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Todeskampf in der Arena

Hahnenkampf soll verboten werden.

Hahnenkämpfe, (Riñas de Gallos) sind auf den Kanaren beliebt. Besonders die Insel La Palma gilt als Hochburg im Federlassen. Nun sollen diese Wettbewerbe, zumindest teilweise, verboten werden.

Fast in allen westlichen Staaten dieser Welt sind Hahnenkämpfe aus Gründen des Tierschutzes verboten. Auch in Spanien ist das so.

Ausnahme: Die Kanaren.
Zwar sind auch hier Tiere von der spanischen Verfassung geschützt, doch Brauchtum und Traditionen werden als wichtiger bewertet als Tierschutz. So gibt es auf den Kanarischen Inseln einige Tausend Züchter. Zum Teil sind sie in Hahnenkampf-Vereinen organisiert, andere betreiben den „Sport“ unter der Hand.

 

Das Argument der Tradition.

Erste Belege von Hahnenkämpfen stammen aus dem China des Jahres 517 v. Chr. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts war Hahnenkampf ein weltweit verbreitetes Freizeitvergnügen.

1871 wurde das „Teatro Circo de Marte“ in Santa Cruz de La Palma speziell für den Hahnenkampf erbaut. Heute hat es andere Funktionen, doch das Sterben in der Arena geht weiter.

Anhänger dieser Tradition betrachten die Hahnenkämpfe als Sport, weil unter fairen Bedingungen, wie gleiches Gewicht und gleiche Sporengröße gekämpft wird. Argumentiert wird auch damit, dass das Rassegeflügel ohne den Kampfsport in der Arena bereits ausgestorben wäre.

 

Züchter halten sich für Tierlieb.

Aufopfernd und verantwortungsvoll kümmern sie sich um Hygiene und Gesundheit des Hahnes. Die Tiere werden geimpft, von Ungeziefer befreit, massiert und trainiert. Zusätzlich erhalten sie mit Fisch, Gofio und Trockenfrüchten beste Nahrung als Diät.

 

Tod als Belustigung.

Gut, der Verlierer stirbt beim „peleas de gallo“ wie der Hahnenkampf hier genannt wird, nicht immer. Überlebt der Athlet, wird er für den nächsten Kampf aufgepäppelt. Meist finden peleas de gallo im Frühjahr statt, weil von Dezember bis Juni die Kampfeslust der Hähne am höchsten ist.

Dabei nutzt man den natürlichen Aggressionstrieb des Hahns. Er möchte sich gegenüber des Artgenossen durchzusetzen. Diese Revierverhalten greift immer dann, wenn eine Sicherheitsdistanz unterschritten wird. Durch die künstliche Enge der Arena, befinden sich die Hähne in permanenter Angriffsdistanz und gehen sofort aufeinander los. Beendet ist der Kampf, wenn einer der Gladiatoren so schwer verletzt ist, dass er nicht mehr kämpft, oder stirbt.

Foto: Wiki – Amshudhagar

Bei nicht offiziellen Kämpfen nimmt das ganze hässliche Züge an. So wird zum Beispiel Schmerzmittel verabreicht um die Kampf- und Leidenszeit zu verlängern. Selbst künstliche, messerscharfe Sporen sind keine Seltenheit.

Züchter auf den Kanaren haben sich, um solche Praktiken zu verhindern, in Verbänden mit vielen Vorschriften und Verordnungen organisiert.

Viele Hahnenkämpfe finden am 30. Mai statt.
Dann wird zum „Dia de Canarias“ das pelea de gallo als Campeonato Regional de Canaries durchgeführt.

 

Gesetzentwurf sorgt für Streit.

Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung der Kanarischen Regierung hat einen Gesetzesentwurf vorliegen, der das alte Tierschutzgesetz gleich an 66 Stellen ändern soll. Eine der Ideen, Maßnahmen für ein umfassendes Verbot von Tierkämpfen jeder Rasse oder Spezies. Dabei möchte man jedoch mit Vorsicht vorgehen, denn alte Traditionen wiegen schwer.

Es geht aber nicht nur um Hahnenkämpfe. Viele Dinge rund um Tierhaltung und Tierrechte sollen hinterfragt und geändert werden. So muss man also in einer ersten Phase Meinungen von unterschiedlichen Institutionen einholen, Verwaltungen, Organisationen und Publikum befragen und dann … kann der Entwurf beim Kanarischen Parlament eingereicht werden. Dort muss die Gesetzesänderung dann den parlamentarischen Prozess durchlaufen und wird vielleicht irgendwann genehmigt.

Der Wille ist da.
Wann es ein generelles Verbot für Hahnenkämpfe gibt, ob dieses dann auch Flächendeckend umgesetzt werden kann, bleibt zumindest fraglich.

Über Graja (2003 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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