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Verkehrsbestimmungen und Bußgelder auf den Kanaren

Wer im Urlaub auf La Palma im Straßenverkehr unterwegs ist, sollte kanarische Regeln und den neuen Bußgeldkatalog kennen.

20 Wichtige Dinge die Sie wissen sollten:

Verkehr auf La Palma

Wer möchte schon den gesamten Urlaub auf einem Liegestuhl verbringen? Auf einer Insel wie La Palma die wenigsten Touristen:

Weil es viel zu sehen gibt, sitzt man sich den Hintern lieber im Leihwagen platt.

Der Mietwagen ist auf der Insel auch zu empfehlen denn Straßen sind das Kommunikationsinstrument zwischen den Ortschaften. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass unser Verkehrsrecht auf den Kanaren in einigen Dingen nicht Ihren Gewohnheiten entspricht.

Von Verkehrsregeln über Kleiderordnung bis zum Bußgeld gibt es einiges zu beachten.

 

Hinweis zur Straßenverkehrsordnung

20 Dinge die Sie wissen sollten.

1. Ihr Mietwagen muss richtig ausgestattet sein.
Sicherheitselemente wie Ersatzrad mit Werkzeug, Ersatzbirnen für die Beleuchtung, zwei Warndreiecke und eine reflektierende Weste sind Pflicht im Auto. Ein Verbandskasten hingegen nicht.

2. Eine Eigenart der kanarischen Autofahrer ist die Höflichkeit. Die Hupe dient nicht als Drohmittel, vielmehr wird sie als Kommunikationsmittel eingesetzt. Man regt sich auch nicht auf, wenn jemand auf der Fahrspur steht, um einen Plausch mit dem Fußgänger zu führen. Diese Höflichkeit wird jedoch auch rücksichtslos umgesetzt, wenn jemand auf Ihre Fahrspur möchte. Es wird einfach erwartet, dass Sie auf die Bremse steigen und den Fahrer einfädeln lassen.

Anhalten und Parken:
3. Parken ist generell erlaubt, wenn keine Kennzeichnung vorhanden ist. Laut Straßenverkehrsordnung darf allerdings nur rechts geparkt werden. Links und gegen Fahrtrichtung ist verboten. Einzige Ausnahme gilt in Einbahnstraßen.

4. Durchbrochene gelbe Linien oder Linien in zick zack Form bedeuten Parkverbot.

5. Durchgezogene Gelbe Linien am Fahrbahnrand bedeuten Halte- und Parkverbot.

6. Blaue Linien erlauben begrenztes Parken, manchmal gegen Gebühr. Achten Sie auf Hinweise zu Parkautomaten.

7. Parken mit deutschem Schwerbehindertenausweis ist auch hier auf speziellen Parkplätzen für Behinderte erlaubt. Diese sind mit dem Rollstuhl – Symbol gekennzeichnet.

8. Wer außerhalb von Ortschaften zum Stehen kommt oder am Straßenrand Anhalten möchte, muss die obligatorische gelbe Warnweste tragen.

Fahren und Verkehr:
9. Kindersitze sind bis zu einer Körpergröße von 135 cm Pflicht. Diese müssen immer auf dem Rücksitz befestigt werden. Ausnahmen gelten nur bei Fahrzeugen ohne Rücksitz. Das Alter der Kinder spielt dabei keine Rolle.

10. Geschwindigkeitsbegrenzung ist soweit nicht anders geregelt 50 km/h in Ortschaften, 90 km/h auf Landstraßen, wenn diese durch einen Mittelstreifen in zwei Fahrbanen unterteilt sind. Ohne Fahrbahnteilung gilt 70 km/h.

11. Alkoholgrenze ist 0,5 g/l oder 0,3 g/l bei Fahranfängern.

12. Rechts vor links gilt ohne Beschilderung. Ausnahme ist die asphaltierte Landstraße. Kommt ein unbefestigter Weg von rechts, haben Sie auf der asphaltierten Straße Vorfahrt.

13. Am Kreisverkehr hat derjenige Vorfahrt, der sich im Kreisverkehr befindet. Bei der Einfahrt wird nicht geblinkt. Wer den Kreisverkehr verlässt, blinkt rechts.

14. Fahren mit Licht ist auf La Palma bei Tag verboten und lediglich für Motorräder vorgeschrieben. Ausnahme ist eingeschränkte Sicht durch schlechtes Wetter.

15. Links abbiegen auf Landstraßen hat auf La Palma eine besondere Form. Sie müssen die Straße überqueren und sich dann in einem Halbkreis als Rechtsabbieger einfädeln.

16. Überholverbot gilt auch ohne Überholverbot generell vor Kuppen und Straßenabschnitten, die nicht mindestens 200 m zu überblicken sind.

17. Privates Abschleppen ist generell verboten. An Stelle der kleinen Hilfeleistung sollten Sie einen Abschleppdienst verständigen.

18. Telefonieren mit Haed Set ist verboten. Erlaubt sind nur Freisprecheinrichtungen.

19. Die Bedienung von Navigationsgeräten während der Fahrt ist verboten.

20. Auch Biker und Fußgänger unterliegen der Verkehrsordnung.

 

Achtung Verkehrskontrolle

Strafen und Sanktionen im Straßenverkehr.

Generell unterscheidet man drei Stufen von Vergehen. Geringfügige Vergehen kosten 100,- Euro. Mittlere Vergehen kosten 200,- Euro. Schwere Vergehen kosten 500,- Euro. Diese 500,- Euro sind jedoch kein Maximalwert. Es können durchaus viel höhere Strafen mit Punkten und auch Haftstrafen ausgesprochen werden.

