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Tsunami im Atlantik

IGN-Frühwarnsystem hat versagt.
Ein Erdbeben im atlantischen Rücken der Stärke 7,1 auf der Richterskala, hat einen kleinen Tsunami ausgelöst, welcher von der IGN (Instituto Geográfico Nacional) nicht erfasst und zu spät erkannt wurde. Ereignet hat sich das Ganze bereits am 13. Februar um 20:00 Uhr. Eine Verkettung unglücklicher Umstände habe Schuld an der ausgebliebenen Warnung, so die Tageszeitung „eldiario“. Man hatte Computerprobleme und zu diesem Zeitpunkt das System überholt, so dass es nicht zu 100% funktionierte. Hinzu kam, dass es sich an einem Freitag, also um ein Wochenende handelte. Dann ist der IGN Wachdienst, wie nachts und an Feiertagen, nur mit einer Person besetzt.

Getroffen hat es die Festlandküste von Galicien.
Zwischen zwei und drei Stunden nach dem Erdbeben wurden Anomalien bei Wellen und Strömungen an der galicischen Küste erkannt. Geringe Wellenhöhe (es handelte sich um einen Tsunami der Stärke I), konnten an den steilen Klippen jedoch keine Schäden anrichten. Spanien hatte noch einmal Glück, weil dem 7,1 Beben 3 Erdstöße mit 5,3; 4,9 und 5,2 auf der Richterskala folgten. Dadurch konnte die Freisetzung von Energie in mehreren Phasen erfolgen. Ab Erdbeben der Stärke 8 sind Schäden an Material, Küste und Menschen fast sicher, so die Meinung der Experten für Naturgefahren.

Etwa 45 Minuten verbleiben zur Warnung der Bevölkerung.
Mit den Kanaren und Balearen hat die spanische Küste eine Länge von 7879 Kilometer, die jederzeit durch Erdbebenrisiko von einem Tsunami beeinflusst werden kann. Ein funktionierendes Frühwarnsystem ist also unerlässlich, dies zeigt die Vergangenheit.

1706 traf ein Tsunami der Stärke 3 die Kanaren, 1755 richtete ein Tsunami der Stärke 4 große Schäden in Cadiz, Gibraltar und La Coruña an. 1804 war die Küste von Almeria betroffen. Ebenfalls Stärke 4 traf 2003 die Küste von Mahon auf der Baleareninsel Menorca. Bis heute gab es in spanischen Gewässern 22 belegte, meist kleinere Tsunamis von Stärke 0 bis 4.

Spanien ist mit einem weiten Netz an Überwachungsstationen für seismische Aktivitäten ausgestattet, um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Besonderes Augenmerk legt man dabei auf bekannte, aktive Gebiete, wie zum Beispiel El Hierro, wo sich die Kraft der Erde des öfteren zeigt. Nun muss nur noch auf eine „funktionierende“ Alarmkette geachtet werden.

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Seismische Beobachtungsstationen auf den Kanaren. Quelle: Instituto Geografico National

 

Ein Tsunami entsteht infolge plötzlicher Hebung oder Senkung des Meeresbodens.
Die von einem unterseeischen Erdbeben ausgelöste Erdbebenwoge ist eine lange, oft nur wenige Zentimeter hohe Welle, die sich schnell über sehr große Entfernungen bewegt. Die jeweilige Geschwindigkeit eines Tsunamis hängt von der Meerestiefe ab. Je tiefer das Wasser, desto flacher und schneller ist die Welle. Im Atlantik kann die Ausbreitungsgeschwindigkeit etwa 800 km/h betragen. So kann ein Tsunami in wenigen Stunden ganze Ozeane durchqueren, ohne durch seine geringe Wellenhöhe aufzufallen. Erst wenn die Wassermassen auf eine flache Küste treffen, verlangsamen sich die Wellen und türmen sich zu einer hohen Flutwelle.

Diese Schwerwellen und ihre Folgen werden in Kategorien von 1 bis 6 eingeteilt.
Tsunami der Stärke 1: Schwache Welle, die nur durch den Küstenpegel spürbar ist.
Stufe II-leicht: Die Welle wird nur von Menschen bemerkt, die sich in strandnähe befinden und mit dem Meer vertraut sind.
Stufe III-strong enough: Hier muss eine Warnung erfolgen. Sanft abfallenden Küsten werden überflutet, Schäden in Küstennähe sind wahrscheinlich. In Flussmündungen kann es zu einer Stromumkehr kommen. Mann sollte dann auch Abstand von Flüssen halten.
Stufe IV-stark: Hochwasser am Strand führt zu leichten Erosionen, Dämme und Deiche werden beschädigt. Kleinere Boote an Land gespült oder auf See getrieben. Mit Treibgut in Küstengebieten ist zu rechnen.
Stufe V-sehr stark: Allgemeine Überflutung der Strände mit höheren Wellen. Schäden an Hafenanlagen und festen Strukturen in Leichtbauweise. Menschen können in strandnähe ertrinken, an Flussmündungen kommt es zu sehr hohen Wellen mit großer Geräuschentwicklung.
Stufe VI-Katastrophe: Vollständige oder teilweise Zerstörung von Gebäuden, auch vom Strand entfernt. Küstenbereiche werden hoch überschwemmt, große Boote und entwurzelte Bäume mitgerissen. Viele Opfer werden erwartet, Menschen haben nur eine geringe Überlebenschance.

 

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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