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Wandern ist Risikosport

helirettung

 

Rettungseinsätze sind teuer.
Ich habe 2 Löcher in die Du 2 Finger stecken kannst. Was bin ich?
Mein Gott, wer denkt bei dieser Quizfrage schon an eine Schere.

Ähnlich verhält es sich mit der Aussage, Wandern ist ein Risikosport. Ein Gedanke, der weit entfernt unserer Vorstellungskraft liegt. Hier hat man den spazierstockbewaffneten Renter vor Augen, der mit Trekkingschuhen und Freizeitrucksack palmerische Rundwege erklimmt.

Statistiken sprechen jedoch eine eindeutige Sprache. Wandern und Gleitschirmfliegen sind Freizeitaktivitäten, welche auf den Kanaren die meisten Rettungseinsätze provozieren. Die Generaldirektion für Notfälle der kanarischen Regierung hat daher beschlossen, dass diese Freizeitaktivitäten in die Liste der risikobehafteten Sportarten aufgenommen werden. Dies bedeutet, dass alle Anbieter und Sportler, dazu zählen nun auch Wanderer, eine Unfall-/Haftpflichtversicherung besitzen müssen, welche bei einem Unfall die Rettungskosten trägt.

Im Tauchsport ist diese Versicherung bereits seit etwa 15 Jahren Pflicht und Dive Center, wie Sporttaucher müssen eine aktuelle Polize vorweisen können. Im Vergleich zum Wandern, ist Tauchen allerdings ein überaus sicherer Sport. Weitere Sportarten, die als Risikosport eingestuft sind und damit laut Gesetz eine Versicherung erfordern, sind zum Beispiel Windsurfen, Wasserski, Kanuwandern, Mountainbiking oder Reiten.

Zukünftig könnten also auch Wanderer für einen Rettungseinsatz zur Kasse gebeten werden. Eine Entscheidung, die mit Blick auf eine Vielzahl von Einsätzen der Bergrettung, Hubschrauber und Feuerwehr sinnvoll erscheint.

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Für Versicherungsgegner eine kleine Geschichte:

Ägypten um 2500 v. Chr. Tausende sind auf der neuen Baustelle für die neue Pyramide im Tal der Könige beschäftigt. Sklaven, Angestellte des Pharaos, Handwerker, Zulieferer u.s.w. Darunter auch Ahmed, der Steinmetz. Mit sich und den Göttern zufrieden, pfeift er bei seiner Arbeit den neusten Hit aus Theben. Die Melodie gefällt ihm, die Arbeit gefällt ihm und er ist glücklich darüber, genügend zu verdienen, um in der Freizeit auch seinen Hobbys nachgehen zu können. Seit er den Job hier ngenommen hat, geht es ihm und seiner Fatima richtig gut. Bei Isis, für die nächsten Jahre hatte er ausgesorgt.

„Hey du“ – Ahmed schreckt hoch. Er war wohl etwas eingenickt. Vor ihm steht ein Nubier, ein Bulle von einem Mann. Sieht wie eingeölt aus, aber vermutlich ist es nur der Schweiß, denkt sich Ahmed. „Ja, was ist los?“ murmelt Ahmed. „Mir sind einige Sklaven ausgefallen“ sagt der Nubier, „kannst du mir kurz helfen?“ „O.K.“ murmelt Ahmed und trottet hinter dem tiefschwarzen Nubier her. „Vorsicht ihr Idioten“ schreit der Nubier. Doch zu spät. Der Stein stürzt vom Wagen und begräbt Ahmed und den Nubier unter sich.

Fatima ringt die Hände. Ahmed ist tot. Sie ist verzweifelt. Warum hatte sich Ahmed auf Dinge eingelassen, die ihn nichts angehen. Das kommt dabei heraus, wenn man sich mit einem Nubier einläßt. Oder hätte das auch bei seiner täglichen Arbeit, oder seinen Hobbys passieren können? Egal, er soll dennoch ein ordentliches Begräbnis bekommen. Ein Begräbnis mit allen Beigaben, die man für die Reise und ein weiteres Leben so braucht. Es soll ihm an nichts mangeln, egal was das Ganze kostet. Seufzend holt sie sich Schreibzeug und Papyrus, taucht das Bambusstäbchen in die Flüssigkeit und malt die Hieroglyphen.

An den pharaonischen Begräbnisverein für Steinmetze, 27. Juli 2503 v.Chr. Betr. Todesfall Ahmed, Versicherungsnummer 007/1394 Mein Mann (königlicher Steinmetz), ist auf der Baustelle zur neuen Pyramide ums Leben gekommen. Als Mitglied des Begräbnisvereins hat er immer pünktlich seine Beiträge bezahlt. Ich bitte sie um Übernahme der Bestattungskosten. Hochachtungsvoll Fatima, Witwe Ahmeds.

Natürlich wurde dieser Papyrus nie gefunden – und wohl auch nie geschrieben. Ein Detail der Geschichte stimmt allerdings. Bereits 2500 v. Chr., also vor rund 4500 Jahren hatten die Steinmetze des alten Ägyptens ihren eigenen Begräbnisverein in Form einer altertümlichen Lebensversicherung.

Die weitere geschichtliche Darstellung würde den Rahmen sprengen. Der wichtige und richtige Gedanke ist das Gesetz der großen Zahl. Das heißt, viele Menschen mit gleichen Risiken helfen sich mit Minibeiträgen gegenseitig, so wird ein Schaden für den Einzelnen erträglich.

 

Rettungseinsätze sind teuer, nicht selten riskieren Retter dabei ihre eigene Gesundheit. Wer Natursportarten betreibt, sollte sich der Risiken bewusst sein, entsprechend handeln und eine Versicherung für Folgeschäden abschließen.

 

 

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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