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Tränen eines Gottes

Honigbienen produzieren Bienenhonig.

Lange vor unserer Zeit bevölkerten Honigbienen die Erde und bestäubten blühende Pflanzen. Der älteste Fund einer fossilen Biene, eingebettet in Bernstein, wird auf etwa 80 Millionen Jahre datiert. Bereits in der Steinzeit, so belegen 9.000 Jahre alte Höhlenmalereien, nutzten die Menschen Honig wilder Bienen.

Im alten Ägypten bezeichnete man den goldenen Honig als Tränen eines Gottes.

Heute werden weltweit 1,2 Millionen Tonnen Honig durch Hausbienenhaltung produziert. Rund 20.000 Bienenarten, etwa 700 davon in Europa, sind bekannt. Sie tragen als Bestäuber in erheblichen Maße zur Erhaltung von Wild- wie Kulturpflanzen bei. Ganz Nebenbei versorgen sie uns so mit einer besonderen Delikatesse, dem Bienenhonig.

 

Besondere Bienen auf La Palma.

Besondere Bienen machen einen besonderen Honig, denn das Naturprodukt Bienenhonig ist ein Spiegelbild seiner Umgebung. Aussehen und Geschmack hängen ebenso von der Umwelt ab wie Belastungen durch Pflanzenschutzmittel und Umweltgifte. Alle Spuren finden sich im Honig wieder.

Hier auf La Palma leben die Bienenvölker in reinster Natur und einer klimabedingten Blütenvielfalt der Superlative. Ganzjährig ideale Bedingungen. Die Mandelblüte im Frühjahr lassen das Herz der Honigbiene noch einmal höher schlagen und erleichtern dem Imker die Zucht.

 

Zucht und Wildbienen auf La Palma

Die grüne Insel La Palma beherbergt eine große Zahl an Wildbienen und Hummeln. Der beste Honigproduzent ist jedoch die schwarze La Palma Biene „Mellifera mellifera“. Sie ist nur hier heimisch und unterscheidet sich deutlich von Bienen auf anderen Inseln der Kanaren.

Bei gleichem Sammelinstinkt ist sie nicht aggressiv, räubert nicht in fremden Stöcken und ist weitaus besser an Klima und Flora der Insel angepasst. Das macht sie robust gegenüber Krankheiten die weltweit häufig ganze Bienenvölker vernichten. Dank ihrem ausgezeichneten Orientierungssinn verlieren sie nie die Richtung und finden immer zu ihrem Bienenstock zurück.

Etwa 80 Imker mit zusammen rund 2000 Bienenvölker sind die Quelle für besonderen Honig aus einem besonderen Lebensraum. Auf Grundlage einer einzigartigen, teils endemischen Flora, mit Mandelbäumen, Kastanienbäumen, Wildblüten oder dem Eukalyptusbaum, wird der Honig gewonnen.

Sachverständige halten den exzellenten Honig aus La Palma für den Besten in Spanien.

Die Pflanzenvielfalt der Insel spiegelt sich in der Vielfalt der Honigarten wider. Von kristallklar mit sanftem Geschmack, bis sehr dunkel und starkem Abgang, ist jede Variante vertreten.

 

Die bekanntesten Honigsorten auf La Palma sind Wildblüten-Honige wie „Mieles de Milflores Tagoja“ und „Mieles Taburiente®“, ein dunkler Heidehonig, der überwiegend von Carnica-Bienen gesammelt wird. Höchste Qualität bei Honig aus La Palma.

 

Bienen sind bestens organisiert

In einem Bienenstock geht es hoch her. Was für den Laien chaotisch anmutet, ist jedoch bestens organisiert. Rund um die eierlegende Königin, die sich nicht aus dem Bienenstock bewegt, gruppieren sich die Drohnen mit der Hauptaufgabe, das Staatsoberhaupt zu begatten. Der Rest sind weibliche Arbeitsbienen die alle anfallenden Arbeiten, von der Wachmannschaft bis zum Pollen sammeln verrichten.

