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Unterwegs mit dem Bus? Das sollten Sie wissen!

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus fahren auf La Palma hat eine lange Tradition und ist heute höchst Modern. Hier finden Sie die Geschichte, Wissenswertes und Informatives zum Busverkehr auf unserer Insel.

 

Wie das Auto zum Pflanzenkübel, der Bus zum Guagua wurde.

Die Zeit der Autobusse begann auf engen Straßen mit furchterregenden Kurven. Fünf Stunden holperten die ersten Busse über grobe Schotterpisten von Santa Cruz de La Palma nach Santa Domingo in Garafia. Eine Tagesreise durch Schluchten von Barlovento verbunden mit Holzbrücken.

Lange und anstrengend war die Fahrt. Aber damals kannten die Menschen keine Eile. Unterwegs machte man einen Stopp in Los Sauces damit die Passagiere sich ausruhen, etwas trinken oder einkaufen konnten.

Damit Fahrgäste die wunderbare Natur erleben konnten waren die klassischen Busse, an den Seiten offen. Bei Regen wurde einfach die seitliche Markise heruntergelassen. Dennoch lief Wasser ins Innere, was den Fahrzeugen den Spitznamen „Jardineras“ (Pflanzenkübel) einbrachte.

 

Foto: palmerosenelmundo, die Seite, die sich um das historische Erbe der Insel kümmert. http://www.palmerosenelmundo.com

Das wir den Autobus auf La Palma „Guagua“ nennen, verdanken wir der Auswanderungswelle nach Südamerika. Aus dem karibischen Wort „guagon“ für Wagen, machten die Menschen in Ländern wie Puerto Rico, der Dominikanischen Republik oder Kuba die Bezeichnung „Guagua“. Spanische Rückwanderer brachten dieses Wort mit nach La Palma wo sich „Guagua“ bis heute als Bezeichnung für Autobus durchgesetzt hat.

Gebaut wurden die ersten Autobusse mit Holzkarosserien auf Fahrgestellen wie Dodge, Austin oder Willis, von einem Schreiner in Santa Cruz de La Palma und einem Tischler von der Westseite. Charakteristische Farben waren Rot, Schwarz und Gelb für die Nordroute. Ein Tischler aus dem Westen bemalte seine Fahrzeuge für die Südroute Rot mit weißem Dach. So konnte man an Haltestellen die Fahrtrichtung nicht verfehlen.

Die festen Haltestellen „Guaguas del Sur“ und Guaguas del Norte“ in Santa Cruz de La Palma, war die erste Einrichtung dieser Art auf den Kanarischen Inseln.

 

Busfahrer war ein angesehener Beruf.

Fahrer waren sehr geschätzte Leute, die nicht nur Menschen mobil machten. Sie fungierten in dieser Zeit neben ihrem Beruf auch als Postboten, erfüllten Aufträge wie den Kauf von Medikamenten, Transport von Waren und erledigten Botengänge.

Um Ihre Arbeit zu erleichtern, gab es feste Regeln.
Elementare Dinge, wie „Den Fahrer nicht ablenken“, „Rauchen und Spucken verboten“ oder „Ticket beim Fahrer abgeben“ waren auf Holztafeln im Bus angebracht. Transportregeln, die auch heute noch gelten. Dazu später mehr.

 

Zeitsprung km null bis TILP.

1939 wurden 510 Kilometer Hauptverkehrsstraßen mit den Buchstaben LP benannt und mit Meilensteinen gekennzeichnet um Personen, die unsere Inselstraßen nicht kennen einen Bezugspunkt zu geben.

Alle wichtigen Straßen beginnen bei Kilometer Null.
Dieser Meilenstein befindet sich auf der „Plaza Blas Perez Gonzales“ am nördlichen Hafeneingang. Bei diesem Nullpunkt startet die LP-1 Richtung Norden und die LP-2 in Richtung Süden. Zu dieser Zeit gab es noch die beiden Linien Guaguas Norte und Sur.

Im Jahr 1975 gründeten Arbeitnehmer des Unternehmens „Transporte de Norte“ eine Genossenschaft, stiegen neben dem Linienverkehr auch in den Schülertransport ein und übernahmen im Jahr 1991 auch dem Süd-West Linien.

Heute ist die TILP (Transport Insular La Palma S. COOP. Mit 21 Buslinien und 59 Fahrzeugen das führende Busunternehmen unserer Insel.

 

Unterwegs mit dem Bus.

Mit festen Fahrplänen (die auch eingehalten werden) und einer Vielzahl an Haltestellen ist es nun leicht, unsere Insel auch mit dem Bus zu erkunden.

