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Pilotprojekt La Palma

Windrad zur Stromgewinnung

Saubere Energie für die Insel.

Aktuelle Fakten, Pläne und Zukunftsvisionen unserer Inselköpfe.
Einst hatte man auf La Palma die Nase ganz weit vorne.
Im 19. Jahrhundert baute eine Bürgerinitiative das Wasserkraftwerk „Electron“ und hatte damit als sechste Stadt der Welt elektrisches Licht.

Nicht die einzige Superlative. Schon früh dachte man an umweltfreundliche Windenergie und versorgte als ersten Flughafen Spaniens den Airport La Palma Autark mit Windkraft.

Doch dann blieb man in den Kinderschuhen stecken.
Heute hinkt man weit hinter seinen Möglichkeiten her. Dies soll sich, zumindest auf dem Papier, nun ändern.

 

Pilotprojekt der EU.

Die Kommission für saubere Energie der Europäischen Union wählte im vergangenen Jahr aus 2.200 Europäischen Inseln sechs Inselgebiete aus, die an einem Pilotprojekt für saubere Energie Teilnehmen sollten.

Mit dabei ist neben Aran, (Irland), Cres-Lošinj (Kroatien), Sifnos (Griechenland), Culatra (Portugal) und Salina (Italien) auch die Isla bonita „La Palma“.

Bis Mitte letzten Jahres sollten die 6 Teilnehmer Pläne ausarbeiten, um zu zeigen wie man Prozesse zur Energiegewinnung auf dem Inselgebiet nachhaltiger und autarker machen kann. In diesem Jahr 2020 sollen 20 weitere Inseln der Union mit Einsteigen.

Im Cabildo de La Palma sieht man die Auswahl als Pilotinsel als besondere Anerkennung und veröffentlichte in „pince“ von La Palma Renevable:

„Dies zeigt sowohl das Potenzial, auf internationaler Ebene ein Vorbild für die Energiewende zu sein, als auch, dass unsere Arbeit auf dem richtigen Weg ist.“

Dominique Ristori, Generaldirektor für Energie der EU meinte dazu, dass La Palma ein inspirierendes Beispiel für andere EU Inseln sein kann und helfen wird, die ehrgeizigen Ziele für Klimaschutz und Energiegewinnung der Union zu erreichen.

 

Was ist bisher geschehen?

Pläne wurden ausgearbeitet – na ja, „Visionen notiert“ trifte es wohl eher, von Dingen, die bis zum Jahr 2038 geändert werden könnten.

Enthalten sind neben Modernisierung der Stromerzeugung deteilirte Auflistungen von Energieverbrauch, Verbraucherquellen, fiktive Kostenrechnungen und vieles mehr. Zumindest bei der Planung hat man sich Mühe gegeben.

Weiter ist allerdings nichts passiert. – Gut, man baute mit Subventionen ein paar Elektrotankstellen, weitere sollen folgen.

 

Stromerzeugung auf La Palma

Status Quo der Stromerzeugung.

Wind, Sonne und Meereswellen, Grundlagen für saubere Energie sind auf La Palma fast grenzenlos vorhanden. Doch noch immer ist von Energiewende keine Spur zu sehen. Wir verbrennen weiter Schweröl, um Elektrizität zu erzeugen.

Zwar gibt es kleinere Ansätze mit Windrädern und Solaranlagen, auch einige private Haushalte versorgen sich autark mit Solarzellen auf den Dächern. Doch wie die nachstehende Grafik zeigt, ist dies nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Stromproduktion auf La Palma

La Palma ist nach wie vor zu fast 90% bei der Stromerzeugung auf das Wärmekraftwerk Los Guinchos mit seinen Dieselmotoren abhängig. Von hier wird der Strom für die komplette Insel erzeugt.

Wo wir unsere Energie verballert?
Wie in jeder modernen Gesellschaft ist auch La Palma von Elektrizität abhängig. Mit Ausnahme des letzten Jahres steigt stetig der Verbrauch. Möchte man tatsächlich auf alternative Energiequellen bauen, müsste der Verbrauch zurückgehen. An dieser Stelle sind natürlich wir private Verbraucher gefragt.

Stromverbraucher

In der Projektplanung sieht man die Reduzierung des Stromverbrauchs als Schlüsselfaktor. Zusätzlich möchte man es der Bevölkerung erleichtern selbst Strom durch Solaranlagen zu erzeugen.

