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Spiegel mit Weitblick

Spiegel für den Blick ins All

Galaxienjäger tanzen vor Freude, Baubeginn in Chile.

Ein einsamer Berggipfel in Chiles Atacama-Wüste verdrängt den Roque de los Muchachos von Platz 1 im Spiegelrennen.

Größer – Höher – Weiter
Obwohl Isaac Newton schon 1670 einen verbesserten Bautyp des Spiegelteleskops vorstellte, bezeichnete man noch im 19. Jahrhundert Fernrohre mit ungewöhnlich großen Dimensionen als Riesenteleskope. Dies änderte sich erst, als sich die Astrophysik verstärkt um Kleinplaneten-Forschung bemühte.

1990 Schoß die NASA das Weltraumteleskop “Hubble” ins All. Das HST (Hubble Space Telescope), benannt nach dem US-Astronom Edwin Powell Hubble, half das Alter des Universums zu bestimmen und konnte erste Galaxien nach dem Urknall aufspüren. Ausgestattet war das HST mit einem kleinen 2,4 Meter Spiegel.

Damit begann der Wettlauf um weitere Einblicke.
Größere optische Teleskopspiegel mussten her. So entschloss sich 1987 das Astrophysikalische Instituts der Kanaren (IAC) ein 130 Millionen Euro Projekt für eine Sternwarte auf La Palma zu starten. Das GTC (Gran Telescopio Canarias) war geboren.

GTC größtes optisches Teleskop der Welt

Das 400 Tonnen schwere Teleskop auf La Palma, wurde vom Mainzer Technologiekonzern Schott gefertigt und ist bei einem Spiegeldurchmesser von 10,4 Meter das bislang größte Spiegelteleskop der Welt.

Wissenschaftler schwärmten von einer “Kathedrale der Astronomie”, weil es so stark ist, dass man damit eine Kaffeebohne auf dem Mond erkennen kann. Drehbar bleibt der 45 Meter hohe Koloss, weil er auf einer dünnen Ölschicht schwimmt.

Sternwarte auf La Palma

Zwar gibt es mit dem LBT (Large Binocular Telescope) in Arizona ein Teleskop mit 11,8 Meter Durchmesser, dieses setzt sich aber aus 2 je 8,4 m Einzelspiegel mit gemeinsamer Montierung zusammen.

La Palma hat also die Nase vorne, dicht gefolgt von LBT und dem Mauna-Kea-Observatorium auf Hawai. Noch, denn nun kommt Chile.

E-ELT (European Extremely Large Telescope)

Bald können Wissenschaftler mit dem ELT in bislang unerreichte Tiefen des Universums blicken. Gerne hätte man das größte und leistungsfähigste Teleskop der Welt auf den Kanaren gesehen.

La Palma war lange Zeit im Gespräch, doch Vertreter der 14 ESO Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, haben sich für Chile und gegen Spanien entschieden.

Offizielle Seite der ESO European Southern Observatory

So wird dar größte Teleskopspiegel der Welt mit seinem Hauptspiegel von 39 Metern Durchmesser bald auf dem 3048 Meter hohen Armazones-Berg in Chile stehen. Schon am 26. Mai möchte, wie der Nachrichtensender n-tv berichtet, Chiles Staatschefin Michelle Bachelet den Grundstein für das gigantische Teleskop legen.

Auftrag der Galaxienjäger

Das “Extremely Large Telescope” soll nicht nur neue Informationen über Dunkle Materie bringen, man möchte Wissen, wie es um Leben auf Exoplaneten steht.

Erst vor kurzer Zeit, feierte man die Entdeckung von Trappist. Einem Sonnensystem mit sieben erdähnlichen Planeten. Mindestens drei davon sollen in einer bewohnbaren Zone liegen, eventuell sogar Ozeane auf der Oberfläche haben. So wäre der Grundstein für Leben gegeben.

Obwohl sich das Sonnensystem (nach astronomischen Maßen) ganz in unserer Nähe befindet, sind bisherige Beobachtungsmöglichkeiten zu Schwach für einen Nachweis. Mit dem neuen Weltraumteleskop EELT könnte sich dies schon 2024 ändern.

Über Graja (1777 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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