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Subventionierte Sünden, schuld sind die Delfine

eufischerVerbesserung der Lebensqualität in Fischwirtschaftsgebieten.
Ohne Frage, die Lebensqualität verbessert sich bei einem guten Fischgericht, meine jedenfalls.

Ich wage allerdings anzuzweifeln, dass der Europäische Fischereifond dies mit seiner Selbstbeschreibung meinte.
Seine Unterstützung, um nicht immer das Wort Subventionen zu missbrauchen, sollen, Zitat: „Instrumente zur Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung und die Verbesserung der Lebensqualität in Fischwirtschaftsgebieten im Rahmen einer globalen Strategie sein“. Dazu gehören Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen, Modernisierung der Fischwirtschaft, aber auch Erhalt und Schutz der Meeresgebiete. Letzteres scheint aber nicht in allen Sprachen verfügbar, oder nur sehr, sehr klein gedruckt in den Statuten zu stehen. Nur so ist es zu erklären, dass man diesen Satz weder in der spanischen, noch der palmerischen Fischerei zu kennen scheint.

Was man allerdings kennt, sind leere Reusen und Netze. Schuld daran sind die Delfine, wie mir erst vor kurzem einer der zahlreichen Freizeitfischer fachkundig erklärte, sie jagen zu viel vor der palmerischen Küste. Ein Anderer hat eine fundierte Erklärung: „Es sind die vielen Taucher, die den Fisch vertreiben“, so seine Überzeugung. Wäre es ein „public relations“ Wettbewerb, sie hätten beide den „goldenen Windbeutel“ für die beste Werbelüge bekommen.

Aber so sind wir Insulaner halt. Man rückt sich die eigene Wahrheit ins rechte Licht und ist, vor allem dann, wenn Subventionen winken, recht einfallsreich bei schnellen Plänen. So auch jetzt, beim regionalen Ministerium für Landwirtschaft , Viehzucht, Fischerei und Wasserwirtschaft. Deren Minister César Martín hat nun Gelder von 415.000 Euro zu verbraten, die eine bessere Vermarktung der Meere ermöglichen sollen.

Und schon haben wir sie wieder, die einfallsreichen Pläne.
Die Berufsvereinigung möchte damit ein eigenes Fischrestaurant, mit direkter Vermarktung ihrer Produke erschaffen. Unte der Voraussetzung, dass auf La Palma kein einziges Fischrestaurant gibt, fangfrischen Fisch schonmal garnicht und auch palmerische Hausfrauen keine Fischgerichte kennen – eine tolle Idee!

Eigeninteresse und Lobbyismus spielen dabei natürlich keine Rolle, man möchte lediglich traditionelle Rezepte von Meeresfrüchten bereitstellen, um die heimische Küche mit verstärkter Präsenz von Fischprodukten fördern, sagt man und untermauert diese Aussage mit dem Zusatz: „man könne so auch Vorlesungen und Kochseminare bereitstellen“. So ist dann auch der Beweis erbracht, dass es sich nicht um Eigeninteresse handelt.

Zum Glück wird nicht jeder Ideenreichtum mit Durchführung belohnt. Zu oft schon hat man viele „dineros“ in (unvollendeten) Projekten verbrannt. Einige Gewinner gab es aber bei jedem dieser planlosen Veranstaltungen. Das Amigo-System funktioniert.

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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