News Ticker

SOS Point

Punto Naranja soll Leben retten.

Eine dramatische Geschichte spielte sich vor kurzer Zeit auf Teneriffa ab. Ein Mensch in Seenot wurde gesichtet, 3 Personen sprangen in die Fluten um zu helfen. Dabei gerieten sie selbst in Not. Am Ende waren es 4 Menschen, die geborgen werden mussten, zwei davon starben.

536 Menschen ertranken alleine im vergangenen Jahr an spanischen Küsten, weitere 500 konnten gerettet werden. Alleine an kanarischen Küsten gab es 93 Todesfälle. Auch das neue Jahr begann mit Badetoten. Baden im Atlantik birgt Gefahren.

 

Jeder ist ein Rettungsschwimmer.

Häufig sind Laien die Helfer, weil nicht immer und zu jeder Zeit ein Rettungsschwimmer greifbar ist. Eine schwierige Situation, bei der sich einige selbst in Gefahr bringen. Nun sollen SOS Punkte, wie sie bereits in Malaga eingesetzt werden, dabei helfen, wenn Retter retten.

Punto Naranja als Soccorista.

Da sich nicht immer und überall Menschen an Baderegeln halten, wird es weiter Notfälle am Meer geben. Nun hat man sich überlegt, wie Laien besser helfen können. Das Ergebnis: SOS Punkte.

Kleine orangene Kisten, ausgestattet mit Rettungsmaterial, Notrufschalter und Sicherungsleine können von Laien ebenso wie von ausgebildeten Rettungsschwimmern benutzt und bedient werden. So weit die Idee.

 

So soll es funktionieren:

 

Die Vorteile laut Hersteller.

Ein sos point ist ganzjährig 24 Stunden am Tag verfügbar und ermöglicht es, bis zu 3 Opfer gleichzeitig zu retten. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob jemand Rettungsschwimmer ist oder Laie, denn eine 350 Meter lange Leine mit automatischem Einhohlsystem garantiert dem erschöpften Retter die Rückkehr zum Strand.

Dadurch reduziert sich drastisch die Reaktions- und Rettungszeit vor Ort und Notfalldienste werden schneller alarmiert. – So weit die Theorie.

Entwickelt wurde der „punto naranja“ in einer Zusammenarbeit von Rettungsschwimmern, dem „Integral Maritime Safety Center Jovellanos“ und der Seerettung „Salvamento Maritimo“. Nun soll das „Model Playa“ weltweit vertrieben werden. Weiter im Programm ist auch eine mobile Variante, so wie ein Rettungspunkt der fĂĽr FlĂĽsse entwickelt wurde.

 

Wird es eine flächendeckende Nutzung geben?

Obwohl noch keine Kosten genannt wurden, diese kann man wohl über die Hersteller erfragen, wird sich eine flächendeckende Nutzung wohl nicht durchsetzen. Zu hoch wären Kosten und Pflegeaufwand.

Alleine auf La Palma haben wir 44 Strände und Badestellen.
Geht man davon aus, dass bei großen Stränden mindestens 2 bis 3 dieser SOS Punkte stehen müssten, nur so ist eine schnelle Erreichbarkeit gegeben, müssten viele dieser Kästen angeschafft werden.

Badeinseln mit Kilometerlangen Stränden wie zum Beispiel Fuerteventura sind mit solchen Mengen sicherlich überfordert. Hinzu kommt, dass Rettungsmaterial auch gepflegt und überprüft werden muss. Vandalismus, gerade an abgelegenen Ständen ist da vorprogrammiert.

So können wir davon ausgehen, dass einige puntos naranja an belebten Stränden, sozusagen als Alibifunktion, aufgestellt werden und der Rest leer ausgeht. SOS Punkte wird es am Ende also dort geben, wo ohnehin Rettungsschwimmer im Einsatz sind.

Über Graja (1980 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*