Pauschal gilt, in Spanien sind Verkehrsverstöße um ein Vielfaches höher als in Deutschland. So kostet der fehlende Sicherheitsgurt 60,- Euro auf den Kanaren werden 200,- Euro fällig.

Wo wir für einfaches Falschparken in Deutschland mit 10,- bis 70 Euro dabei sind, werden hier die Knöllchen mit 200,- Euro ausgestellt.

Telefonieren ohne Freisprechanlage darf man ab 200 Euro und das Kind ohne Kindersitz darf für 500,- Euro auf dem Beifahrersitz mit.

Sie sehen, es kann teuer werden.
Die Flucht ins Heimatland am Urlaubsende nutzt hier ebenfalls nichts. Zum einen ist es Möglich die Weiterreise so lange zu verzögern, bis der Strafzettel bezahlt ist, zum anderen werden durch das Vollstreckungsabkommen (RBGeld) in der EU spanische Bußgelder auch in Deutschland eingefordert. Hier sind allerdings nur Geldstrafen betroffen.

Fahrverbote in Form von Führerscheinentzug sind nicht möglich, weil ausländische Behörden keine deutschen Dokumente entziehen können.

Allerdings kann dann das Bundesamt für Justiz im Rahmen der Amtshilfe tätig werden. Unabhängig davon bleibt ein Fahrverbot in Spanien gültig.

Dazu sollten Sie zwei Dinge berücksichtigen.
Geldstrafen der spanischen Verkehrsbehörde verjähren nicht und können auch bei einem Urlaub vier Jahre später, zum Beispiel bei einer Verkehrskontrolle eingezogen werden.

Schnell bezahlen lohnt sich. Wer ein Knöllchen innerhalb von 20 Tagen bezahlt, darf sich über einen Rabatt von 50% freuen.

 

Geldbuße

Achtung hier werden Geldstrafen fällig.

Geschwindigkeitsübertretungen tuen schon ab einem km/h weh. Wer in einer 50er Zone mit einer Geschwindigkeit von 51 km/h, in den Genuss eines Polizeifotos kommt, wird direkt mit 100,- Euro belohnt.

Wer nicht zur Staatskasse gebeten werden möchte, sollte bedenken, dass die Genauigkeit eines Radargerätes bis zu 3% bei der Messung schwanken kann. So kommen je nach Geschwindigkeit schnell einige km/h dazu und einen Abzug für diese Toleranzen gibt es in Spanien nicht.

Wichtige Verbote, die Urlaubskassen erleichtern.

Die Guardia Civil als Vollstrecker der Trafico (Straßenverkehrsbehörde) bittet nicht nur Raser zur Kasse. Hier werden Sie schnell viel Geld bei kleinen Vergehen los.

Fahren mit Kopfhörer 200,- Euro.

Fahren mit Flip-Flops oder Barfuß 80,- Euro.

Fahren mit freiem Oberkörper 80,- Euro.

Trinken oder Essen bei der Fahrt 100,- Euro.

Fahren mit Hut oder Mütze die Ihre Ohren bedeckt, 80,- Euro.

Beifahrer mit Füssen auf dem Armaturenbrett 100,- Euro.

Lose Gegenstände auf der Heckablage 200,- Euro.

Werfen einer Zigarette aus dem Fenster 200,- Euro.

Schminken und Rasieren bei der Fahrt 200,- Euro.

Telefonieren beim Tanken 200,- Euro. Gleiches gilt für den Motorradfahrer, der beim Tanken den Helm nicht abnimmt.

Sollten mehr als die Zulässige Personenzahl im Fahrzeug sein, werden 80,- Euro je Person fällig. Haben Sie keinen Führerschein dabei, kostet das 10,- Euro.

Verweigern Sie hingegen der Polizei die Einsicht in Ihre Papiere, dürfen Sie das gegen eine Gebühr von 600,- Euro tun.

Teurer kann es werden, wenn Sie einen Polizisten bei der Arbeit fotografieren. Bis zu 600.000 Euro werden hier als Strafe ausgesprochen. Da ist es schon besser sich beim Sex im Auto erwischen zu lassen. Sind Kinder in der Nähe lauten die Urteile zwischen 30.000 und 75.000 Euro.

Der obszöne Finger gegenüber einem Polizisten kostet hingegen nur 600,- Euronen.

Geldstrafen werden auch für Biker und Fußgänger fällig.
Wer eine Taxi- Bus oder Radspur blockiert wird mit 200,- Euro zu Kasse gebeten.

Sanktioniert wird mit 80,- Euro das extrem langsame überqueren einer Straße ohne Grund oder an ungeeigneter Stelle und das gehen auf der Straße, wenn ein Bürgersteig vorhanden ist.

Radeln Sie auf einer Busspur oder laufen auf dem Radweg kann 200,- Euro kosten.

Fahrradfahrer ohne Helm werden mit 100,- Euro belohnt. Er ist für Radfahrer unter 16 Jahren obligatorisch, für Erwachsene außerhalb von Ortschaften vorgeschrieben. Gleiches gilt für reflektierende Westen und Beleuchtung in Tunnels oder bei Nacht.
Flexible Handhabe.

Häufig stehen oben genannte Dinge in Verordnungen und Verkehrsgesetzen, werden aber oft toleriert und nicht geahndet. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen, denn eine Garantie auf gut gelaunte Polizisten gibt es natürlich auch auf den Kanaren nicht.

Viele weitere Details finden Sie bei der Straßenverkehrsbehörde (Trafico) unter http://www.dgt.es/es/?

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Über Graja (1916 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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