Fahrzeiten hängen an den meisten Haltestellen aus, können aber auch auf der TILP Webseite abgerufen werden.

Tarife sind übersichtlich und gliedern sich in nur 3 Bereiche.

Bis 10 km kostet die Fahrt 1,50 Euro / Person.
Bis 20 km müssen Sie 2,40 Euro bezahlen.
Bei mehr als 20 km kostet die Fahrt 2,60 Euro.

Wenn Sie häufig mit dem Guagua über die Insel fahren, können Sie beim Busfahrer eine Rabattkarte (Tarjeta Monetero) erhalten. Sie kann nach Belieben mit 10, 20 oder 30 Euro aufgeladen werden. Je nach Strecke sparen Sie damit etwa 20%.

Wer es sich einfach machen möchte, Routen und Abfahrtszeiten immer griffbereit im Blick haben muss, sollte sich die App „TILP“ auf sein Smartphone installieren. Diese ist zwar nicht in Deutsch verfügbar, aber sehr übersichtlich gestaltet sodass Sie auch ohne Sprachkenntnisse damit klar kommen werden.

TILP-App erhältlich im Google Play Store.

 

Guagua Regeln für die Nutzer.

Zwar ist Spucken nicht mehr explizit verboten und auch Holztafeln mit Benimmregeln hängen nicht mehr im Bus, dennoch gibt es wie in vergangenen Zeiten für Nutzer einige Regeln. Die gesamten Transportbedingungen sind auf der Webseite des Unternehmers einzusehen. Hier die wichtigsten Punkte die Sie kennen sollten:

Der Fahrer ist nicht zum Halt verpflichtet.
Wer mitfahren möchte, muss an festgelegten Haltestellen durch Handzeichen dem Fahrer mitteilen, das er anhalten soll. Falls dies von keiner Person ausgeführt wird, ist der Fahrer nicht verpflichtet den Halt zu machen. Auch wenn der Bus bereits angefahren ist, besteht keine Verpflichtung mehr erneut zu stoppen, wenn noch jemand mit möchte. Dies liegt dann im Ermessen des Fahrers. Wenn der Bus voll, die maximale Personenzahl erreicht ist, wird der Busfahrer nicht anhalten, sondern einfach an der Haltestelle vorbeifahren. In diesem Fall bleibt nichts weiter, als auf den nächsten Bus zu warten.

Wenn Sie einsteigen, sollten Sie dies vorne beim Fahrer tun und dort Ihre Fahrkarte vorzeigen oder ein Ticket lösten. Achten Sie darauf, dass Sie den Fahrpreis möglichst passend haben. Bei Einzelfahrten ist der Fahrer nicht verpflichtet Geldscheine über 20,- Euro anzunehmen oder zu wechseln.

Der Ausstieg erfolgt immer an der hinteren Tür.
Wenn Sie sich im Bus befinden und an einer bestimmten Haltestelle aussteigen möchten, müssen Sie dies dem Fahrer, entweder verbal oder durch Drücken einer roten Stopp-Taste frühzeitig mitteilen. Erhält der Fahrer diese Information nicht, kann er einfach weiterfahren.

Verhalten und Verbote.

Unterhaltungen mit dem Fahrer sind während der Fahrt untersagt. Wenn Sie Fragen haben, warten Sie bis zur nächsten Haltestelle.

Ein Reiseverbot besteht für betrunkene Personen oder Menschen, die unter Einfluss von Betäubungsmitteln stehen. Haustiere dürfen hingegen bis 10 kg transportiert werden. Blindenhunde unterliegen dieser Klassifizierung nicht. Personen oder Gepäck, welches unangenehme Gerüche verbreitet oder den Bus verschmutzt kann der Zutritt vom Fahrer verweigert werden.

Reisegepäck, welches aufgrund seiner Größe mitreisende stören könnte, muss im Gepäckraum verstaut werden. Darunter fallen größere Taschen, Fahrräder und sonstiges Sperrgepäck. Dazu sollten Sie wissen, dass die TILP nicht haftet, wenn Gegenstände aus dem Kofferraum der Busse gestohlen werden.

Am Rande bemerkt:
Rauchen, Essen, Trinken, laute Musik und das Tragen von Waffen ist während der Fahrt ebenfalls untersagt. Bei Streitigkeiten unter den Fahrgästen über offene oder geschlossene Fenster, ist der Fahrer verpflichtet die Klimaanlage einzuschalten und alle Fenster zu schließen.

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Über Graja (1917 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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