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Wie gefährlich ist der Atlantik?

38 Todesfälle im ersten Halbjahr.

Der Atlantik fordert jährlich seine Opfer. Nun ist wieder ein Rekord gebrochen. In nur 6 Monaten sind vor den Kanaren 38 Menschen ertrunken. Im Vergleich zu den Balearen mit 9 Toten am Mittelmeer eine sehr hohe Zahl.

Was macht baden auf den Kanaren gefährlich?

Wind, Welle, Meerestiere, Strömung, dass der Atlantik keine Badewanne ist, haben wir schon häufig geschrieben. Dazu kommt Selbstüberschätzung, fehlende Fitness, Ignoranz, Leichtsinn und manchmal auch Dummheit.

Beginnen wir mit gefährlichen Meerestieren.

Ja, es gibt Tiere, wie zum Beispiel Stechrochen, Haie oder Zitterrochen, die dem Menschen gefährlich werden können. Sie spielen, weil sehr selten, jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Erwähnenswert sind hier lediglich Quallen. Meist treten sie nach Schlechtwetter Phasen auf. Sind Quallen im Wasser, sollte man auf Baden verzichten. Achten sie auf Warnsignale der Rettungschwimmer an den Stränden.

 

Welle wird oft unterschätzt.

Nicht nur im Wasser, auch an Land sollte man in Küstennähe, besonders auf Klippen wachsam sein. Eine Wellenperiode wird in Sekunden gemessen. Im Atlantik vor den Kanaren sind etwa 7 Sek. Üblich, was allerdings variieren kann.

Dies bedeutet, dass jede siebte bis achte Welle bedeutend höher und kräftiger sein kann als alle bisherigen. Immer wieder werden unvorsichtige Menschen von solch einer Welle erfasst und von Klippen ins Meer gespült.

 

Selbstüberschätzung, fehlende Fitness.

Heißer Körper und kaltes Wasser ist keine gute Kombination für den Kreislauf. Schwimmer sollten daran denken, dass bei Wind und Welle Kräfte schneller schwinden. Jeder fünfte Verstorbene, so die Statistik, war 65 Jahre oder älter.

Strömung im Badebereich.

Wer ein Gewässer nicht kennt, ist meist nicht in der Lage Strömung zu erkennen oder einzuschätzen. Entlang der Küsten kann immer wieder eine plötzliche Strömung einsetzen. Ja nach Wetterlage kann es auch an Badestränden zu einer Rissströmung kommen. Diese Rückströmung der Brandung hat einen starken Sog hinaus auf den Atlantik.

Surfer lieben Brandungsrückströme weil sie das hinaus paddeln erleichtern. Für Badegäste ist es jedoch höchst gefährlich und die häufigste Ursache für Badeunfälle. Auch geübte Schwimmer haben gegen eine Strömungsgeschwindigkeit von bis zu 9 km/h wenig Chancen.

 

Empfehlungen für Wassersport am Atlantik:

Die Saison hat gerade erst begonnen. 38 Todesfälle, einige davon auf La Palma, sind genug. Deshalb hier neun Punkte für einen sicheren Aufenthalt am Meer.

1. Wählen sie den Strand nach ihren Fähigkeiten.
Ältere Menschen und Familien mit Kinder sollten einen Strand wählen, der von Sicherheitspersonal überwacht wird. Dies gilt insbesondere auch für weniger gute Schwimmer. Den sicherste Strand der Insel finden Sie in Los Cancajos. Übersicht der 44 Strände vor La Palma

2. Achten sie auf Wetterwarnungen.
Diese bekommen sie in Form von Beflaggung an bewachten Stränden, über die örtlichen Medien und in ihrem Hotel.

3. Gehen sie bei Wetterwarnung nicht ins Meer.
Dies gilt auch nach dem Konsum von Alkohol oder Drogen.

4. Springen sie nicht in seichtes Wasser.
Selbst an Stellen, wo das Ufergewässer tiefer erscheint, können einzelne Felsen bis kurz unter die Oberfläche reichen.

5. Nutzen sie keine Luftmatratze an windigen Tagen.
Bei Wind oder starker Strömung können aufblasbare Luftmatratzen und Schwimmringe leicht vom Ufer abgetrieben werden. Der Rückweg wird dann beschwerlich bis unmöglich.

6. Folgen sie dem Sicherheitspersonal.
An bewachten Stränden sorgen Rettungsschwimmer für Warnungen bei bestimmten Gefahren. Folgen sie diesen Anweisungen denn auch bei vermeintlich ruhiger See, können unsichtbare Gefahren, wie Strömungen oder Quallen lauern.

7. Achtung bei Stränden ohne Rettungsschwimmer.
Hier sollten sie nicht alleine an den Strand gehen oder ohne Begleitung schwimmen. Fragen sie Einheimische nach Gefahrenquellen und schwimmen sie entlang der Küste, nicht hinaus auf den freien Atlantik.

8. Baden sie nicht, wenn sie sich nicht wohlfühlen.
Sollten sie sich unwohl fühlen, verlassen sie das Wasser. Geraden sie in Schwierigkeiten, dann machen sie durch lautes Rufen und Armbewegungen auf sich aufmerksam.

9. Helfen sie Retten.
Ist jemand in Schwierigkeiten, dann alarmieren sie die Rettungsdienste unter der Notrufnummer 112 und versuchen sie zu Helfen, in dem sie etwas zu dem Badenden was als Schwimmhilfe dienen kann. Gefährden sie sich nicht selbst.

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Über Graja (1917 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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