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Zeit am Himmel ist knapp

observatoriumWolken als Lichtbremse, für einige das Maß der Dinge.
In der Gemeinde Garafia liebt man seine Passatwolken. Hängen sie doch im Schnitt zwischen 1.000 und 2.000 Meter Höhe, bremsen das Licht und haben so dafür gesorgt, dass sich über den Wolken eine wissenschaftlichen Szene festsetzte, die in ferne Galaxien blickt. Weltraumteleskope auf La Palma sind bei Astrophysikern beliebt, weil die Lichtverschmutzung der Küstenstädte gering und Beobachtunsmöglichkeiten einzigartig sind.

Nun interessieren sich auch die Russen für unsere Insel.
Ob sie tatsächlich kommen, steht noch in den besagten Sternen. Das Interesse ist allerdings da und das Thema seit Monaten im Gespräch. Nun scheint sich das Projekt zu verdichten. Die staatliche Universität Moskau plant die Installation eines 60 Meter großen Spiegel auf dem „Roque de Los Muchachos“.

Wie man heute der Presse entnehmen konnte, soll das kanarische Parlment einen Antrag bei der Zentralregierung eingereicht haben, um das Projekt zu fördern. Eine Zusammenarbeit mit dem Netzwerk des Teleskop „Cherenkov“ würde dafür sorgen, dass La Palma im Wettrüsten wieder die Teleskopnase vorne hat. Einen Spiegel dieser Größe gibt es weltweit noch nicht.

Der russische Physiker Cherenkow, nach dem das Teleskop benannt wurde, spielt auch bei unserem MAGIC-Teleskop ein Rolle. Er entdeckte schon vor langer Zeit, dass geladene Teilchen strahlen, während sie durch die Atmosphäre laufen. Diese Elektronen erkennt das Magic Teleskop, unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Physik, mit seinen 1000 kleinen Aluminiumspiegeln, jeder etwa 50 Zentimeter groß.

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Schon 1975 hatte das „Instituto de Astrofísica de Canarias“ mit dem „Isaac-Newton-Teleskop“ das erste Observatorium. Heute werden dort Beobachtungszeiten geteilt, um die große Zahl an Wissenschaftlern zu bedienen. Spanische Astronomen haben alleine etwa 20% der Beobachtungszeiten. 75% teilen sich Beobachter aus Großbritannien, Niederlande und die Republik Irland. Lediglich 5% stehen noch für wissenschaftliche Projekte internationaler Förderer zur Verfügung. Entdeckungen der hellsten Stellen im Universum, wie ein Quasar mit vielfacher Leuchtkraft der Sonne, stehen auf der Fahne des Teleskops.

sternwarte

Auch weitere Observatorien sind seit Jahren erfolgreich. Das leistungsstärkste „William Herschel Teleskop“ entdeckte mit seinem 4,2 m Spiegel zum ersten mal die Existenz eines schwarzen Lochs in unserer Galaxie und das „Galileo-National Teleskop„fand mit seinem 3,58 m großen Spiegel 1999 eine Supernova in ferner Galaxie.

Das nowegische Optische Teleskop überwacht seit 1989 den Jupiter und Kometen, das „Carlsberg Meridian Telescope“ dokumentiert Transitstunden und Zenitdistanzen,um genaue Sternkarten und astronomische Zeitabläufe anzupassen. Dem weiten Feld der Fotografie und Position der Sterne widmet man sich auch im 1984 eröffneten „Jacobus Kapteyn Teleskop„.

Eine ganz andere Richtung geht man im, 1985 eröffneten Schwedisch Sonnenteleskop. Hier arbeitet man bei Tag und erforscht die Sonne. Da ein Blick mit dem Fernrohr in die Sonne auch für Wissenschaftler wenig ergiebig wäre, benutzt man einen Trick. Mehr dazu in dem Bericht: Königlich Akademie der Wissenschaften

 

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Über Graja (2021 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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