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Papaya verblüfft als Multitalent

Weshalb schon Kolumbus von Superfood beeindruckt war und weshalb eine exotische Frucht La Palma erobert.

frische Papaya

Geniale Frucht auf La Palma.

Die meisten Regentage im Kanarischen Archipel werden auf La Palma gezählt. Dazu kommen etwa 2.700 Stunden Sonne pro Jahr und durchschnittliche Temperaturen von 19 bis 27 Grad. Daraus entwickelt sich ein Klima, welches für subtropische Gewächse wie die Papaya beste Grundlagen bildet. Daher finden wir die exotische Frucht auf der ganzen Insel.

Geschichte der Carica papaya.

Die ursprüngliche Wildform der tropischen Nutzpflanze kommt aus dem südlichen Mexico bis Costa Rica. Ihr Name „Papaya“ stammt aus der alten Sprache der Arawak Indianer. Ihre Sprache (Arawakisch) wird noch heute in Guyana von etwa 1500 Menschen gesprochen.

Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts begannen die Spanier Papaya in der Welt zu verbreiten. Sie pflanzten die Frucht auf den Antillen und Philippinen an und brachten die Papaya nach Indien, Afrika und vermutlich bei der Eroberung der Kanaren auch nach La Palma.

In großem Stil wird Papaya auf La Palma nicht angebaut, aber man bekommt die grün-gelbe Frucht auf Bauernmärkten und einigen Supermärkten der Insel.

 

Vitamine halten Gesund

Lebensrettende Verpflegung.

Entzündete Gelenke, Muskelschwund und ausfallende Zähne plagten im 16. Jahrhundert die Menschheit. Besonders auf Schiffen konnte man den körperlichen Verfall der Seeleute erkennen. 1542 notierte der französische Entdecker „Jaques Cartier“ in seinem Logbuch, dass Matrosen nach Zahnfleischbluten Halluzinationen bekommen, erblinden und der Tod folgte.

Bis ins 18. Jahrhundert soll die Royal Navy mehr Schiffe durch diese rätselhafte Erkrankung verloren haben, als durch feindliche Angriffe. Dies änderte sich erst, als der britische Marinearzt „James Lind“ die Ursache aufklären und Skorbut als Auslöser benennen konnte. Vitamin C kannte man damals noch nicht, aber er therapierte erkrankte Matrosen mit unterschiedlichen Mitteln. Darunter neben Essigwasser und Schwefelsäure auch Orangen und Zitronensaft. Bei Konsumenten von Zitrusfrüchten bemerkte er eine schnelle Genesung. Diese Erkenntnis machte sich 1768 der englische Entdecker „James Cook“ zunutze und bunkerte Sauerkraut und eingekochten Saft von Zitrusfrüchten.

Schon viel früher wusste der venezianische Händler und SeefahrerMarco Polo“ von lebensrettender Wirkung der Papaya. Er soll die Frucht bei Seefahrten nach China mit an Bord genommen haben, um seinen Vitaminbedarf zu decken.

Auch Kolumbus soll von der Papaya begeistert gewesen sein, als er bei Ureinwohnern der Karibik beobachtete, dass diese Ihre Mahlzeiten mit Papaya beenden, um keine Verdauungsprobleme zu bekommen.

 

Multitalent Papaya

Krankheits-Killer Papaya.

Zahlreiche Wirkungen werden der Papaya angedichtet. So zum Beispiel, dass die Blätter und Frucht gegen Krebs helfen oder als natürliches Verhütungsmittel eingesetzt werden können. Na ja – manchmal hilft ja auch glauben.

Medizinische Heilwirkung von Bedeutung.

Papaya entgiftet den Organismus, fördert die Fettverbrennung und regt die Verdauung an.

Die Papaya Frucht enthält kaum Zucker oder Fett, ist dafür aber reich mit Vitaminen (A,B,C,E) gesegnet. Schon 100 Gramm decken den Tagesbedarf.

Reich an Calcium, Magnesium, Kalium und Folsäure, glänzt die Papaya auch mit dem Enzym „Papain“. Es hilft Eiweiß zu verdauen, kurbelt den Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem.

Damit ist Papaya der ideale Partner zur Gewichtsreduktion für Menschen die gerne Abnehmen möchten.

 

Papaya Kerne

Auch Papaya Kerne gelten als Superfood.

Was die meisten Menschen herauskratzen und achtlos in den Müll werfen, sind kleine schwarze Diamanten, denn die Kerne sind essbar und haben, durch den hohen Anteil an Papain ganz besondere Eigenschaften.

In getrockneter Form entgiften sie den Darm, helfen gegen Magenentzündungen und gelten als natürliche Zart Macher für Fleisch. Sie können komplett mitgegart, oder wie Pfeffer gemahlen und als Gewürz verwendet werden.

