News Ticker

Sturmtaucher in Gefahr

Meeresvögel unserer Insel.

Wir alle kennen das lautstarke und gesellige Volk der Möwen.
Einige ihrer Art verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf hoher See, andere leben im Küstenbereich und lieben Fischerhäfen und Müllhalden. Denn obwohl Möwen, Fisch und Krebsgetier mögen, finden sie als Allesfresser dort Ideale Lebensbedingungen.

Doch es gibt weitere Seevögel im Archipel.
Einige von ihnen sind extrem gefährdet. Das Ministerium für Raumordnung, Nachhaltigkeit und Sicherheit der kanarischen Regierung, hat deshalb mit dem Ministerium für Umwelt eine Strategie zum Erhalt von Seevögeln auf den Kanaren entwickelt.

 

Fregatten-Sturmschwalbe
Viele Mythen ranken um die Sturmschwalbe. Die Seelen ertrunkener Seeleute sollen in ihr Wohnen. Sie wird auch als Unglücksvogel bezeichnet, weil sie nach Meinung historischer Seefahrer, Stürme bringt.

Schlimmster Feind der Sturmschwalbe sind Katzen und Ratten. Deshalb fristet sie ihr Dasein auf See. Nur im Schutze der Dunkelheit fliegt sie an Land.

Etwa fünfzig bis sechzig Brutpaare soll es auf den Kanaren noch geben. Nicht besonders viel, vergleicht man die Populationen mit Madeira. Dort zählt man etwa 61.000 Paare.

 

Sepiasturmtaucher
Dieser, auch Gelbschnabel-Sturmtaucher genannte Meeresvogel, ernährt sich von kleinen Fischen und Tintenfischen, die er meist Nachts im Sturzflug aus dem Meer fischt. Brutgebiete sind die Azoren, Kanaren und Madeira.

Atlantiksturmtaucher
Der Atlantiksturmtaucher liebt Lorbeerwälder.
Um dort zu brüten, fliegt er bis zu zwei Kilometer ins Landesinnere und dringt bis auf 700 Höhenmeter vor. Hauptverbreitungsgebiete sind daher bewaldete Inseln wie Madeira, La Palma und Teneriffa.

Es wird vermutet, dass es auch Exemplare auf La Gomera und El Hierro gibt. Dieser Brutverdacht ist jedoch nicht endgültig bestätigt.

Atlantiksturmtaucher gelten mit einer Lebenserwartung von 50 Jahren als Methusalem unter den Vögeln. Der älteste beringte Sturmtaucher soll ein Lebensalter von mehr als 52 Jahren erreicht haben.

Die Sturmtaucher ernähren sich in erster Linie von Schwarmfischen wie Atlantik-Hering und kleinere Krustentiere. Bei seiner Jagd tauchen sie nicht nur pfeilschnell ins Wasser, sie können ihre Beute auch tauchend verfolgen.

 

Meeresvögel in Gefahr.

Ob Klimawandel oder Windkraftanlagen in Flugrouten zur Brutkolonie, Seevögel müssen vor einer langen Liste an Gefahren geschützt werden. Die meisten von Menschenhand gemacht.

Vergiftung durch Plastikmüll.
Wir produzieren Kunststoff, lassen Luftballone steigen, vernachlässigen unsere Müllentsorgung. Experten schätzen, dass jährlich zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere gelangen. Kunststoffteilchen, die Seevögel als vermeintliche Nahrung aufnehmen. Schon jetzt sollen etwa zwei drittel aller Seevögel Plastikmüll im Magen haben.

Lichtverschmutzung.
Wird die dunkle Küste durch Licht kontaminiert entstehen gleich eine ganze Reihe an Problemen. Viele Seevögel nutzen Mondlicht zur Orientierung. Grelles Licht stört eine natürliche Wegfindung. Besonders durch Lichtkontamination gefährdet ist der Nachwuchs der Sturmtaucher. Kücken verlassen das Nest nur bei Dunkelheit. Werden sie geblendet, stürzen sie ab oder stoßen gegen Strommasten und andere Hindernisse. Hinzu kommt, dass Jäger wie zum Beispiel Ratten, das Gelege bei Licht leichter ausmachen können.

Fischerei.
Auch die Fischerei gefährdet Meeresvögel.
Sei es die Stellnetzfischerei die tauchende Seevögel wie den Sturmtaucher ertrinken lassen, oder Langleinen mit tausenden von Haken in denen sich Meeresvögel verfangen, der Tod auf hoher See ist vielfältig. Selbst eine alte Angelschnur die vor der Küste treibt, stellt eine Gefahr für Vögel dar.

 

Forschung und Aufklärung.

Wie weit geht der Verlust von geeignetem Lebensraum für Nistplätze?
In welchem Maße beeinflussen Lichtverschmutzung, Verschmutzung der Meere und Fischerei die Lebensgrundlagen der Seevögel auf den Kanaren? Welche Populationen gibt es überhaupt auf den einzelnen Inseln des Archipels? Fragen, denen die Kanarische Regierung auf den Grund gehen möchte.

Die Abteilung für Umweltfragen hat dazu ein strategisches Dokument vorgeschlagen, welches die Durchführung eines kontinuierlichen Monitoring-Programm in Bezug auf Populationen und Bedrohungen erkunden soll. Nach bisherigen Erkenntnissen über den Zustand der wenigen bekannten Populationen, sind die Bedrohungen der Seevögel vor den Kanaren wohl alarmierend.

Zusätzlich soll es Sensibilisierungskampagnen bei der Küstenbevölkerung, vor allem aber bei Schülern und Fischern geben. Die Strategie zur Erhaltung von Seevögeln auf den Kanarischen Inseln ist Teil des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (PO FEDER Canarias 2014-2020)

Über Graja (2001 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*