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Unterwegs mit Waffen

Haben Sie auch ein Messer in der Tasche?

Outdoor Aktivitäten wie Wandern, Tauchen, Klettern sind auf La Palma bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Campen, Übernachten unter freiem Himmel ebenfalls.

Eines haben diese Beschäftigungen unter freiem Himmel gemeinsam. Man ist häufig bewaffnet.

Das klingt vielleicht seltsam, aber das führen von einem Messer fällt unter das Waffengesetz.

Dieses Waffengesetz ist auf den Kanaren in mancher Hinsicht um einiges Strenger als in Deutschland. Hier kann schon das harmlose Multifunktionswerkzeug ein verbotener Waffenbesitz sein. Dann nämlich, wenn es einhändig zu bedienen ist, eine arretierbare Klinge oder den falschen Schliff hat. Das Multitool wird dann einem Einhandmesser gleichgestellt.

 

Camping ohne Messer – Für die meisten unvorstellbar.
Beim Tauchsport gehört das Messer gar zur vorgeschriebenen Standard Ausrüstung. Doch wer das Waffengesetz, Einfuhrbestimmungen und gängige Praxis auf den Kanaren nicht kennt, bewegt sich auf sehr dünnem Eis, weil ein Verstoß gegen das Waffengesetz mit Gefängnis geahndet wird. Da kann die schönste Zeit des Jahres schnell zum Alptraum werden.

Die Guardia Civil sagt dazu:

Es ist verboten, feststehende Messer zu erwerben, zu besitzen, zu verwenden oder zum Kauf anzubieten, wenn deren Klinge elf Zentimeter Länge überschreitet. Gemessen wird dabei auf dem Klingenrücken vom Griffansatz bis zur Spitze.

Ausgenommen von dem Verbot sind nur Museen, Behörden, Hersteller und Sammler, wenn sie über eine behördliche Genehmigung verfügen.

Was dies im Detail bedeutet, finden wir im Königlichen Dekret BOE 55/ 137/1993. Dort ist der Besitz so wie die Verwendung von Schneidewerkzeugen als gefährliche Gegenstände in Artikel 4 geregelt.

Verbotene Messer:

Faust- und Butterflymesser, Klappmesser mit Öffnungsunterstützung oder Öffnungsautomatik und Messer mit einer Klingenlänge über elf Zentimeter sind generell verboten. Unabhängig davon, werden alle Messer, die eine beidseitig geschliffene Klinge besitzen den Dolchen zugerechnet und gelten damit als verbotener Gegenstand.

Zusätzlich gelten natürlich alle Gegenstände mit Schneide oder Spitze, die nicht als Messer erkennbar sind, wie zum Beispiel Stockdegen oder Gürtelschnallenmesser, zu verbotenen Gegenständen.

 

Ausnahmen sind möglich.

Hier im ländlichen Bereich läuft jeder mit Machete durch seine Plantagen denn eine Klingenlänge von mehr als elf Zentimeter wird in der Regel geduldet, wenn ein rechtschaffener Grund zum Führen des Messers unzweifelhaft ist.

Darunter fallen neben Landwirtschaftlichen Tätigkeiten auch Angeln, Trekking und Tauchen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn das Messer so transportiert wird, dass kein direkter Zugriff möglich ist. Also in einer Verpackung oder dem Rucksack. Außerhalb der Wohnung, des Arbeitsplatzes oder Sportaktivitäten bleiben diese Messer verboten.

Ausnahmegenehmigungen kann der Bürgermeister der Gemeinde in der Sie ihren Wohnsitz haben, in Form eines Waffenausweis erteilen. Dazu müssen Sie allerdings ein Bedürfnis, Gesundheitsnachweis und einiges mehr erbringen.

Ausschließlich zu Hause, sind Messer deren Klingenlänge 11 cm überschreitet, zu Dekorations- und Sammlungs zwecken erlaubt, wenn es sich nicht um automatische Messer handelt.

 

Generelles Messerverbot.

Unabhängig von Art und Größe der Messer besteht ein generelles Verbot in öffentlichen Gebäuden, auf Fiestas, Straßenfesten oder Konzerten. Hier stellt das tragen eines Messers in jedem Fall eine Straftat dar.

Übrigens: Wer an Abschreckung oder Selbstverteidigung denkt, sollte Wissen, dass auf den Kanaren auch Sprühgeräte für Reizgas oder Elektroschocker verbotene Gegenstände sind. Dies gilt auch für Imitationen und nicht gebrauchsfähige Repliken von Schusswaffen. Lediglich Sprays zur Selbstverteidigung, die mit entsprechender Genehmigung der CIPAE (Kommission für Waffen und Sprengstoffe des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz) freigegeben wurden, gelten als Erlaubt.

Quellen: BOE-A-1993-6202 / Guardia Civil / Normativa Basica de armas /

Unsere Empfehlung:
Benötigen Sie für Sport und Freizeit ein Messer, tragen Sie es nicht öffentlich am Gürtel. Selbst ein Multitool kann dort schon unangenehm auffallen und Sie in Erklärungsnot bringen. Transportieren Sie es unauffällig Rucksack und verzichten Sie auf Messer, die im Waffengesetz verboten sind.

Auf Veranstaltungen jeglicher Art sollten Sie generell auch auf ein kleines Taschenmesser verzichten.

Über Graja (2003 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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