Dazu müssen Sie lediglich die Kerne vom Fruchtfleisch reinigen und auf Backpapier im Backofen langsam trocknen. Alternativ sind die Kerne auch für ca. 20,- Euro je 100 Gramm im Handel.

 

Papaya Rezepte

Zubereitung und Rezepte.

Papaya kann, egal ob grün und unreif oder Goldgelb und reif, gegessen werden.

Die Frucht schmeckt je nach Reifegrad unterschiedlich, schmeckt roh, gekocht und gebraten.

Die grüne Papaya hat einen leicht bitteren bis säuerlichen Geschmack und eignet sich besonders für frische Salate, weil das hellgrüne Fruchtfleisch bestens mit Limetten, Chili und Garnelen harmoniert.

Man kann sie auch nutzen, um Fischsaucen einen spritzigen Geschmack zu verleihen. Das feste Fleisch lässt sich sehr gut mit einer Reibe oder Gemüsehobel zerkleinern.

Die reife Papaya ist hingegen vielfältiger. Wer den Geschmack mag, kann das Fruchtfleisch einfach mit dem Löffel aus der Schale essen.

Gemischt mit etwas Ingwer und braunem Zucker lässt sich eine leckere, kalte Salsa mixen.

Obstsäfte mit Papaya

Da sich die reife Papaya hervorragend mit Zitrusfrüchten wie Orange, Ananas, Erdbeeren oder Äpfel verträgt, lassen sich im Handumdrehen schmackhafte Fruchtsäfte, oder einen frischen tropischen Smoothie verwandeln. Besonders fein werden diese, wenn man etwas Milch dazu gibt.

Vorsicht: Papaya verträgt sich nicht mit Joghurt oder Frischkäse. Diese Kombination ergibt einen grässlich bitteren Geschmack.

In gleicher Kombination (ohne Milch) lässt sich die Papaya Frucht zu Marmelade einkochen. Dazu müssen Sie das Fruchtfleisch mit etwas Limettensaft beträufeln und zusammen mit Orangen und / oder weiteren Obstsorten pürieren und kurz aufkochen und eindicken.

Nutzen Sie dazu aber keine tierische Gelatine, das verträgt sich nicht mit dem Enzym Papain. Besser ist das pflanzliche Aga Aga.

Exotische Papaya Suppen gelingen in Verbindung mit Mango und Orangen am besten. Fruchtfleisch zusammen mit etwas Ingwer und einigen Limetten tropfen einkochen und mit Chili würzen. Pürieren und schon ist die fruchtige Papaya – Suppe fertig.

 

Wissenswertes über Papaya

Das sollten Sie über Papaya wissen!

Vorsicht bei der Ernte, die Papaya ist nicht wehrlos und verteidigt sich mit Gift. Wird der Stängel abgeschnitten, tritt eine giftige Milch aus. Auch die Pollen gelten als gefürchtetes Allergen.

Wird eine Papaya voll-grün geerntet, reift sie nicht mehr nach.

Wenn Sie keine unreifen Früchte mögen, kaufen Sie nur Papayas die bereits gelbliche Stellen haben. Dann reifen Sie in der Obstschale langsam nach und sie können das Fruchtfleisch nach Wunsch und Reifegrad verwenden. Komplett reif ist das Fruchtfleisch, wenn die Frucht bei leichtem Druck mit dem Daumen etwas nachgibt.

Papaya sollte immer alleine aufbewahrt werden. Sie produziert bei Lagerung das Reifegas Ethylen, welches Obst in der Nähe ganz schnell vergammeln lässt.

Die Reife Papaya hält bei Zimmertemperatur nur 4 Tage. Im Kühlschrank kann sie bis zu einer Woche aufbewahrt werden.

 

Papaya Baum

Der Papaya Baum ist kein Baum.

Obwohl wir zu Beginn von dem Papaya Baum sprachen, ist die Papaya-Pflanze kein Baum. Die Birnenförmige Frucht wächst zwar an einem 5 bis 10 Meter hohen Stamm, dieser verholzt aber nicht, deshalb darf die Papayapflanze weder als Baum noch als Strauch bezeichnet werden. Wikipedia spricht an dieser Stelle von einem baumförmigen Kraut.

Dies mag für Botaniker von Interesse sein, für mich zählt die Frucht, und die ist lecker, gesund und vielseitig.

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

1 Kommentar zu Papaya verblüfft als Multitalent

  1. Guter Artikel,
    aber Marco Polo war in China einige 100 Jahre bevor Kolumbus Amerika erreicht hat. Vermutlich hätte er diese Frucht nur zu gerne gehabt?
    Übrigens es gibt zum Verzehr der Schalen unterschiedliche Meinungen?
    Vieleicht könnte man da noch etwas nachbessern.
    Ansonsten immer wieder gerne gelesen da „Geruch des Kommerzes“ in den Artikeln fehlt.

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