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Was wurde eigentlich aus?

Waldbrand in Puntagorda und 7 Dinge die covid-19 in Vergessenheit verbannte.

Rückblick

Ausgangssperre Tag 39 (22.4.2020)

Hauptstadt Promenade.

Nach dem unsere Hauptstadt nun einen Strand hat, sollte auch die Promenade angelegt werden. Lange Bauarbeiten, aufgerissene Straßen und zerstückelte Bauabschnitte prägen seither das Stadtbild um die Avenida Maritima. Baubeginn Mai 2019, bauende bisher offen. Mit der Ausgangssperre lagen auch die notwendigen Bauarbeiten auf Eis.

Nun soll es weitergehen. Heute startet man mit Asphaltarbeiten, um den neuen Straßenbelag fertig zu stellen. Gleichzeitig wird die Promenade verschönert und die Verkehrsführung leicht geändert. In einer Woche soll das erledigt sein.

Projekt Stadtstrand, – nicht vergessen, nur verschoben.

 

Hafenausbau für dicke Brummer.

Kreuzfahrtschiffe rennen uns die Bude ein, so dachte man noch im März 2015. Der Hauptstadthafen ist zu klein und muss vergrößert, Liegeplätze verlängert werden. Weil Preise fallen kann sich jedermann eine Kreuzfahrt leisten, der Boom wird also noch jahrelang anhalten, so die Meinung der Hafenbetreiber. Kreuzfahrtschiffe im Hafen werden stetig zunehmen, es muss in die Zukunft gedacht werden. In den Folgejahren wurden Pläne geschmiedet, wieder verworfen, diskutiert und gestritten. Die aktuellsten aus letztem Jahr sahen neben einer Verlängerung der Hafenmauer auch eine Auslagerung der gewerblichen Schiffe vor.

Dann der Supergau. Coronavirus stoppte die Kreuzfahrer auf brutale weiße. Häfen wurden geschlossen, Kreuzfahrttourismus lag von heute auf Morgen in Schutt und Asche. Zwar melden Reiseveranstalter der Branche bereits wieder steigende Buchungszahlen, ob und wann wieder Kreuzfahrtschiffe nach La Palma kommen ist ungewiss.

Projekt Hafenausbau, – liegt für unbestimmte Zeit auf Eis.

 

Wassermangel in der Caldera.

Es regnet zu wenig und der einst als unerschöpflich geltende Vorrat das Quellwasser in der Caldera de Taburiente ist seit Jahren rückläufig. Hinzu kommt ein enormer Wasserverbrauch zur Bewässerung unserer Bananen, die etwas mehr als 95% der Reserven nutzen. Um bei anhaltender Trockenheit neue Wasserreserven zu erschließen, werden mit Wassergewinnungsstollen uralte Reserven angegriffen, die sich in tausenden Jahren gebildet haben und nun in kurzer Zeit verbraucht werden könnten. Dramatische Grundwasserabsenkungen könnten in der Umgebung der Stollen die Folgen sein.

Trotz einiger Regentage war auch dieses Jahr bisher zu trocken. Zwar sind unsere Wasserspeicher nicht mehr leer, aber spätestens in heißen Sommermonaten werden wir feststellen, dass noch immer riesige Mengen an Regenwasser fehlen.

Wassermangel wird auch im restlichen Jahr Thema bleiben.

 

Abwasser Sünden.

Wo Wasser verbraucht wird, entsteht auch Abwasser. Wie auf allen Kanarischen Inseln, wird dieses auch auf La Palma mancherorts ungefiltert, nicht selten gar illegal ins Meer geleitet. Das Ganze nicht heimlich in dunkler Nacht, nein! Es passiert mit Wissen der Regierung und die Stellen, an denen Abwässer eingeleitet werden, kann jeder offiziell auf Webseiten des Gobierno de Canarias finden. An vielen Stellen wurde bereits offen diskutiert, geändert hat sich nichts.

Illegale Verklappung wird auch nach covid weitergehen.

 

Klimawandel ist da.

Noch vor einem Jahr befürchteten spanische Klimaforscher eine Afrikanisierung der Kanaren. Die Wissenschaftler waren der Meinung, dass Tierarten und Pflanzenspezies durch Wassermangel aussterben, neue Krankheitsbilder entstehen und der Meeresspiegel bis 2050 um 35 Zentimeter steigt. Die Kanaren könnten damit mehr als 15 Meter Strandland an den Atlantik verlieren.

Auch auf La Palma hatte man das vermeintliche Problem erkannt und befürchtete eine Zunahme von Calimas, mehr Hitzewellen mit Trockenheit. Dagegen wollte man etwas tun und hat den Klima-Notstand ausgerufen.

Passiert ist seither nichts mehr. Das Thema wird wohl nach Corona wieder aufgenommen.

 

Wal sterben vor den Kanaren.

Schon in den 60. Jahren gab es Wahlsterben. Dann seit 2017 häufte es sich wieder, dass Wale vor den Küsten der Kanaren und auch unserer Insel La Palma vermehrt Wale starben. Der letzte im April letzten Jahres. Die Todesursache konnte auch dieses Mal lokalisiert werden. Wie häufig war es ein Zusammenstoß mit einem Schiff.

Dann stoppte der Coronavirus den Schiffsverkehr. Freizeit und Sportboote wurden in Häfen verband und auch der gewerbliche Bootsverkehr stark verringert. Das Ergebnis: Wale und Delfine haben Ruhe und scheinen sich sichtlich wohler zu fühlen. Fas täglich kann man die Tiere nun nahe an der Küste beobachten. Unbehelligt, ohne Belästigung durch Menschen trauen sie sich in Inselnähe.

Das wird leider nur ein vorübergehender Aspekt sein.

 

30 Meter Spiegelteleskop.

La Palma oder Hawaii, Manua Kea oder Roque de los Muchachos. Bis vor kurzem füllte das Riesenteleskop “TMT” alle Zeitungen und online Portale. Unser Traumprojekt „Thirty Meter Telescope“ stand auf der Kippe. Nach dem China Investitionszusagen für Hawaii zurückgezogen hat, wuchsen die Chancen für Garafia. Baugenehmigungen wurden erteilt und dann … Covid-19.

Neue Informationen gibt es seither nicht. Ob China zurzeit überhaupt noch Interesse an solchen Großprojekten hat und ob Weltweit dazu, nach der Krise, noch ausreichende Mittel freigestellt werden können ist nicht klar.

Der Traum bleibt, – ob das TMT kommt?

La Palma bleibt eine Quelle für Geschichten.
Mit Freude sehen wir der Zeit nach dem blöden Ausnahmezustand entgegen. Dann wird nicht ein Tagebuch im Hausarrest, sondern wieder die schönen Dinge der Isla bonita eine Rolle spielen.

 

Waldbrand in Puntagorda.

Gestern Vormittag dann noch die Meldung, dass in Puntagorda zwischen Cruz de la Traviesa y Juanianes ein Waldbrand ausgebrochen ist. Etwa 400 qm Fläche waren betroffen. Es wurden Helikopter eingesetzt und gegen Abend war der Brand unter Kontrolle.

Auch das erinnert dann wieder an ein Stück Normalität auf der Insel.

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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