich 3 Std. im Jahr ebenfalls eher selten. Für Segelschiffe also optimale Bedingungen auf der Ostseite.

Häfen auf der Ostseite

Nicht nur auf unserer Insel ist das so.
Im ganzen Archipel der Kanaren entwickelten sich so alle Hauptstädte um die Häfen auf der östlichen Seite.

Lanzarote – Arrecive
Fuerteventura – Puerto del Rosario
Gran Canaria – Las Palmas
Teneriffa – Santa Cruz de Tenerife
La Gomera – San Sebastian
El Hierro – Valverde
La Palma – Santa Cruz de La Palma

 

Columbus wählte bei seiner ersten Reise nach Südamerika eine Route über die Kanaren. Dabei legte er in San Sebastian auf der Ostseite von La Gomera einen Stop ein.

Spaß und Freizeit Segler die heutzutage mit Motorkraft auslaufen, so wurde mir versichert, sollen im Westen von La Palma bessere Segelbedingungen haben.

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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