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Streit um Santa Catalina

Wenn sich die Hauptstadt privates Eigentum einverleiben möchte, ist es eine Geschichte wert. Jedenfalls dann, wenn man als Druckmittel gegen den Eigentümer von Enteignung spricht.

In diesem Fall geht es um die Festung „Santa Catalina“ in Santa Cruz de La Palma. Dieses historische Denkmal ist in privatem Besitz und die Stadtväter möchten daraus eine Attraktion für Touristen machen.

Real Castillo de Santa Catalina.

Nach dem 1553 französische Piraten, die Santa Cruz de La Palma verbrannten und plünderten, musste ein Bollwerk gegen Korsaren geschaffen werden. Damals gab es zur Verteidigung nur einen runden Turm, der irgendwann vom Meer abgerissen wurde.

So wurde dann 1585 der italienische Ingenieur Leonardo Torriani beauftragt das Layout einer Festung zu entwerfen, um Angriffe von Piraten abzuwehren die das Archipel belagerten. Es dauerte noch bis 1683, um mit dem Bau zu beginnen.

Durchgeführt wurde das Unternehmen von „Kapitän Miguel Tiburcio“ und seinem Sergeant „Major Juan Franco de Medina“. Einen herben Rückschlag beim Bau der Burg gab es, als am 14. Januar 1671 ein Sturm das Barranco de Las Nieves zum Überlaufen brachte und den Bau schwer beschädigte. Erst 1692 konnte die Bauphase beendet werden.

Der heutige Schlossbau, mit viereckigem Grundriss, wurde nach Vorschlägen der italienischen Militärwissenschaft des 16. Jahrhunderts zwischen 1676 und 1701 durchgeführt. Das Schloss hat einen Waffenraum, Kerker, ein Lagerhaus, ein Gebäude für die Garnison sowie eine Holzbrücke über den Wassergraben.

Bis 1808 war die Burg in Militärbetrieb, wurde als Kaserne und Gefängnis genutzt. Bekannt wurde der Kerker durch den Anwalt Anselmo Perez Brito und seiner Klage gegen die Regidoren (Gemeinderäte), die dazu führte, dass der Stadtrat von La Palma der erste war, der in Spanien demokratisch gewählt wurde.

 

Bauwerk von kulturellem Interesse.

Heute ist das Castillo Santa Catalina in Privatbesitz, gilt als nationales historisches Erbe und ist das einzige auf den Kanarischen Inseln erhaltene Zeugnis der Habsburger.

Seit 1951 ist das Castillo zum Denkmal erklärt und steht somit unter dem Schutz der generischen Deklaration des Dekrets vom 22. April 1949 und des Gesetzes 16/1985 über das spanische historische Erbe. Zurzeit ist es in gutem Erhaltungszustand und größten Teils der Öffentlichkeit zugänglich.

Touristische Ressource für die Hauptstadt.

Zugang für die Öffentlichkeit ist nicht genug, glaubt die Volkspartei PP und hat nun durch ihren Sprecher und Bürgermeisterkandidaten „Juan Jose Cabrera“ verlauten lassen, dass man die Castillete zum Touristen Ziel Nr. 1 für Santa Cruz de La Palma aufbauen möchte.

Privatbesitz ist dabei allerdings ein Dorn im Auge des Betrachters. Schließlich könne ein privater Eigentümer plötzlich andere Pläne haben und als Besitzer der Stadt den Zutritt verweigern.
(2014 erlaubten die Eigentümer eine touristische Nutzung)
Um diesem Szenario vorzubeugen, möchte man die Castillete der privaten Eigentümergemeinschaft abkaufen. Finanzieren könnte dieses Vorhaben die Fdcan (Fondo de Desarrollo de Canarias) so jedenfalls glaubt man in der Partei.

Herr Cabrera betont dabei die Wichtigkeit einer ehrgeizigeren Ausbeutung der Castillete für das touristische Gebiet Alameda. Sollten die Eigentümer einem Kaufprozess nicht zustimmen, bleibt noch das Mittel der offiziellen Enteignung.

Schließlich geht es um Allgemeinwohl … und das Stadtsäckel – vielleicht auch etwas um Wahlkampf?

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Über Graja (1911 Artikel)
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