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Tabakwaren nur noch in Fachgeschäften

Tabak Verkauf am Kiosk

Ab dem 20. Mai dürfen in Spanien nur noch autorisierte Fachgeschäfte Zigaretten verkaufen.

Mal kurz um die Ecke zur Tankstelle Kippen holen ist Vergangenheit. Vielleicht ist das gut so, viele Männer sollen ja dabei schon spurlos verschwunden sein.

Zurzeit verkaufen etwa 20.000 Geschäfte auf den Kanaren Tabakwaren.
Darunter Supermärkte, Kioske und Basare oder Tankstellenbetreiber. Dies soll nun ein Ende haben. Eine Neuregelung der EU verbietet es in einer verbindlichen Vorschrift ab dem 20.5.2019, ohne spezielle Zulassung Tabak anzubieten.

Der Grund ist eine Maßnahme zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Tabakerzeugnissen. Man möchte ein Europaweites Rückverfolgungssystem für die legale Vertriebskette sowie ein Sicherheitsmerkmal mit sichtbaren und unsichtbaren Elementen, wie zum Beispiel Hologrammen mit Seriennummer, damit Behörden und Strafverfolgungsorganisationen illegale Produkte leichter erkennen können.

Neue Tabak Regeln gelten in allen EU Ländern.

Mit dem sogenannten „Track and Trace“ Tabakkontrollsystem, soll der Weg von Produktion bis zum Verbraucher lückenlos dokumentiert werden. Hersteller müssen individuelle Sicherheitsmerkmale wie QR-Code, Seriennummer u.s.w. anbringen. Tabakverkäufer benötigen eine ID-Nummer, also eine spezielle Registrierung bei Behörden. Eine große logistische Herausforderung an Hersteller und Händler, die wohl nicht jeder kleine Kiosk erfüllen kann oder möchte.

Die EU-Richtlinie hat nicht nur Freunde.

Hersteller und Händler glauben, dass die zusätzliche Bürokratie und technischer Anforderung Arbeitsplätze gefährdet und gerade kleine Tabakverkäufer schließen müssen. Einige Stimmen sagen auch, das dieses Vorgehen Schmuggel aus Drittstaaten begünstigen könnte.

Reemtsma schreibt dazu auf seiner Webseite:
Im Einzelhandel wird nicht geschmuggelt, er wird aber so behandelt!
Bevor die Zigarettenschachtel produziert werden darf, muss der Hersteller bei dem Dienstleister, der die Codes ausgibt, einen Code für die einzelne Zigarettenschachtel beantragen. Der Hersteller muss also weit vor der eigentlichen Produktion angeben, auf welcher Maschine die Zigarette produziert wird. Für diesen Prozess der Verfolgung und Rückverfolgung der Produkte müssen sowohl die Hersteller, Importeure und Verkäufer, als auch die Fabriken und die Maschinen einen eigenen ID Code beantragen.

Das ist in etwa so, als wenn der Bäcker morgens wissen sollte, welchem Kunden er heute welches Brötchen oder Stück Kuchen verkaufen wird und die Filialen und Öfen mit eigenen Codes versehen werden müssen. Glaskugel Handel!

Verbraucher Schutz ist nicht das Thema.
Hier geht es in erster Linie um Steuereinnahmen der Mitgliedsstaaten. Auch auf den Kanaren wird dem kleinen Händler um die Ecke also nichts weiter bleiben, als mit großem Verwaltungsaufwand eine ID zu bekommen – oder auf seinen Umsatz zu verzichten.

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Über Graja (1878 Artikel)
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