Stromverbrauch permanent zu senken wird auf Dauer schon deswegen nicht möglich sein, weil man in Sachen Mobilität auf Elektrofahrzeuge setzt.

 

Vorbild

Das soll sich bis 2038 ändern.

Auf der Plattform für neue Energiemodelle „La Palma Renewable“, verwaltet von „Sodepal“, setzt man auf Energiesouveränität und sieht sich bereits auf dem richtigen Weg und hat das „Manifiesto del Electron“ hier online gestellt. (www.files.opendatalapalma.es/manifiesto_electron.pdf)

In der Präsentation der Studie heißt es, dass in naher Zukunft Pläne erstellt werden, die es erlauben, mittelfristig bei minimaler Umweltbelastung ein System der Stromerzeugung zu erreichen.

Die gesamte Präsentation finden Sie hier im Original. (www.files.opendatalapalma.es/presentacion_OSEAM.pdf)

Ziel der 61 Seiten umfassenden Studie ist es, bis 2038 den Diesel Verbrauch von 54.547 Tonnen auf 28.703 Tonnen zu reduzieren. Damit würde der CO² Ausstoß von 140.666 auf 65.874 Tonnen sinken.

 

Windkraftanlage

Wie möchte man diese Ziele auf La Palma erreichen?

In Biomasse und Wellenkraft sieht man nur wenig Potenzial. Auch die Energie von Meeresströmungen wird nicht berücksichtigt. Man setzt auf Windkraft und Solarenergie.

Windparks, zum Teil bereits vorhanden, könnten vergrößert und an Wind starken Gebieten dem Nordwesten und Südosten neu gebaut werden. Zur Zeit haben wir mit den „parques eloicos“ in Garafia, Fuencaliente, Manchas blancas und am Airport 4 dieser Anlagen stehen.

Auch Solarparks, wie zum Beispiel in Las Manchas sollen Schule machen.

 

Das End-Ziel der Planung.

Einsparung von Energie

So soll es 2038 aussehen.

Wunschgedanke:
Verbrauch von fossilen Brennstoffen soll um 25,8% gesenkt, Emissionen um 25,7 % reduziert werden.

Mobilität durch Elektrofahrzeuge soll sich steigern.

 

Gleichzeitig stellt man jedoch klar, dass die Planung perfekt erreichbare Werte sind, die im Rahmen aktueller Technologien und Kenntnisse errechnet wurden. Schließlich kann sich in einem so langen Zeitraum von 19 Jahren (2019 bis 2038) einiges ändern.

 

Wie Grün wird unsere grüne Insel?

Wenn man Stolz darauf ist, bis 2038 noch immer fast die Hälfte der Elektrizität durch ein Dieselkraftwerk zu erzeugen, kann man wohl eher nicht von Zukunfts-Vision sprechen. Vielmehr von vorsichtiger Planung ohne sich festzulegen. Das Ganze klingt dann doch eher Planlos.

Kurzfristige Entscheidungen zu treffen, diese dann auch schnellstmöglich umzusetzen ist halt nicht die Stärke der Politik. Langfristige Planungen sind besser kalkulierbar, weil man dann, wenn vielleicht schlechte Ergebnisse auftauchen, höchstwahrscheinlich keine Verantwortung mehr trägt. Ein weiteres Problem ist Machterhalt. Bei Entscheidungen geht es auch immer um Wählerstimmen. Ungeliebte Projekte kosten stets Sympathiepunkte. Jeder möchte zwar saubere Energie, Windräder vor der eigenen Haustür geht aber gar nicht.

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Insel unter Naturschutz steht. Hier kann man nicht einfach Flächen roden um Solarfelder oder Windparks zu bauen. – Uralte Wälder platt machen, um CO² einzusparen? Eine Entscheidung, die ich nicht treffen wollen, müsste.

Wir sind auf dem richtigen Weg.

100% Strom aus erneuerbaren Energien, Elektromobile mit vielleicht irgendwann einmal sauberen Batterien und der Erhalt unserer einzigartigen Natur sind schöne Visionen.

Der Weg dorthin ist weit, gepflastert mit Verzicht, Kosten und Rückschlägen. Schritt für Schritt kommen wir dem richtigen Weg vielleicht näher.

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Über Graja (1979 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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