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Passionsfrucht für die Insel

Maracuja für die Landwirtschaft.

Kanarische Forscher arbeiten daran, den großflächigen Anbau von Passionsfrüchten im Archipel zu ermöglichen. Die Ursprünglich aus Brasilien und Paraguay stammende Frucht könnte auf den Kanaren gute Bedingungen finden und die Stellung der Landwirte stärken.

Auch Mango oder Kaktusfeigen wurden einst eingeführt und entwickelten sich, wie die Avocado prächtig. Zum großen Boom schaffte es auf La Palma jedoch lediglich die Banane.

Ob die Maracuja eine ähnliche Geschichte schreiben kann?

Passiflora edulis.

Passionsblumen werden auch in Europa immer beliebter, womit Passionsfrucht und Maracuja an kommerzieller Bedeutung gewinnen. Sie können roh verzehrt, zu Saft gepresst oder in Eis und Desserts verwendet werden. Auch in der Kosmetikindustrie finden die Früchte in Ölen und Cremes Verwendung.

Maracuja und Passionsfrucht gehören beide zu den Passionsblumen Gewächse, unterscheiden sich jedoch in Geschmack und Aussehen.

Die Passionsfrucht schmeckt süßlicher und hat eine dunkelrote bis violette Schale. Etwas säuerlicher ist die gelbliche und größere Maracuja, die als Unterart der Passionsfrucht bezeichnet wird. Beide Früchte dieser Gattung haben jedoch gemeinsam, dass Sie in tropischen und subtropischen Gebieten bestens gedeihen.

 

Agrarforschung auf den Kanaren.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht arbeitet nun mit der ICIA (Kanarisches Institut für Agrarforschung) an einem Forschungsprojekt, das Anbau und Vermarktungsmöglichkeiten ermittelt.

Erste Versuche haben gezeigt, so die Information aus dem Gobierno de Canarias, dass mit geeigneten Kultivierungsverfahren das ganze Jahr über eine hohe Ausbeute in kurzen Produktionszyklen möglich ist. Nun arbeitet man an Lösungen, um Schädlinge und Krankheiten, die eine Qualität beeinflussen könnten, in den Griff zu bekommen.

Vermarktungsmöglichkeiten noch unbekannt.
Ein weiteres Problem, an dem die Forscher arbeiten, ist die Vermarktung. Der überwiegenden Mehrheit der Verbraucher auf den Kanaren ist die Frucht wenig bekannt und Chancen für den Export müssen ausgelotet werden.

Ziel des ICIA ist es deshalb auch die Werbetrommel zu schlagen.
Um zu einer ganzjährig stabilen Produktion zu kommen, die für Betriebe auch rentabel ist, muss die Bevölkerung ernährungsphysiologische Eigenschaften der Früchte kennen. Frisches Obst, Saft, Desserts , Saucen, Marmeladen oder Eiscreme werden hier als Verwendungsmöglichkeiten angegeben.

Ergebnisse dieser Arbeiten sollen in Form von Berichten und Vorträgen auf Fachkonferenzen und Veröffentlichungen in spezialisierten Informationszeitschriften verbreitet werden.

Es ist noch ein langer Weg.
Ob oder wann sich Passionsfrüchte auf den Kanaren durchsetzen, ist also noch lange nicht geklärt.

Möglicherweise bleibt die Maracuja auch ein Nischenprodukt für einzelne Landwirte. Großflächigen Anbau wie bei der Banane ist, glaube ich, auf Dauer nicht zu erwarten.

Über Graja (2009 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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