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Wie gefährlich sind kanarische Straßen für Motorradfahrer?

Motorradfahrer ohne Lobby und Schutzengel.

Pflege und Instanthaltung von Straßen werden von Gemeinden und Inselregierung auf Kosten der Motorradfahrer vernachlässigt.

In einer Studie der DGT (Direccion General de Trafico) in Zusammenarbeit mit der Stiftung PONS, wurde bestätigt, dass schlechter Straßenzustand Hauptursache für Motorradunfälle ist.

Verschmutzte Fahrbahnen, hochstehende Kanaldeckel, Sand und Geröll in Kurven, die Wochenlang nicht gereinigt werden.

Auch glatt Lackierte Straßenflächen mit Verkehrshinweisen, die bei Nässe jedem Motorradreifen den Gripp nehmen, gibt es in allen Gemeinden.

Tiefe Risse und breite Schlaglöcher überfluten unsere Straßen und sind auf den Kanaren Alltag für Motorradfahrer.

 

Tödliche Motorrad Unfälle auf den Kanaren

10 Tote in 100 Tagen.

2018 verstarben auf den Kanaren 14 Motorradfahrer (12 Männer und 2 Frauen) bei Motorrad Unfällen auf kanarischen Straßen. Eine Dunkle Bilanz, die in diesem Jahr weit übertroffen werden könnte.

In dem jungen Jahr 2019 haben wir bereits jetzt 10 tote Motorradfahrer in den ersten 100 Tagen.

6 sind auf Gran Canaria gestorben, 2 auf Teneriffa und weitere zwei mussten ihr Leben auf den Straßen von La Palma lassen.

Das Traurige dabei, viele Unfälle könnten mit etwas Pflege der Straßen vermieden werden. Häufiges Argument der verantwortlichen Stadträte, um sich aus der Verantwortung zu ziehen, „Motorradfahrer könnten ebenso wie Autofahrer einem Schlagloch ausweichen.“

Wie bitte soll ein Motorradlenker, der hinter einem Kleinbus fährt ein Schlagloch erkennen? Wie in Kurvenlage an unübersichtlichen Stellen Sand und Steinen ausweichen?

Da fragt man sich doch als Motorradfahrer, ob denen wohl die Psychopharmaka ausgegangen sind.

 

Gefahren für Motorradfahrer.

Ungepflegte Straßen sind Sache der Ayuntamientos, diese Haften auch, wenn Verunglückte die Nachlässigkeit nachweisen können. Risikostellen könnten aber mit etwas Engagement leicht beseitigt werden. Bei anderen Risikofaktoren, wie Autofahrer oder dem Motorradfahrer selbst, wird es schon schwieriger.

Jeder Motorradfahrer kennt den alten Spruch: „Biker töten nicht – sie werden getötet“. Ein wenig Wahrheitsgehalt ist darin verborgen, weil viele Autofahrer nicht auf Biker vorbereitet sind. Da wird die Vorfahrt genommen, gedrängelt und Abstände nicht eingehalten. Ein großer Teil der Autofahrer macht das nicht mit Absicht, oft ist es das Unvermögen Beschleunigungswerte von Motorrädern einzuschätzen.

Dies spiegelt sich ebenfalls in der oben genannten Studie wider. 65 % der Biker fühlen sich von spanischen Autofahrern nicht respektiert und 56 % halten es gefährlicher langsam in der Stadt zu fahren als flott über die Landstraße zu düsen.

 

Auch Selbstkritik wir laut.

Laut einer Umfrage, geben 15% der Fahrer an, ihr Motorrad nicht, oder nur selten zu warten. 30% achten nicht immer auf Verkehrszeichen und Geschwindigkeitsbegrenzungen, 7 % der Motorradfahrer missachten Verkehrszeichen generell. Positiv ist, dass 95% immer einen Helm tragen. Allerdings häufig ungeeignete und billige Modelle.

Jeder Verkehrstote ist einer zu viel.

Der Generaldirektor der Trafico in Spanien „Ramon Rueda“ betont, dass der Fokus auf die Stadtgestaltung und den allgemeinen Zustand der Straßen gelegt werden muss, um Unfallraten bei Zweirädern zu senken. Es muss aber auch an einer Sensibilisierung von Auto- und Motorradfahrern gearbeitet werden, um auf den Straßen eine Koexistenz zu fördern. So weit die Stellungnahme zur oben genannten Studie.

Falsch ist diese Aussage nicht.
Doch solange ignorante Stadtplaner im Ayuntamiento nichts gegen verschmutzte Straßen tun, kleinere Steinschläge tagelang in Kurven liegen lassen, spielen sie mit dem Leben der Motorradfahrer.

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Über Graja (1916 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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