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„Thomson Majesty“ noch immer an der Kette

majestyUnklücksschiff weiter im Hafen.
Nach den Ereignissen des letzten Sonntag, liegt die „Thomson Majesty“ noch immer im Hafen von „Santa Cruz de La Palma“. Auch heute wurde wieder geübt, getestet und kontrolliert. Wie bekannt wurde, liegt dies nicht mehr an den noch immer laufenden Ermittlungen. Malta hat noch keine Fahrerlaubnis, erteilt weil ein Rettungsboot fehlt. Darüber streitet man sich zur Zeit, denn es sind durch den Rückflug des größten Teils der Passagiere, mehr Rettungsboote als notwendig vorhanden, so hört man. Da die „Thomson Majesty“ nach Malta ausgeflaggt wurde, haben die Behörden dort einen kräftigen Schluck mitzureden.

Der Reederei und dem Betreiber „Thomson Cruises“, einem britischen Tochterunternehmen der Tui, wird dies nicht schmecken, denn jeder ungenutzte Liegetag kostet mehrere hunderttausend Euro. Genaue Zahlen sind uns hier, wie bei der „Freedom of the Seas“ deren Betriebskosten mit 1 Million $ pro Tag angegeben werden, nicht bekannt. Gerade diese hohen Betriebskosten sind der Grund unter einer Gefälligkeitsflagge zu fahren. Darunter versteht man in der Schifffahrt den Wechsel der Nationalflagge, ohne dass sich die Eigentumsverhältnisse am Schiff ändern. Wirtschaftlich macht das Sinn, denn oft ist die Besteuerung in Billigflaggenstaaten, wie auch Lohnkosten und Sozialleistungen für die Schiffsbesatzung, geringer. Häufig sind auch Sicherheits- und Besetzungsstandards dieser Länder leichter einzuhalten. So zu sparen kann jedoch auch nach hinten los gehen.

Für die 1992 fertiggstellte „Majesty“, der Schiffsbau stoppte für ein Jahr, weil die finnische „Wärtsilä-Werft“ vor dem Konkurs stand, ist der Vorfall nicht das erste Unglück mit Todesfolge. Bereits im März 2010 ereignete sich im Mittelmeer ein Unfall, bei dem ein deutscher und ein italienisher Passagier ums Leben kamen. Am 3. März traf eine hohe Welle den Bugbereich des, damals unter dem Namen „Louis Majesty“ fahrenden, Kreuzfahrtschiffes. Sie schlug im Salon des 5. Decks ein, das Schiff musste danach mit 2.000 Seelen an Bord den Hafen von Barcelona anlaufen.

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Über Graja (2021 Artikel)
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