 

Harte Arbeit für fleißige Bienen
Bienen ernähren sich durch Pflanzensäfte und Pollen rein vegetarisch. Um ihr Überleben in der Kolonie zu sichern, legen Honigbienen Futtervorräte an. Ein hartes Geschäft, denn für 100 g Honig muss eine Biene etwa 1 Million Blüten anfliegen. Dabei trägt sie, zur Freude des Imkers, bei jedem Flug ein Drittel ihres Körpergewichts an Nektar in den Bienenstock. Diesen reichert sie bereits während des Fluges mit körpereigenen Stoffen an, um den Wassergehalt zu reduzieren und durch ihre Enzyme das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Ist der Honig in den Waben eingelagert, werden die Zellen mit einer Wachsschicht luftdicht überzogen. Ist dieser Vorgang beendet, wissen die Imker, dass der Honig nun erntereif ist.

NUN BEGINNT DIE ARBEIT DES IMKERS
Hat der Imker die Bienenwaben entnommen, muss der Honig für den Menschlichen Verzehr vorbereitet werden. In der Vergangenheit wurden die Waben einfach ausgepresst. Seit dem 20. Jahrhundert nutzt man eine Honigschleuder. Dabei wird unter Ausnutzung der Zentrifugalkraft der Honig von Bienenwaben getrennt. Das ganze geschieht bei Umgebungstemperatur. Eine Erhitzung oder weitere Verarbeitung sind für den Verzehr nicht notwendig.

 

HONIG IST EIN GANZ BESONDERES NATURPRODUKT

Die klebrige, dickflüssige Honigmasse ist durch ihre Inhaltsstoffe für den menschlichen Verzehr gesünder als Haushaltszucker. Denn neben Frucht- und Traubenzucker enthält er Süßstoffe wie Fructose, Maltose und Saccharose. Hinzu kommen Vitamine, Enzyme, Aminosäuren und Mineralstoffe. Etwa 200 verschiedenen Inhaltsstoffe kommen so zusammen.

Ein Grund dafür, dass Bienenhonig nicht nur wohlschmeckend und bekömmlich ist, er wird auch in der Naturheilkunde eingesetzt. Entzündungen im Hals- und Rachenraum, so wie Schwellungen und erhöhte Temperatur können damit behandelt werden. Durch die entzündungshemmende Wirkung, wird Honig auch zur Wundheilung eingesetzt. Er führt zur besseren Verheilung und verringert die Narbenbildung. Allerdings benutzt man dazu keinen naturbelassenen Honig. Für medizinische Zwecke wird der Honig vorab durch Bestrahlung sterilisiert.

Naturhonig ist lange haltbar.

Jeder Naturhonig wird fest und bildet feine Zuckerkristalle.
Je nach Sorte und Lagerung kann dies recht Schnell gehen oder mehr als ein Jahr dauern. Schlecht ist er deshalb jedoch nicht. Fester Honig ist leicht durch erhitzen auf etwa 40 Grad wieder zu verflüssigen. Ein Verlust an Inhaltsstoffen ist damit nicht verbunden. Selbst eingefrorener Honig wird bei Zimmertemperatur wieder flüssig und schmeckt wie frisch geschleudert.

Allerdings ist Honig ein Naturprodukt, so unterliegt auch Honig einem Reifeprozess. Dadurch ändern sich Aromen und Zuckerspektrum. Wird er gärig, beginnt er zu riechen und schmeckt übel.

 

Honig geht auch ganz ohne Bienen

Honig und Bienenhonig ist nicht das Gleiche.
Die bekannteste Form des süßen Gelees ist der Bienenhonig, aber auch ohne die fleißigen Tiere kann Honig auf natürliche Weise hergestellt werden. Einige Palmenarten, wie die Dattelpalme, Honigpalme oder der Kokospalme produzieren beim Austreiben einen süßen Saft, den man Blutungssaft nennt.

Um diesen zu gewinnen, werden Palmwedel abgeschnitten und der austretende, sehr süße Saft, über einen längeren Zeitraum aufgefangen und zu einem Sirup eingekocht. So können aus etwa 10 Liter Blutungssaft bis zu 1,5 Liter Palmhonig, den man hier auf den Kanaren Guarapo nennt, hergestellt werden.

Der angenehme Geschmack dieses Guarapo-Sirups liegt zwischen Ahornsirup und Zuckerrübensirup. Der so gewonnene Palmhonig gilt allgemein als Heilmittel bei Halsschmerzen und beliebtes Nahrungsmittel, das nicht nur gegessen, sondern auch zur Herstellung von Likören benutzt wird.

Allerdings ist diese Honigproduktion, durch den Nährstoffentzug für Palmen so belastend, dass die Pflanze nach einer Ernte mehrere Jahre Erholung zwischen den Zapfperioden benötigt.

Über Graja (2009 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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